Für Lothar Matthäus bleibt die deutsche Nationalmannschaft bei der WM weiter im Rennen um den Titel. Der Rekordnationalspieler macht den möglichen Erfolg aber an klaren Bedingungen fest. Vor allem Joshua Kimmich soll aus Matthäus‘ Sicht ins Mittelfeld rücken.

Kimmich als Sechser statt auf rechts
In seiner Sky-Kolumne bekräftigte Matthäus seine Haltung zum Bayern-Profi. „Ich sehe Joshua Kimmich nicht als Rechtsverteidiger. Er ist auf internationalem Niveau zu langsam auf dieser Position im Eins-gegen-eins gegen schnelle Spieler“, erklärte der Weltmeister von 1990. Für Matthäus passt Kimmich vielmehr als ordnende Figur im Zentrum, wo die DFB-Auswahl nach seiner Einschätzung derzeit eine Schlüsselfigur vermissen lässt.
Im Mittelfeld fehle „die ordnende Hand“, sagte der frühere Kapitän der Nationalelf. Gerade die vielen jungen Spieler und jene, die ihrer Form hinterherlaufen, bräuchten dort „Hilfe und Unterstützung“. Gemeint sind vor allem Florian Wirtz, Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic. „Florian Wirtz ist jung, Jamal Musiala ist jung, Pavlovic ist jung. Was können sie Fußball spielen und zaubern! Aber sie brauchen Führung!“, so Matthäus.
Mit Führung und Einsatz in die K.o.-Phase
Mit dieser Stabilität sieht Matthäus Deutschland auch im Sechzehntelfinale gut aufgestellt, wo voraussichtlich Paraguay wartet. Die Südamerikaner ordnete er als ähnlich aggressiv und körperbetont ein wie Ecuador, stellte ihnen aber weniger Qualität aus. Nach dem 1:2 im Gruppenfinale zeigte er sich dennoch zuversichtlich: „Ich glaube, dass wir die nächste Runde auf jeden Fall überstehen werden.“
Damit das gelingt, verlangt Matthäus neben der richtigen taktischen Ausrichtung vor allem maximalen Einsatz. Gleichzeitig warnt er davor, schon zu weit zu denken. Die DFB-Elf dürfe „bloß nicht den Fehler machen, jetzt schon an ein mögliches Achtelfinale zu denken“, in dem womöglich Frankreich oder Norwegen warten könnten.