Deutschlandspiel im Sechzehntelfinale – Paraguay wartet am Montag!

Julian Nagelsmann muss vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay vor allem an einem altbekannten Defizit arbeiten. Dem DFB-Team fehlt es weiter an körperlicher Robustheit, und genau das könnte am Montag in Foxborough zum Knackpunkt werden. Nach dem ernüchternden 1:2 gegen Ecuador bleibt dem Bundestrainer kaum Zeit, die Probleme in den Griff zu bekommen.

EAST RUTHERFORD, NEW JERSEY - 25. Juni: Bundestrainer Julian Nagelsmann blickt vor dem FIFA-Weltmeisterschafts-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Ecuador und Deutschland im New York New Jersey Stadium am 25. Juni 2026 in East Rutherford, New Jersey, auf das Spielfeld. (Foto: Justin Setterfield/Getty Images)
EAST RUTHERFORD, NEW JERSEY – 25. Juni: Bundestrainer Julian Nagelsmann blickt vor dem FIFA-Weltmeisterschafts-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Ecuador und Deutschland im New York New Jersey Stadium am 25. Juni 2026 in East Rutherford, New Jersey, auf das Spielfeld. (Foto: Justin Setterfield/Getty Images)
Weltmeisterschaften
29.6.2026
- 22:30
Deutschland
- -
Paraguay

Immerhin eine Sorge fiel am Freitagabend bereits weg. Anders als zunächst befürchtet hatte Nagelsmann schon zu diesem Zeitpunkt Gewissheit über den Gegner. Die DFB-Auswahl trifft am Montag um 22.30 Uhr MESZ im ZDF und bei MagentaTV in Foxborough auf Paraguay. Damit erspart sich der 38-Jährige eine mögliche Nachtschicht vor dem Abschlusstraining und dem Flug nach Boston am Sonntag.

Robustheit als offene Baustelle

Wesentlich größer ist allerdings die Aufgabe auf dem Platz. Gegen Paraguay wird der viermalige Weltmeister erneut auf einen Gegner treffen, der im Zweikampf stabil auftritt und defensiv sehr kompakt steht. Die Südamerikaner, Sechster der Qualifikation, gelten als unangenehme, robuste Einheit. Zwar ging ihr erstes WM-Spiel gegen Gastgeber USA nach schwacher Vorstellung klar mit 1:4 verloren, danach blieb der Tabellendritte der Gruppe D aber gegen die Türkei beim 1:0 und gegen Australien beim 0:0 ohne Gegentor.

Nagelsmann kennt die Schwachstelle seines Teams genau. „Körperlichkeit ist schwer zu trainieren. Bis Montag werden wir uns nichts auftrainieren können im Oberkörperbereich“, stellte der Bundestrainer nach dem 1:2 gegen Ecuador fest. Deshalb sucht er mit seinem Stab und den Analysten nach anderen Lösungen. „Wir müssen“, fordert der jüngste Coach des Turniers, „den Ball früher spielen, um dem Zweikampf aus dem Weg zu gehen“. Als weitere Möglichkeit nannte er, dass die Mannschaft „im Kollektiv mehr Überzahlsituationen“ herstellt. Gegen die Elfenbeinküste gelang das beim 2:1 nur ansatzweise, gegen Ecuador fast gar nicht.

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Warnungen aus dem Expertenkreis

Auch aus dem Umfeld der Nationalmannschaft kamen deutliche Mahnungen. Mats Hummels erwartete bei MagentaTV eine ähnliche Herangehensweise der Paraguayer wie zuvor von Ecuador. „Intensität“ und das „Mittelfeld eng machen“ seien Mittel, mit denen Paraguay Deutschland das Leben schwer machen werde. Zudem würden sie „versuchen, Ballverluste zu provozieren, die einem die deutsche Mannschaft eben auch ganz gerne gibt“, sagte der Weltmeister von 2014. Die DFB-Elf sei außerdem „ein bisschen zaghaft“.

Jürgen Klopp forderte ebenfalls mehr Widerstandskraft, vor allem von Florian Wirtz und Jamal Musiala. „Wir müssen jetzt die Pace aufnehmen. Wir müssen mindestens mit der gleichen Intensität zu Werke gehen. Wir wurden in den Zweikämpfen aufgefressen“, kritisierte der MagentaTV-Experte nach dem Stimmungsdämpfer gegen Ecuador.

Auch Toni Kroos fand klare Worte. „Wir sind eben keine physische Mannschaft“, sagte der Ex-Nationalspieler. Das Thema dürfte bei der Einheit am Samstag im Spry Soccer Stadion in Winston-Salem ganz oben auf Nagelsmanns Agenda gestanden haben.

Nicht nur Kraft, auch Positionierung

Doch die reine Physis ist nicht das einzige Thema. Hummels machte zudem deutlich, dass die Mannschaft auch taktisch besser arbeiten muss. „Wenn du tief verteidigst, muss dein Mittelfeld ultra-aktiv angreifen. Du musst sie stressen. Das fehlt mir bei der Mannschaft. Das ist eine Frage der Eingespieltheit, aber auch des Wollens, eine Charakterfrage“, sagte der frühere Abwehrchef, der 2014 in Rio de Janeiro zusammen mit Thomas Müller den WM-Thron bestiegen hatte.

Müller selbst sprach sogar von „Naivität“ in der DFB-Auswahl. Der Weltmeister Argentinien sei „auf einem abgezockteren Level“ unterwegs. Auch das ist ein weiterer Baustein in dem Paket an Problemen, das Nagelsmann vor dem Duell mit Paraguay lösen muss.