Am heutigen Dienstag, 8. September beginnt die neue Champions-League-Saison, und der Kreis der Titelanwärter ist begrenzt. Paris Saint-Germain, der FC Bayern, der FC Barcelona, Real Madrid und der FC Arsenal gelten als die fünf Klubs, die am 5. Juni 2027 im Madrider Estadio Metropolitano um den Henkelpott spielen könnten. Aus deutscher Sicht ist vor allem eine Frage spannend: Reicht es für die Münchner nach sechs titellosen Jahren in der Königsklasse wieder?

Hat der FC Bayern eine Chance auf den Henkelpott?
| # | Klub | Trainer | Letzter CL-Titel | Warum der Klub zu den Favoriten zählt |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Paris Saint-Germain | Luis Enrique | 2026 | Titelverteidiger, zwei Siege in Folge, 45 Tore in der vergangenen Saison |
| 2 | FC Bayern München | Vincent Kompany | 2020 | 43 Tore in der Vorsaison, 103,5 Mio. Euro für drei Neuzugänge, Halbfinale 2026 |
| 3 | FC Barcelona | Hansi Flick | 2015 | zweimal in Folge spanischer Meister, acht Weltmeister im Kader, dazu Rodri |
| 4 | Real Madrid | José Mourinho | 2024 | Rekordsieger mit 15 Titeln, ein halbes Dutzend Neuzugänge, neuer Trainer |
| 5 | FC Arsenal | Mikel Arteta | noch nie | Finalist 2026, erstmals seit 22 Jahren englischer Meister, sehr kompakt |
Die kurze Antwort lautet ja, aber der Weg führt mit hoher Wahrscheinlichkeit über Paris. Wie eng das werden kann, hat das Halbfinale der vergangenen Saison gezeigt: Neun Tore fielen Ende April im Prinzenparkstadion, PSG gewann das Hinspiel mit 5:4, das Rückspiel endete 1:1. Ein Spiel für die Geschichtsbücher, mit Tempo, Toren, Drama und Emotion. Am Ende fehlte den Münchnern ein einziger Treffer.

Sechs Jahre ist es her, dass der FC Bayern München die Champions League gewann, damals 2020 in der Corona-Saison unter Hansi Flick (61), der heute den FC Barcelona trainiert. Aus jener Mannschaft stehen noch Manuel Neuer (40), Joshua Kimmich (31), Alphonso Davies (25), Serge Gnabry (31) und Jamal Musiala (23) im Kader. Alle anderen Münchner haben den Pokal noch nie gewonnen, auch die Superstars Harry Kane (33), Michael Olise (24) und Luis Díaz (29) nicht.
Vincent Kompany geht das Thema mit Selbstbewusstsein an: „Bald sind wir wieder in der Champions League, und dann werden wir alles versuchen, um in dieses Finale zu kommen und das hoffentlich zu gewinnen. Ohne dass es irgendwelche Garantien gibt, dass man diesen Pokal gewinnt. Aber die Überzeugung ist da.“ Der Belgier verweist auf den Sommer: „Wir haben uns mit einigen der Transfers, die wir in diesem Sommer getätigt haben, auch noch ein wenig verbessert. Und hoffentlich gibt uns das die Chance, unsere Ziele zu erreichen.“ Gemeint sind Ismael Saibari (25), Nathaniel Brown (23) und Bara Sapoko Ndiaye (18), für die zusammen 103,5 Mio. Euro flossen. Der Fahrplan in der Ligaphase: Auftakt zu Hause gegen Bodö/Glimt, danach warten unter anderem der FC Arsenal, Atlético Madrid und Manchester United. Alle Paarungen stehen in unserer Übersicht zu den Gegner der deutschen Teams und im Spielplan zum Auftakt.
Die vier anderen Favoriten: PSG, Barça, Real und Arsenal
Paris Saint-Germain jagt den Titel-Hattrick
PSG ist im europäischen Fußball aktuell das Maß aller Dinge. Seit seinem Amtsantritt 2023 hat Luis Enrique (56) aus dem Klub eine Supermacht geformt, die Titelverteidigung in Budapest war der Beleg. PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi (52) über seinen Trainer: „Luis hat den Fußball revolutioniert, nicht nur bei Paris, sondern im gesamten Fußball. Er ist wirklich der beste Trainer der Welt.“ Ein dritter Triumph in Serie würde Paris in eine sehr kleine Gruppe befördern: Nur Ajax Amsterdam (1971 bis 1973), die Bayern (1974 bis 1976) und Real Madrid (2016 bis 2018) haben das geschafft. Rekordsieger Real gewann zwischen 1956 und 1960 sogar fünfmal am Stück.
Der FC Barcelona holt Rodri
Der spektakulärste Transfer des Sommers landete in Katalonien: Rodri (30), bester Spieler der WM, kam von Manchester City und unterschrieb für vier Jahre. Brisant daran ist, dass sich der Mittelfeld-Stratege zuvor bereits mit Real Madrid einig war, dann aber seinen spanischen Nationalmannschaftskollegen nach Barcelona folgte. Mit ihm stehen nun acht Weltmeister im Kader, darunter die Teenager Pau Cubarsí (19) und Lamine Yamal (19). Zweimal in Folge wurde Barcelona unter Flick spanischer Meister, der letzte Champions-League-Titel liegt dagegen elf Jahre zurück. Karl-Heinz Rummenigge (70) traut seinem früheren Angestellten den großen Wurf zu: „Zweimal Meister vor Real Madrid zu werden und die Mannschaft dabei sehr verjüngt zu haben, ist eine große Leistung. Ich sage voraus: Hansi Flick wird mit dem Team auch die Champions League gewinnen, wenn er lange genug da ist.“
Real Madrid setzt auf Mourinho

Real schlug im Juni einen anderen Weg ein und verpflichtete José Mourinho (63), der die Madrilenen schon von 2010 bis 2013 trainierte. Sein defensiver Ansatz und sein autoritärer Führungsstil gelten vielen als nicht mehr zeitgemäß, in den vergangenen acht Jahren gewann er nur einen einzigen Titel, die Conference League 2022 mit der AS Rom. In der Saison 2025/26 verpasste er mit Benfica Lissabon sogar die Qualifikation für die Königsklasse. Trotzdem holte ihn Real-Boss Florentino Pérez (79) zurück, damit „The Special One“ die Truppe um Kylian Mbappé (27), Jude Bellingham (23) und Vinícius Júnior (26) zum 16. Titel führt. Ex-Real-Boss Jorge Valdano (70) ist skeptisch: „Ich weiß nicht, welche Überlegungen hinter seiner Rückkehr stehen, das weiß nur der Verein.“ Rodri bekamen die Madrilenen zwar nicht, dafür aber ein halbes Dutzend anderer Topstars, darunter WM-Held Marc Cucurella (28) vom FC Chelsea für 55 Mio. Euro und Bundesliga-Shootingstar Yan Diomande (19) von RB Leipzig für 125 Mio. Euro.
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Arsenal will das Finale von Budapest korrigieren
Unterschätzen sollte man den Vorjahresfinalisten nicht. Die Londoner wurden im Mai erstmals seit 22 Jahren wieder englischer Meister, spielen unter Mikel Arteta (44) kontrollierten Offensivfußball und sind dank ihrer Kompaktheit schwer zu schlagen, wie das Endspiel gegen PSG gezeigt hat. Einem Team um Nationalspieler Kai Havertz (27) und England-Star Declan Rice (27) ist ein erneuter Finaleinzug zuzutrauen. Die Ligarivalen Manchester City und FC Liverpool zählen dagegen anders als in den Vorjahren nicht zum engen Favoritenkreis, beide stecken in einem Umbruch.

Was alle fünf eint: Sie setzen auf offensiven Vollgasfußball. Catenaccio kommt aus der Mode, das zeigte schon die WM im Sommer, bei der viele Außenseiter mutig nach vorne spielten. 2,96 Treffer fielen im Schnitt pro Partie, der höchste Wert seit der WM 1970 in Mexiko (2,97). Mit Spanien wurde zudem die spielstärkste Mannschaft Weltmeister: 64 Prozent Ballbesitz im Schnitt, 14 eigene Tore und nur ein Gegentor in acht Spielen. Auch in der Champions League geht es immer offensiver zu, in der vergangenen Saison fielen 3,47 Tore pro Spiel. Allein PSG traf 45 Mal, die Bayern kamen auf 43.
BVB, VfB Stuttgart und RB Leipzig: Was ist für die anderen deutschen Klubs drin?
Für die drei übrigen Bundesligisten geht es in erster Linie um die Top 24. Die Plätze eins bis acht der Ligaphase ziehen direkt ins Achtelfinale ein, die Ränge neun bis 24 spielen im Februar Play-offs, ab Platz 25 ist die Saison beendet. Alle drei gehen als Außenseiter in den Wettbewerb, genau wie Italiens Quartett um Scudetto-Sieger Inter Mailand.
Borussia Dortmund erwischt den früheren Auftakt und empfängt am 8. September den FC Villarreal. Danach geht es zu Bodö/Glimt und Sabah FA, es folgen Heimspiele gegen Real Betis, Inter Mailand und AEK Athen sowie Auswärtsaufgaben beim FC Arsenal und bei Aston Villa. Ein machbares Programm mit zwei echten Prüfsteinen.
Der VfB Stuttgart startet am 9. September zu Hause gegen Viking Stavanger und bekommt es danach mit Slovan Bratislava, Atlético Madrid, Galatasaray Istanbul, Inter Mailand, Lille, dem FC Brügge und der PSV Eindhoven zu tun. Für den Champions-League-Neuling der Saison ist damit ein Platz in den Play-offs das realistische Ziel.
RB Leipzig hat es am schwersten erwischt. Auf den Auftakt in Como folgen Partien gegen die PSV, bei Real Madrid, gegen Manchester City, gegen Lens, bei Manchester United, gegen Schachtar Donezk und zum Abschluss bei Feyenoord. Drei europäische Schwergewichte in acht Spielen, das ist die anspruchsvollste Serie der vier deutschen Teams. Alle Termine und Ergebnisse verfolgen wir laufend im Champions League 2026/2027, die Regeln erklären wir in den Fragen und Antworten zur neuen Saison.
Häufige Fragen zur Champions League 2026/27
Wann beginnt die Champions League 2026/27?
Die Ligaphase startet am 8. September 2026 und endet am 27. Januar 2027, wenn alle 18 Partien des achten Spieltags parallel angepfiffen werden. Danach folgen Play-offs, Achtelfinale, Viertelfinale und Halbfinale.
Wer ist Titelverteidiger?
Paris Saint-Germain. Die Franzosen gewannen das Finale am 30. Mai 2026 in Budapest mit 5:4 nach Elfmeterschießen gegen den FC Arsenal und holten damit den zweiten Titel in Folge.
Wann und wo findet das Finale 2027 statt?
Am 5. Juni 2027 im Estadio Metropolitano in Madrid. Dort wurde bereits das Endspiel 2019 ausgetragen.
Welche deutschen Klubs sind dabei?
Vier: der FC Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und der VfB Stuttgart. Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt haben sich nicht qualifiziert.
Wer hat die meisten Champions-League-Titel?
Real Madrid mit 15 Siegen. Zwischen 1956 und 1960 gewannen die Madrilenen sogar fünfmal hintereinander, ein bis heute unerreichter Rekord.
Wer überträgt die Spiele im Fernsehen?
DAZN zeigt den Großteil der Partien, Prime Video hat bis einschließlich Halbfinale jeweils ein Topspiel am Dienstag. Das Finale läuft zusätzlich live im ZDF. Welcher Anbieter welche Runde zeigt und was die Abos kosten, steht in unserem TV- und Abo-Vergleich zur Champions League 2026/27. Alle Sender und Termine sammeln wir in der Rubrik Champions League TV und Ergebnisse.
Quelle: SPORT BILD Sonderheft 2026, Text von Arsenij Zakharov. Spielplandaten: UEFA.