WM 2026 Podcast: Neueste Folge „Zehn Tore, ein Weltrekord, ein Abschied“

In der neuesten Folge unseres WM 2026 Podcasts „Der 5. Stern“ arbeiten wir das wohl verrückteste Spiel um Platz 3 der WM-Geschichte auf: England schlägt Frankreich im Hard Rock Stadium mit 6:4 und holt Bronze, das beste WM-Ergebnis der Three Lions seit 1966. Mittendrin steht Kylian Mbappé, der mit seinem 22. WM-Treffer Lionel Messi als alleinigen WM-Rekordtorschützen ablöst. Alle Szenen zum Nachlesen gibt es hier: Frankreich gegen England 4:6, der komplette Nachbericht.

Podcast Der 5. Stern zur WM 2026: Englands 6:4 gegen Frankreich im Spiel um Platz 3 und Kylian Mbappés 22. WM-Tor als neuer Rekordtorschütze
Die neue Folge unseres WM 2026 Podcasts: England schlägt Frankreich 6:4 im Spiel um Platz 3, Kylian Mbappé löst Lionel Messi als WM-Rekordtorschütze ab.


Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
1 0
Argentinien

Tuchels Wagnis und ein 4:0 zur Pause

Normalerweise fühlt sich ein Spiel um Platz 3 an wie ein lästiger Pflichttermin, ein besseres Auslaufen für die Halbfinal-Verlierer. Dieses hier entwickelte sich vom Anpfiff weg zu einem offenen Schlagabtausch. Declan Rice traf schon nach drei Minuten mit gemessenen 121 km/h, legte kurz darauf nach einer Ecke das 2:0 von Ezri Konsa auf, und Bukayo Saka steuerte vor der Pause zwei weitere Treffer bei. Der Schlüssel dazu war eine mutige Entscheidung von Thomas Tuchel: Harry Kane und Jude Bellingham saßen zunächst auf der Bank. Tuchel hatte erkannt, dass Frankreich sein Mittelfeld sehr engmaschig organisiert, und brauchte deshalb Breite. Mit echten Flügelspielern von Beginn an zog er die französischen Außenverteidiger aus ihren Positionen und riss riesige Lücken in den Halbräumen auf. Frankreichs Defensive wirkte orientierungslos, weil die gesamte Grundordnung ausgehebelt war.

Mbappés Rekord, Sakas Wiedergutmachung und Deschamps‘ bitteres Ende

Didier Deschamps reagierte zur Pause mit vier Wechseln auf einen Schlag, verdichtete das Zentrum und zog die Ketten enger zusammen. Plötzlich trat Frankreich wieder dominant auf: Bradley Barcola traf, dann schlug Kylian Mbappé binnen kürzester Zeit doppelt zu und verkürzte innerhalb von 20 Minuten auf 3:4. Sein Treffer in der 66. Minute war weit mehr als der Anschluss, es war sein 22. WM-Tor und damit die Ablösung von Lionel Messi als alleinigem WM-Rekordtorschützen. Zehn Turniertore stehen für ihn zu Buche. England fand die Erlösung per Elfmeter, Saka verwandelte zum 5:3 und machte damit seinen ersten Karriere-Dreierpack perfekt, eine filmreife Wiedergutmachung für den verschossenen Strafstoß im Finale vor fünf Jahren. Turbulent blieb es bis zuletzt: Ousmane Dembélé traf in der Nachspielzeit zum 4:5, ehe der eingewechselte Bellingham in der 98. Minute den Schlusspunkt zum 6:4 setzte. Für Deschamps endet damit nach 14 Jahren und 185 Spielen eine Ära, überschattet von den taktischen Versäumnissen der ersten Halbzeit. Und Messi geht ins Finale gegen Spanien im Wissen, dass ihm der ewige Torrekord entrissen wurde.

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Das sind die Themen der Folge im Überblick:

  • Warum aus dem vermeintlichen Pflichttermin ein offener Schlagabtausch zweier Schwergewichte wurde
  • Englands historischer Blitzstart: Declan Rice trifft nach 3 Minuten mit 121 km/h
  • Ezri Konsa nach einer Ecke, dann Bukayo Saka doppelt: 4:0 zur Pause
  • Thomas Tuchels Wagnis, Harry Kane und Jude Bellingham zunächst auf die Bank zu setzen
  • Die taktische Erklärung: echte Flügelspieler ziehen das Spiel in die Breite und reißen die Halbräume auf
  • Didier Deschamps reagiert mit vier Wechseln auf einen Schlag und verdichtet das Zentrum
  • Die Aufholjagd: Bradley Barcola trifft, Kylian Mbappé schlägt binnen kürzester Zeit doppelt zu
  • Mbappés 22. WM-Tor in der 66. Minute macht ihn zum alleinigen WM-Rekordtorschützen vor Lionel Messi
  • Zehn Turniertore für Mbappé, eine außergewöhnliche Konstanz auf der größten Bühne
  • Sakas Elfmeter zum 5:3 und die filmreife Wiedergutmachung für den verschossenen Strafstoß vor fünf Jahren
  • Ousmane Dembélé trifft zum 4:5, ehe Bellingham in der 98. Minute den Schlusspunkt setzt
  • England holt Bronze, das beste WM-Ergebnis seit 1966
  • Deschamps‘ bitteres Ende nach 14 Jahren und 185 Spielen als Nationaltrainer
  • Der Ausblick auf das Finale: Messi kann sich die ewige Torkrone zurückholen

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Transkript

[00:00:00] Sprecher 1: Hallo und herzlich willkommen zur neuesten Folge von „Der 5. Stern“, täglich Nationalelf- und WM-2026-News. Wir haben heute den 19. Juli, es ist Punkt 12 Uhr mittags und heute Abend steigt natürlich das große Finale. Aber bevor wir auf das Finale schauen, müssen wir dieses völlig verrückte Spiel um Platz 3 aufarbeiten. England schlägt Frankreich mit 6:4. Ein echtes Spektakel im Hard Rock Stadium.

[00:00:27] Sprecher 2: Normalerweise fühlt sich so ein Spiel um Platz 3 ja oft an wie ein lästiger Pflichttermin. Eben so eine Art besseres Auslaufen für die Verlierer der Halbfinals. Aber das hier entwickelte sich vom Anpfiff weg zu einem offenen Schlagabtausch zweier Schwergewichte, völlig ohne jede Deckung. Also ich habe in so einer Konstellation selten so eine Dynamik gesehen. Anstatt die Zeit routiniert runterzuspielen, haben wir ein strategisches Katz- und Mausspiel erlebt. Alle taktischen Fesseln wurden gelöst.

[00:00:54] Sprecher 1: Lass uns da direkt in diese furiose erste Halbzeit der Engländer springen. Ein 4:0 zur Pause? Dieser Blitzstart war historisch. Declan Rice trifft nach gerade mal 3 Minuten, und zwar mit gemessenen 121 km/h. Ein unglaublicher Strahl.

[00:01:11] Sprecher 2: Ja, und kurz danach legt er nach einer Ecke direkt das 2:0 von Ezri Konsa vor. Die Engländer haben die Franzosen förmlich überrannt. Und Bukayo Saka steuert dann vor dem Pausenpfiff gleich noch 2 Treffer bei.

[00:01:23] Sprecher 1: Da muss ich kritisch einhaken. Thomas Tuchel hat ja seine absoluten Top-Torjäger, also Harry Kane und Jude Bellingham, zunächst auf die Bank gesetzt. Ein mutiger Schritt für so ein Prestigeduell. Wirkte das auf dich nicht enorm riskant? Oder hat er Didier Deschamps damit einfach auf dem völlig falschen Fuß erwischt?

[00:01:42] Sprecher 2: Ich sage mal, dieses Risiko war der taktische Schlüssel zum Spiel. Tuchel hat im Vorfeld erkannt, dass die Franzosen ihr Mittelfeld sehr engmaschig organisieren. Er brauchte also die Breite auf dem Platz.

[00:01:53] Sprecher 1: Exakt. Indem er echte Flügelspieler wie Saka von Beginn an gebracht hat, zog er das Spiel maximal in die Breite. Die französischen Außenverteidiger wurden gezwungen, ihre Positionen zu verlassen. Und das riss dann sofort riesige Lücken in den sogenannten Halbräumen auf.

[00:02:09] Sprecher 2: Die Frankreich nicht schließen konnte, ja? Die Defensive wirkte orientierungslos, weil Tuchels Flügelzange ihre gesamte Grundordnung ausgehebelt hat.

[00:02:17] Sprecher 1: Dann kommt die Halbzeit. Ein 0:4-Rückstand für die stolze Équipe Tricolore. Deschamps reagiert prompt mit vier Wechseln auf einen Schlag. Das sendet natürlich ein unmissverständliches Signal an die Mannschaft.

[00:02:30] Sprecher 2: Er hat das Zentrum massiv verdichtet, die Ketten enger zusammengezogen. Und plötzlich trat Frankreich wieder dominant auf. Bradley Barcola trifft, und dann schlägt Kylian Mbappé binnen kürzester Zeit doppelt zu. Innerhalb von 20 Minuten schmolz der englische Vorsprung auf ein 3:4.

[00:02:47] Sprecher 1: Das bringt uns zum historischen Kontext. Mbappés Tor in der 66. Minute war ja nicht nur der Anschlusstreffer. Das war sein 22. WM-Tor insgesamt. Damit löst er Lionel Messi als alleinigen WM-Rekordtorschützen ab. 10 Treffer führt er bei diesem Turnier an. Eine unglaubliche Konstanz auf der größten Bühne.

[00:03:08] Sprecher 2: Vor allem der Zeitpunkt unterstreicht seine Klasse. Er liefert exakt in der Phase ab, in der das englische System bedrohlich ins Wanken gerät.

[00:03:16] Sprecher 1: Aus dem scheinbaren englischen Spaziergang wurde dann ein nervenaufreibender Krimi bis zur letzten Sekunde. England brauchte dringend Erlösung. Und die kam durch den Elfmeter für die Engländer. Saka verwandelt zum 5:3.

[00:03:30] Sprecher 2: Wenn wir uns an seinen verschossenen Elfmeter im Finale vor fünf Jahren erinnern: Das war für ihn eine filmreife Wiedergutmachung. Damit macht er seinen ersten Karriere-Dreierpack perfekt. Ein entscheidender Moment für ihn persönlich, aber auch für die Statik des Spiels.

[00:03:45] Sprecher 1: Wobei es das ja immer noch nicht war, die Nachspielzeit war völlig turbulent. Ousmane Dembélé trifft zum 4:5. Da hielten alle nochmal den Atem an. Erst in der 98. Minute setzt der eingewechselte Bellingham den Schlusspunkt zum 6:4. England holt sich Bronze, das beste WM-Ergebnis seit 1966.

[00:04:07] Sprecher 2: Für Deschamps endet die Ära nach 14 Jahren und 185 Spielen hingegen enorm bitter. Ein Abschied, der stark von diesen taktischen Versäumnissen der ersten Halbzeit überschattet wird. Seine Anpassungen später griffen zwar, aber die Hypothek war einfach zu groß.

[00:04:22] Sprecher 1: Ein Spiel, das in die Geschichte eingehen wird. Ein letzter Gedanke für dich an den Lautsprechern, bevor wir dieses Turnier heute Abend abschließen. Lionel Messi geht in wenigen Stunden ins Finale, im vollen Wissen, dass Mbappé ihm den ewigen Torrekord entrissen hat. Er bräuchte nun einen Dreierpack gegen Spanien, um diese Krone zurückzuerobern.

[00:04:42] Sprecher 2: Wir bedanken uns bei dir fürs Zuhören und verabschieden uns. Bis zum nächsten Mal.