FIFA-Wahl im März: Infantino verliert auch Österreichs Unterstützung

Der Österreichische Fußball-Bund stellt sich gegen eine weitere Amtszeit von Gianni Infantino an der FIFA-Spitze. Damit wächst vor der Wahl im März der europäische Widerstand gegen den Schweizer. Nachdem sich zuletzt bereits mehrere europäische Verbände und Fußballinstitutionen gegen den FIFA-Präsidenten positioniert hatten, verschärft nun auch der ÖFB den Kurs. Einen Überblick über den wachsenden Widerstand gegen Infantino gab es zuletzt ebenso wie Berichte über einen möglichen europäischen Gegenkurs. Auch Ex-UEFA-Präsident Michel Platini hat sich inzwischen deutlich positioniert und Infantinos Rücktritt gefordert. Im Mittelpunkt der Kritik steht unter anderem der gescheiterte WM-Investorendeal der FIFA.

FIFA Präsident Gianni Infantino (Foto Depositphotos.com)
FIFA Präsident Gianni Infantino (Foto Depositphotos.com)

Nach einer Sitzung am Freitag sprach sich der ÖFB-Aufsichtsrat gegen eine Wiederwahl Infantinos aus. Ausschlaggebend seien „die Entwicklungen der letzten Wochen und Monate und die damit deutlich veränderten Rahmenbedingungen“, erklärte der Verband.

ÖFB folgt der gemeinsamen UEFA-Linie

Österreich reiht sich damit in eine wachsende Gruppe europäischer Verbände ein. Auch Frankreich, Italien und England haben dem FIFA-Präsidenten öffentlich ihre Unterstützung entzogen.

Infantino will trotz des gescheiterten Investorendeals zur Weltmeisterschaft und der deutlichen Kritik aus Teilen der Fußballwelt für eine weitere Amtszeit kandidieren. Die Entscheidung über das FIFA-Präsidium fällt im kommenden März.

Strafanzeige und möglicher Gegenkandidat

Die UEFA hatte zuletzt eine Strafanzeige gegen Infantino wegen „krimineller Misswirtschaft“ vorbereitet. In der Mitteilung des ÖFB heißt es dazu: „Die Vorwürfe wurden bislang weder glaubhaft aufgeklärt noch entkräftet“.

Für den Fall einer erneuten Kandidatur des Schweizers dürfte die UEFA mit großer Wahrscheinlichkeit einen Gegenkandidaten aufstellen. ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll bekräftigte die Unterstützung für den europäischen Kurs. Der ÖFB stehe „felsenfest“ hinter der gemeinsamen Linie der UEFA.

„Ein geschlossenes Vorgehen der europäischen Verbände sendet ein starkes Signal der Verantwortung für den Sport und des Zusammenhalts“, erklärte der ÖFB.