DFB ist gegen Infantino FIFA-Wiederwahl!

Der Deutsche Fußball-Bund rückt offenbar weiter vom FIFA-Präsidenten Gianni Infantino ab. Nach Informationen der Bild-Zeitung hat DFB-Präsident Bernd Neuendorf seine Unterschrift unter ein Unterstützerschreiben für Infantinos geplante Wiederwahl verweigert. Der Verband bestätigte auf SID-Anfrage lediglich, dass bislang kein solches Schreiben unterzeichnet wurde.

FIFA-Präsident Gianni Infantino präsentiert am 29. Januar 2026 beim US Conference of Mayors in Washington D.C. den WM-Pokal und wirbt damit für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Getty Images
FIFA-Präsident Gianni Infantino präsentiert am 29. Januar 2026 beim US Conference of Mayors in Washington D.C. den WM-Pokal und wirbt damit für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026, die in den USA, Mexiko und Kanada ausgetragen wird. Getty Images

Die nächste Wahl des FIFA-Bosses ist für den Kongress des Weltverbandes am 18. März 2027 in Rabat in Marokko angesetzt. Dort strebt Infantino eine weitere Amtszeit an, die letztmögliche Wiederwahl bis 2031 gilt angesichts der bereits zugesagten Unterstützung mehrerer Konföderationen als so gut wie sicher. Im DFB soll das weitere Vorgehen nun im Präsidium besprochen werden.

DFB hält sich bei Infantino weiter bedeckt

Wie die Bild berichtete, hatte ein für Europa zuständiger FIFA-Direktor während der WM-Endrunde in Nordamerika bei allen 16 europäischen Teilnehmern für eine Unterschrift geworben. Der DFB hatte seine Haltung zur Wiederwahl Infantinos bislang offen gelassen. Mit der jetzigen Entscheidung bleibt der Verband auf Distanz zu einem FIFA-Chef, der seit längerem polarisiert.

Der DFB erklärte auf SID-Nachfrage: „Der DFB hat kein Unterstützungsschreiben für die Wiederwahl von Gianni Infantino unterzeichnet“, hieß es. Dazu ergänzte der Verband: „Weitere Schritte werden im DFB-Präsidium beraten.“

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Spannungen zwischen FIFA, UEFA und DFB

Die seit Langem bestehenden Spannungen zwischen dem DFB und der UEFA auf der einen sowie der FIFA auf der anderen Seite wurden zuletzt durch den „Fall Folarin Balogun“ erneut offen. Die UEFA kritisierte das Vorgehen der FIFA dabei ungewöhnlich scharf und sprach von der Überschreitung einer „roten Linie“.

Neuendorf sagte dem SID, dass „dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf“. Infantino wiederum betonte, weder er noch US-Präsident Donald Trump hätten Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen. Auch das Gremium selbst stellte seine Unabhängigkeit heraus und bekräftigte, dass es frei von äußeren Eingriffen gehandelt habe.

Der US-Stürmer Folarin Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina, das mit 2:0 endete, im Achtelfinale gegen Belgien antreten, das die USA mit 1:4 verloren. Vor der Aussetzung der Sperre hatte Trump bei Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falls gebeten.

Neue Kritik an Infantinos Nähe zu Trump

Auch abseits dieser Affäre gerät Infantino zunehmend unter Druck. Die Menschenrechtsorganisation FairSquare reichte beim Internationalen Olympischen Komitee eine zehnseitige Beschwerde gegen den FIFA-Präsidenten ein. Anlass sind mehrere Verstöße gegen die Vorgaben zur politischen Neutralität.

Im Zentrum der Vorwürfe steht dabei vor allem Infantinos Nähe zu Trump. Gerade diese Verbindung sorgt seit geraumer Zeit für Kritik und verstärkt den Eindruck, dass der FIFA-Boss auch außerhalb des Sports immer stärker in politische Debatten gezogen wird.