WM 2026 Podcast: Neueste Folge „Das Wunder von Kansas City – und Völlers Paraguay-Plan“

In der neuesten Folge unseres WM 2026 Podcasts „Der 5. Stern“ geht es um eine verrückte Turniernacht: das Last-Minute-Wunder von Kansas City, Argentiniens historischen 50. WM-Sieg, Schottlands bitteres Aus – und vor allem um Rudi Völlers Plan für das deutsche Sechzehntelfinale gegen Paraguay am 29. Juni in Boston.

 

Der 5. Stern Podcast – Das Wunder von Kansas City und Völlers Paraguay-Plan

Das Wunder von Kansas City – und die Macht der Nachspielzeit

96 Minuten waren gespielt, als Saša Kalajdžić Österreich mit dem 3:3 gegen Algerien doch noch ins Sechzehntelfinale rettete. Solche Last-Minute-Momente geben einer Mannschaft oft mehr Energie als ein lockerer Kantersieg. Auch die DR Kongo drehte das Spiel gegen Usbekistan dank eines Doppelpacks von Yoane Wissa noch auf 3:1 – ein kollektiver Überlebensinstinkt, der für die K.-o.-Phase zusammenschweißt.

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England und Argentinien: die eiskalten Ergebnismaschinen

Während andere zittern, marschieren die Großen unaufgeregt weiter. England schlug Panama mit 2:0, Harry Kane ist mit seinem elften WM-Tor nun alleiniger englischer Rekordtorschütze. Argentinien feierte mit dem 3:1 gegen Jordanien den 50. WM-Sieg – eine Marke, die zuvor nur Brasilien und Deutschland erreicht haben. Lionel Messi traf zum 19. Mal bei einer WM. Doch wir fragen auch: Wie anfällig ist diese berechenbare Erfolgsmaschine, wenn plötzlich Chaos ausbricht?

Schottlands Aus und die Fallhöhe der WM

Wie unbarmherzig diese Turnierphase ist, bekam Schottland zu spüren: das vorzeitige Aus und der direkte Rücktritt von Trainer Steve Clarke. Sein Satz „Es war mir eine Ehre“ zeigt die enorme Fallhöhe zwischen Heldenstatus und Endstation. Diese Spannung prägt das gesamte Sechzehntelfinale mit Krachern wie Spanien gegen Österreich und Kroatien gegen Portugal – dem Wiedersehen von Luka Modrić und Cristiano Ronaldo.

Deutschland gegen Paraguay: Völlers Plan

Unser Hauptfokus liegt auf der DFB-Elf. Am 29. Juni um 22:30 Uhr (MESZ) geht es in Boston gegen Paraguay – als Gruppensieger, auch wenn das 1:2 gegen Ecuador noch nachklingt. Rudi Völler bleibt betont locker und verweist gezielt auf den 1:0-Sieg von 2002 durch Oliver Neuville. Eine mentale Schutzdecke, die der Mannschaft vor dem ersten K.-o.-Spiel den Druck nehmen soll. Bei einem Sieg wartet am 4. Juli das Achtelfinale in Philadelphia.

Die Themen der Folge im Überblick

  • Das Wunder von Kansas City: Kalajdžić rettet Österreich in der 96. Minute zum 3:3 gegen Algerien
  • DR Kongo dreht das Spiel gegen Usbekistan (3:1) dank Doppelpack Yoane Wissa
  • England schlägt Panama 2:0 – Harry Kane ist englischer WM-Rekordtorschütze
  • Argentinien siegt 3:1 gegen Jordanien – 50. WM-Sieg, Messis 19. WM-Tor
  • Schottlands Aus und der sofortige Rücktritt von Trainer Steve Clarke
  • Die Sechzehntelfinal-Duelle: Spanien–Österreich, Kroatien–Portugal
  • Deutschland gegen Paraguay am 29. Juni, 22:30 Uhr (MESZ) in Boston
  • Völlers Paraguay-Plan und der Bezug zum 1:0 von 2002

Alle Folgen findest du in unserem WM 2026 Podcast „Der 5. Stern“ – jetzt reinhören und abonnieren!

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Transkript

[00:00:00] Sprecher 1: Willkommen zur neuesten Folge von „Der 5. Stern“ – täglich Nationalelf- und WM-2026-News. Schön, dass du dabei bist. Wir haben heute den 28. Juni, die Vorrunde ist abgehakt und das komplett neue Sechzehntelfinale steht. Und was wir da heute Nacht erlebt haben – also dieses Wunder von Kansas City mit Österreich. Kaum zu glauben: 96 Minuten gespielt und dann rettet Saša Kalajdžić dieses 3:3 gegen Algerien.

[00:00:31] Sprecher 2: Solche Momente in der Nachspielzeit geben einer Mannschaft oft mehr Energie als so ein lockerer 3:0-Sieg.

[00:00:37] Sprecher 1: Da hast du vollkommen recht. Man merkt da richtig, wie schmal dieser Grat zwischen Turnier-Aus und Heldenstatus auf diesem Niveau ist.

[00:00:43] Sprecher 2: Die DR Kongo hat heute Nacht etwas ganz Ähnliches hingelegt. Die drehen das Spiel gegen Usbekistan auf 3:1 dank dem Doppelpack von Yoane Wissa. Das erzeugt halt sofort so einen kollektiven Überlebensinstinkt.

[00:00:56] Sprecher 1: Wenn ein Team im allerletzten Moment von der Schippe springt, schweißt das für die K.-o.-Phase ungemein zusammen. Da entwickelt sich eine richtige Eigendynamik.

[00:01:05] Sprecher 2: Auf der anderen Seite sehen wir dann diese eiskalten Ergebnismaschinen. England schlägt Panama völlig unaufgeregt mit 2:0. Harry Kane macht sein elftes WM-Tor und ist jetzt alleiniger englischer Rekordtorschütze. Und Argentinien sichert sich mit dem 3:1 gegen Jordanien einfach seinen 50. WM-Sieg – wobei Lionel Messi da auch sein 19. WM-Tor gemacht hat.

[00:01:29] Sprecher 1: Die Argentinier haben diese historische Marke von 50 Siegen erreicht, was davor nur Brasilien und Deutschland geschafft haben. Das ist schon eine Hausnummer.

[00:01:38] Sprecher 2: Hier kommt diese argentinische Mannschaft aber weniger wie eine spielfreudige Elf daher, sondern eher wie ein Algorithmus. Die schnüren dem Gegner langsam und unerbittlich jeden Passweg ab.

[00:01:49] Sprecher 1: Ich frage mich da schon, ob so ein starres System mit einem älter werdenden Superstar nicht gefährlich ist, wenn sie mal in Rückstand geraten.

[00:01:56] Sprecher 2: Das ist der wunde Punkt bei diesem Ansatz. Sie verlassen sich stark auf ihre Berechenbarkeit. Aber wenn plötzlich Chaos ausbricht, tun sie sich schwer.

[00:02:05] Sprecher 1: Wie unbarmherzig diese Turnierphase jetzt wird, hat heute Nacht Schottland zu spüren bekommen. Das vorzeitige Aus – und der direkte Rücktritt von Trainer Steve Clarke. Sein kurzer Satz „Es war mir eine Ehre“ zeigt so deutlich diese unglaubliche Fallhöhe, die dieser Sport mit sich bringt.

[00:02:21] Sprecher 2: Eben. Und diese Fallhöhe prägt jetzt das gesamte Sechzehntelfinale. Wir bekommen richtig spannende Duelle – also beispielsweise Spanien gegen Österreich oder auch Kroatien gegen Portugal: das große Wiedersehen der alten Kollegen Luka Modrić und Cristiano Ronaldo.

[00:02:37] Sprecher 1: Unser Hauptfokus liegt aber logischerweise auf der deutschen Mannschaft. Morgen Abend, am 29. Juni um 22:30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit, geht es in Boston gegen Paraguay. Wir gehen als Gruppensieger rein, auch wenn dieses 1:2 gegen Ecuador im letzten Spiel noch ein bisschen nachklingt.

[00:02:55] Sprecher 2: Interessant ist da der Umgang der sportlichen Leitung. Rudi Völler gibt sich bemerkenswert entspannt. Er lenkt den Blick bewusst auf die WM 2002 und diesen 1:0-Sieg gegen Paraguay durch Oliver Neuville.

[00:03:07] Sprecher 1: Ich habe den Eindruck, Völler nutzt das ganz gezielt als historischen Puffer. Er nimmt der aktuellen Mannschaft mental den Druck vor diesem ersten K.-o.-Spiel.

[00:03:16] Sprecher 2: Das leuchtet ein. Er verankert das Team geistig in einem vergangenen Erfolg. Das wirkt wie eine mentale Schutzdecke über den Spielern. Es vermittelt das Gefühl, dass solche defensiv unbequemen Gegner machbar sind.

[00:03:29] Sprecher 1: Wenn die DFB-Elf diese Hürde morgen nimmt, steht der weitere Fahrplan fest: Am 4. Juli wartet dann das Achtelfinale in Philadelphia. Vielen Dank, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Wir bleiben an den Entwicklungen in den USA für dich dran.

[00:03:43] Sprecher 2: Ein Gedanke bleibt zum Schluss noch hängen, wenn wir auf die 19 WM-Tore von Lionel Messi schauen: Wir erleben hier gerade einen Rekord für die Ewigkeit, an den künftige Stürmergenerationen kaum noch heranreichen werden. Weil der Fußball der Zukunft vermutlich so stark auf das Kollektiv ausgerichtet sein wird, dass Einzelspieler solche Quoten schlichtweg nicht mehr erreichen.