DFB Sportdirektor Völler zur WM & der Nationalmannschaft: „Fordere Trennung von Politik & Fußball“

Rudi Völler hat die deutschen Nationalspieler vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada zu Zurückhaltung in politischen Fragen aufgerufen. Der DFB-Sportdirektor will zwar keinen „Maulkorb“ verhängen, plädiert aber klar dafür, Politik und Fußball während des Turniers zu trennen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann (links) und DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei der Pressekonferenz am 27. Mai 2026 in Herzogenaurach. Die DFB-Führung informierte über die Vorbereitungen auf das Freundschaftsspiel gegen Finnland, das letzte Testpartie vor der WM 2026 in den USA. (Copyright AFP/Daniel Karmann)
Bundestrainer Julian Nagelsmann (links) und DFB-Sportdirektor Rudi Völler bei der Pressekonferenz am 27. Mai 2026 in Herzogenaurach. Die DFB-Führung informierte über die Vorbereitungen auf das Freundschaftsspiel gegen Finnland, das letzte Testpartie vor der WM 2026 in den USA. (Copyright AFP/Daniel Karmann)

Völler setzt auf Fokus statt Debatte

Zum Auftakt der Vorbereitung in Herzogenaurach machte Völler deutlich, dass Joshua Kimmich, Manuel Neuer und die übrigen 26 WM-Fahrer sich vorab äußern könnten, während des Turniers aber bitte nicht. „Wir sind da, um eine Weltmeisterschaft zu spielen“, sagte er mit Blick auf die vom 11. Juni bis 19. Juli angesetzte Endrunde. Die Nationalspieler sollten die Menschen begeistern und ihnen die Möglichkeit geben, „auch mal auf andere Gedanken zu kommen“.

Die politischen Probleme der Welt ließen sich ohnehin nicht kurzfristig lösen, betonte Völler. „Es gibt viele Dinge in der Welt, die uns allen nicht gefallen. Ich hätte auch gerne mehr Frieden. Überall. Aber das wird jetzt nicht zu lösen sein bis zum Eröffnungsspiel“, sagte der 64-Jährige. Deshalb wird es im DFB-Trainingslager vor dem Abflug in die USA auch keine spezielle mediale Schulung für die Stars geben.

Lehren aus Russland und Katar

Der Verband will Lehren aus den vergangenen Turnieren ziehen. Schon bei den Endrunden in Russland und vor allem in Katar hatten politische Diskussionen beim DFB für Unruhe gesorgt, das Team scheiterte jeweils in der Vorrunde. Auch deshalb warnte Jürgen Klinsmann davor, die Debatte um das Gastgeberland USA erneut über den sportlichen Kern zu stellen. 2018 und 2022 habe man in Deutschland „alles kaputt geredet. Damit haben wir unsere Mannschaft praktisch bestraft“, sagte der frühere Bundestrainer der Rheinischen Post.

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Ähnlich argumentierte zuletzt auch Oliver Bierhoff. Der frühere Nationalmannschafts-Direktor forderte, man müsse „die Spieler schützen. Sie dürfen sich nicht treiben lassen. Man sollte ihnen sagen: Lasst die Medien meckern und konzentriert euch auf den Sport“, sagte Bierhoff dem Magazin stern.

Deutschland in Gruppe E

Für das DFB-Team beginnt die WM am 14. Juni gegen Curacao. Weitere Gruppenspiele gegen die Elfenbeinküste, die als Côte d’Ivoire geführt wird, am 20. Juni und gegen Ecuador am 25. Juni folgen in der Gruppe E.