FIFA-UEFA-Streit eskaliert: Vorwurf der Schmutzkampagne

Der Konflikt zwischen den beiden mächtigsten Fußball-Institutionen der Welt eskaliert weiter: Die FIFA hat der UEFA in einem juristischen Schriftwechsel vor US-Gerichten eine gezielte „Schmutzkampagne“ unterstellt. Der Weltverband wirft den Europäern zudem eine unzulässige „Ausforschung“ vor und wehrt sich vehement gegen die Herausgabe interner Unterlagen. Im Mittelpunkt steht der inzwischen gescheiterte FIFA-Investorenplan, der bereits zuvor für massiven Streit zwischen FIFA und UEFA gesorgt hatte. Auch die Hintergründe zum WM-Investorendeal und die Boykott-Drohung der UEFA zeigen, wie tief der Machtkampf inzwischen geht.

BUDAPEST, 29. MAI 2026: Außenansicht der Puskas Arena in der ungarischen Hauptstadt, einen Tag vor dem UEFA-Champions-League-Finale 2026. Das ungarische Nationalstadion wird Schauplatz des Endspiels zwischen dem FC Arsenal und Paris Saint-Germain. (Foto: Richard Heathcote / Getty Images)
BUDAPEST, 29. MAI 2026: Außenansicht der Puskas Arena in der ungarischen Hauptstadt, einen Tag vor dem UEFA-Champions-League-Finale 2026. Das ungarische Nationalstadion wird Schauplatz des Endspiels zwischen dem FC Arsenal und Paris Saint-Germain. (Foto: Richard Heathcote / Getty Images)

Die brisanten Details gehen aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Nachrichtenagentur AFP vorliegen. Darin fordert die FIFA das Recht ein, die Anträge der Europäischen Fußball-Union juristisch anzufechten, bevor irgendwelche sensiblen Papiere offengelegt werden. Auslöser des Streits sind Gesuche, die die UEFA in drei US-Bundesstaaten eingereicht hat. Ziel dieser Anträge ist die Einsicht in Unterlagen, die den inzwischen fallengelassenen Plan der FIFA zum Verkauf von WM-Anteilen an externe Investoren betreffen.

Vorwurf der „krimineller Misswirtschaft“ steht im Raum

Hintergrund der Dokumentenanfrage ist eine mögliche strafrechtliche Aufarbeitung. Die europäischen Verbände prüfen nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino, dem sie mutmaßliche „kriminelle Misswirtschaft“ vorwerfen. Um diese Vorwürfe zu untermauern, benötigt die UEFA nach eigener Darstellung Einblick in die internen Abläufe rund um den gescheiterten Investorendeal.

Der Weltverband reagiert auf diesen Vorstoß mit scharfer Kritik und wählt in seiner Stellungnahme deutliche Worte. „Während diese Anträge als juristische Schriftsätze mit Überschriften und Aktenzeichen daherkommen, sind sie kaum mehr als Pressemitteilungen zur weiteren Unterstützung der Schmutzkampagne der UEFA gegen die FIFA und ihre Führung“, heißt es in den Gerichtsunterlagen. Die FIFA-Anwälte argumentieren darüber hinaus mit einem rein formalen Aspekt: Da weder in der Schweiz noch in einem anderen Land aktuell ein Strafverfahren anhängig sei, fehle der UEFA schlicht die rechtliche Grundlage, um Anspruch auf die geforderten Dokumente zu erheben.

Investorenplan sorgte im Sommer für Aufruhr

Der eigentliche Zündstoff der Auseinandersetzung reicht zurück in den Juli. Damals hatte die FIFA ein Konzept vorgestellt, das den Verkauf von WM-Anteilen an Investoren vorsah, ein Vorhaben, das im gesamten Weltfußball für erheblichen Widerstand sorgte. Die UEFA reagierte damals mit einer drastischen Drohung und stellte sogar einen Boykott der Weltmeisterschaft in Aussicht. Unter dem massiven Druck der europäischen Verbände sah sich die FIFA-Spitze schließlich gezwungen, das Projekt rasch wieder zu beerdigen.

Der juristische Schlagabtausch ist damit jedoch keineswegs beendet. Sollten die von der UEFA angeforderten Dokumente tatsächlich offengelegt werden, kündigt der europäische Dachverband bereits jetzt an, in der Schweiz Strafanzeige einzureichen.