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Abpfiff für Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich: Nach 23 Jahren beendet der 47‑Jährige seine Profi‑Schiedsrichterkarriere am Saisonende. Ittrich sagte in einer DFB‑Mitteilung, es sei trotz umstrittener Pfiffe „die schwierigste Entscheidung, die er je im Fußball getroffen habe“. Er betonte, er spüre „eine hohe Wertschätzung“ von Kollegen, Fans und Vereinen und fühle sich „fit und gesund“ – deshalb sei jetzt der richtige Zeitpunkt zum Aufhören. Bis zu seinem Abschied will er seine letzten Einsätze genießen und „noch viele richtige Entscheidungen treffen“.

Ittrich beendet Bundesliga‑Karriere nach 23 Jahren
Patrick Ittrich beendet seine Laufbahn in der Bundesliga nach 23 Jahren und insgesamt 90 geleiteten Bundesligapartien, hinzu kommen 98 Einsätze in der 2. Bundesliga, 72 in der 3. Liga und 18 im DFB-Pokal. Die Mitteilung verbreitete der DFB am Donnerstag, Ittrich sagte darin, der Schritt falle ihm schwer, aber er habe sich bewusst für den Saisonabschluss entschieden. Als Polizeibeamter betonte er zugleich, dass er körperlich in Ordnung sei: „Außerdem bin ich gerade fit und gesund. Genau deshalb ist jetzt ein guter Zeitpunkt aufzuhören.“
Prägende Einsätze: Erste Hilfe und lebensrettende Maßnahmen
Ittrichs Karriere blieb nicht nur wegen sportlicher Entscheidungen in Erinnerung, sondern auch wegen außergewöhnlicher Vorfälle auf dem Platz. 2011 leistete er nach dem Suizidversuch seines Kollegen Babak Rafati Erste Hilfe; 2024 half er einem Mainzer Profi, Josuha Guilavogui, nachdem dieser auf dem Platz offenbar seine Zunge verschluckt hatte und möglicherweise gerettet wurde. Solche Einsätze prägten sein Bild als verantwortungsbewusster Unparteiischer weit über die Pfeife hinaus.
Verletzungen, Drohungen und Belastungen
Ittrich wurde während seiner Karriere wiederholt von Verletzungen zurückgeworfen: Dreimal riss ihm das Kreuzband und beeinträchtigte damit seine Einsatzfähigkeit. Gleichzeitig blieb seine Arbeit nicht frei von öffentlicher Kritik und Bedrohungen: 2023 machte er eine Morddrohung gegen sich nach einem Zweitliga‑Spiel öffentlich. Diese Belastungen gehörten ebenso zu seinem Berufsalltag wie die sportlichen Herausforderungen.
Reaktionen aus dem Schiedsrichterwesen und letzte Einsätze
Schiedsrichter‑Chef Knut Kircher würdigte Ittrich und sagte, er werde nicht nur als „Gesicht der Bundesliga“ fehlen. Kircher lobte zudem Ittrichs offene Art: „Kaum jemand hat den Spaß am Dasein als Schiedsrichter so sehr wie Patrick verkörpert“, er habe stets für gute Atmosphäre im Kader der Bundesligaschiedsrichter gesorgt. Ittrich kündigte an, dem Fußball erhalten zu bleiben, „auch wenn ich nicht mehr pfeifen werde“, und leitet am Samstag (13.00 Uhr/Sky) noch das Zweitliga‑Derby zwischen Arminia Bielefeld und dem SC Paderborn.