DFB-Sport-Geschäftsführer Andreas Rettig zeigte sich nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste begeistert von der WM-Atmosphäre in Kanada. Bei MagentaTV sprach er über Toronto und die Arbeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Rettig: „Ich bin geflasht von der Mentalität der Kanadier“
„Ich bin geflasht von der Mentalität der Kanadier“, schwärmte Rettig über die Eindrücke in Toronto. „Wir sind herzlich empfangen worden. Das war alles zugewandt, freundlich, hilfsbereit. Es war fast wie in Köln, was die Ansprache angeht.“
Großes Lob gab es für den Bundestrainer: „Bisher ist er im Turnier noch ungeschlagen. Von daher gibt es da wenig zu meckern. Julian macht es auf und neben dem Platz großartig.“ Besonders hervor hob Rettig Nagelsmanns Gespür für den Teamgeist: „Eine Gruppe zusammenzuhalten, allen das Gefühl zu vermitteln: Ihr seid Mitglied dieser Gemeinschaft.“ Und er verriet eine Anekdote: „Julian ist auch schon ins Portemonnaie gegangen, was den Mannschaftsabend angeht. Den gab es in Chicago. Ich glaube, er war etwas erschrocken, als die Rechnung kam – wobei er das bei seinem Gehalt gerade noch verschmerzen kann.“
Das Interview im Transkript
Hier das MagentaTV-Gespräch als Transkript. Die automatische Verschriftlichung wurde sprachlich geglättet und um korrekte Namen ergänzt; unverständliche Passagen wurden gekürzt. Quelle: MagentaTV.
Moderation: Bei uns ist DFB-Geschäftsführer Sport Andreas Rettig. Welche Eindrücke konnten Sie bisher gewinnen, und wie kann der DFB davon profitieren?
Andreas Rettig: Ich bin geflasht von der Mentalität der Kanadier. Wir sind herzlich empfangen worden, alles war zugewandt, freundlich, hilfsbereit, fast wie in Köln. Ich vermisse nur den Dom, aber eine römisch-katholische Kathedrale habe ich schon gesehen, von daher fühle ich mich zu Hause. Bisher gibt es wenig Grund zu meckern, von der Organisation angefangen. Ich bin immer noch angetan von der Polizeieskorte, die wir überall hatten, das ist aller Ehren wert. Es ist ein wirklich sehr gut organisiertes Turnier. Ich bin so wehmütig wie noch nie, weil ich jetzt viel mehr verstehe, was es bedeutet, bei so einer WM dabei sein zu dürfen. Das darf man nicht für selbstverständlich nehmen.
Moderation: Für Julian Nagelsmann ist es auch das erste WM-Turnier. Wie bewerten Sie seine Arbeit bisher?
Andreas Rettig: Bisher ist er im Turnier ungeschlagen, von daher gibt es wenig zu meckern. Julian macht es auf und neben dem Platz großartig. Es ist wichtig, eine Gruppe zusammenzuhalten und allen das Gefühl zu vermitteln, Mitglied dieser Gemeinschaft zu sein. Julian ist auch schon ins Portemonnaie gegangen, das darf ich verraten: Beim Mannschaftsabend in Chicago hat er alle Teammitglieder, also auch das Team hinter dem Team, eingeladen. Ich glaube, er war etwas erschrocken, als die Rechnung kam, aber bei seinem Gehalt ist das gerade noch zu verschmerzen, zum Glück war es nicht in New York.
+++ 🔴 Ein Abo statt Senderchaos: 📺 Joyn+ bündelt über 100 TV-Sender im Livestream, in HD, mit deutlich weniger Werbung und Restart-Funktion für jedes Spiel. Neukunden testen kostenlos ➡️ 🔴 +++
Moderation: Sie haben Rudi Völler erwähnt. Wie versuchen Sie, aufs Team einzuwirken?
Andreas Rettig: Das ist weniger meine Aufgabe, dafür haben wir keinen Besseren als Rudi Völler. Rudi ist das Bindeglied, er hat in unterschiedlichen Funktionen alles erlebt, seine fünfte Weltmeisterschaft. Meine Aufgabe ist die grundsätzliche strategische Ausrichtung, alles, was mit dem Sport zu tun hat, von der U15 bis zur A-Mannschaft. Und meine Aufgabe ist, alles fernzuhalten, was Kummer bereiten könnte, damit die Spieler frei aufspielen können und sich nicht mit dem Kram beschäftigen müssen, der sie vom Spielfeld zurückhält.
Moderation: Wie weit ist die deutsche Mannschaft von der Weltspitze entfernt?
Andreas Rettig: Ich kann nur eine Entwicklung beschreiben: Bei der letzten Europameisterschaft standen wir im FIFA-Ranking auf Platz 16, jetzt sind wir auf Platz 9. Da ist eine Entwicklung erkennbar. Ob das am Ende reicht, um mit den zwei, drei Top-Teams mitzuhalten, kann ich ehrlich nicht sagen, ich habe keine Glaskugel. Wir wünschen es uns natürlich. Jetzt klappt es hoffentlich mit dem nächsten Dreier gegen die Elfenbeinküste.