Die extreme Hitze in den Gastgeberländern ist eines der großen Themen der WM 2026. Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt und Moderator, beschäftigt sich mit seiner Stiftung „Gesunde Erde, Gesunde Menschen“ mit Klima und Gesundheit. Bei MagentaTV erklärt er, warum die Temperaturen für die Spieler zur echten Gefahr werden können und welche Hilfsmittel es gibt. Einen Überblick über das Turnier gibt es in unserem Special zur WM 2026.

Wann die Hitze für die Spieler gefährlich wird
Hirschhausen erklärt, warum die reine Temperaturangabe zu kurz greift und wo Mediziner die kritische Grenze ziehen.
„30 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit können sich ganz anders anfühlen als 30 Grad bei trockener Hitze. Ein spezielles Thermometer ist für die ‚Wet-Bulb-Temperature‘ geeignet. Das misst die Sonneneinstrahlung, die Feuchtigkeit und die Temperatur. Die FIFA sagt, man könne bis Hitzeschutz-Index 32 spielen. Das ist eine gefühlte Temperatur von 45 Grad. Die Ärzteschaft und die Spielergewerkschaft sagen, dass bei einer gefühlten Temperatur von 35 Grad Schluss sein muss.“
Leistungsabfall, Kühlwesten und kleine Hacks
Schon ab 28 Grad sinkt laut Hirschhausen die Leistungsfähigkeit, und zwar nicht nur körperlich. Er zeigt zudem, mit welchen Mitteln Profis und Fans der Hitze begegnen können.
„Studien zeigen: Schon ab 28 Grad sinkt die Leistungsfähigkeit. Nicht nur im Körperlichen, beim Rennen und im Muskel, sondern etwa auch die Passgenauigkeit. Unser Hirn ist der empfindlichste Körperteil für Hitze. Es gibt sogar Statistiken, dass man bei Hitze mehr Hassmails schreibt. Man dreht durch. Kühlwesten können für die Profis zur Verfügung gestellt werden, damit die Spieler möglichst kühl aufs Spielfeld kommen. Aber wenn du rennst und Wärme erzeugst, dann wirst du die nicht los.“
Besonders eindrücklich wird es, als Hirschhausen eine Hitzeschutzkappe vorstellt, die er mit Wasser befüllt. „Da ist ein Gel drin. Man kann die aufsetzen, dann kühlt es durch die Verdunstung“, erklärt er. Solche Helfer seien auch für die Fans wichtig: „Die Fans sind nicht alle topfit. Die haben vielleicht eine Vorerkrankung oder sind nicht in der Lage gewesen, sich Wasser zu holen.“ Selbst ein einfacher Trick helfe: „Wenn man reines Pfefferminzöl an die Schläfen macht, hilft das auch.“
Sein Fazit fällt deutlich aus: „Wir können uns körperlich nur in einem sehr engen Temperatur-Band anpassen. Es ist mit Abstand die klimaschädlichste WM, die es jemals gegeben hat. 14 von 16 Stadien sind hitzegefährdet.“