BVB-Sieg teuer erkauft: Sorge um Konstantelias

Borussia Dortmund ist mit einem furiosen 2:0 gegen den Hamburger SV in die neue Bundesliga-Saison gestartet, doch die Freude über den Auftaktsieg wich schnell der Sorge. Neuzugang Giannis Konstantelias zog sich im Westfalenstadion eine schwere Knieverletzung zu, die ihn wohl monatelang außer Gefecht setzt. Der BVB feierte einen rauschhaften Fußballabend, der abrupt in bange Stunden umschlug.

Giannis Konstantelias von Borussia Dortmund reagiert während des Bundesliga-Spiels gegen den Hamburger SV im Signal Iduna Park.
DORTMUND, DEUTSCHLAND – 29. August 2026: Giannis Konstantelias von Borussia Dortmund reagiert während des Bundesliga-Spiels gegen den Hamburger SV im Signal Iduna Park. (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)
Bundesliga
29.8.2026
- 18:30
Borussia Dortmund
2 0
Hamburger SV

 

Es war ein Bild, das noch lange nachwirken dürfte: Giannis Konstantelias verließ das Dortmunder Stadion sichtlich niedergeschlagen, das linke Knie dick mit einer schwarz-gelben Bandage umwickelt, in einem abgedunkelten Van. Die Angst vor der schlimmstmöglichen Diagnose stand ihm ins Gesicht geschrieben. Mitspieler, Trainerteam und die Anhänger im Stadion litten sichtlich mit dem Griechen, dessen mögliche schwere Blessur den überaus geglückten Saisonauftakt der Borussia in den Hintergrund drängte.

Kovac und Ricken befürchten das Schlimmste

„Wir sind sehr traurig und haben diesen Sieg teuer bezahlt, wenn es denn ein Kreuzbandriss sein sollte“, fasste Trainer Niko Kovac nach dem 2:0 (2:0) zum Bundesliga-Auftakt gegen den Hamburger SV die gemischten Gefühle zusammen. Schon bei der Auswechslung von Konstantelias in der 54. Minute hatte der Übungsleiter als Erster Trost spenden müssen. Auch Sport-Geschäftsführer Lars Ricken zeigte sich alarmiert, nachdem Teamarzt Markus Braun direkt auf dem Rasen einen Schubladentest durchgeführt und eine erste Einschätzung abgegeben hatte. Ricken sprach offen davon, „das Schlimmste“ zu befürchten.

Voller Name
Giannis Konstantelias
Position
Mittelfeldspieler
Nationalteam
Aktuelles Team
Nationalität
Geburtsort
Volos
Geburtstag
5. März 2003
Alter
23
Größe (cm)
176
Bundesliga 2026/2027
Borussia Dortmund
1
1
54′
1 (0)
6.9
Supercup 2026
Borussia Dortmund
1
0
1
45′
7.3
Europa League 2026/2027
PAOK
1
1
90′
Gesamt:
3
2
1
189′
0
0
0
1 (0)
0
0

 

Bis zu jenem folgenschweren Zweikampf mit Bakery Jatta in der 52. Minute, bei dem sich Konstantelias das Knie verdrehte, hatte alles nach einem nahezu perfekten Abend ausgesehen. Der BVB begeisterte mit mitreißendem Offensivfußball, und Konstantelias wirbelte gemeinsam mit seinem kongenialen Landsmann Konstantinos Karetsas die HSV-Abwehr gehörig durcheinander. Nach dem frühen Führungstreffer von Serhou Guirassy in der 9. Minute erhöhte der Grieche selbst kurz vor der Pause, in der ersten Minute der Nachspielzeit, zum 2:0-Endstand.

Dann jedoch hörte der Torschütze, dessen Familie eigens aus Griechenland angereist war, das gefürchtete Knacken im Knie. Während er in der Kabine untersucht wurde, registrierte Kovac auf dem Feld „einen Bruch“ im Spielgeschehen. „Das hat uns sehr getroffen, weil man schon gesehen hat, wie wichtig er sein kann“, erklärte der Trainer. Er habe den 23-Jährigen, so wie viele andere aus dem Team, im Anschluss getröstet. „Er war sehr geknickt“, so Kovac weiter. Dortmund muss voraussichtlich für mehrere Monate auf den Angreifer verzichten, eine Kernspintomographie soll in den kommenden Tagen endgültige Klarheit über das Ausmaß der Verletzung bringen.

Zeit zum Durchatmen bleibt dem BVB kaum: Bereits am Dienstag (20.45 Uhr, live bei Sky und RTL) wartet im DFB-Pokal die Auswärtspartie beim Fünftligisten HEBC im Hamburger Volksparkstadion als nächste Pflichtaufgabe. Ob der Verein angesichts des Ausfalls noch vor Schließung des Transferfensters am selben Tag auf dem Markt aktiv werden muss, ließ Kovac offen. „Wissen wir nicht. Aber zumindest werden wir überlegen“, sagte der Coach.

Dominante erste Halbzeit macht Hoffnung

Sportlich hatte der Auftritt gegen Hamburg die frisch entfachte Euphorie rund um den BVB zusätzlich angeheizt. Vor allem die erste Halbzeit sorgte für Begeisterung: Kapitän Waldemar Anton sprach von einer „perfekten ersten Halbzeit“, in der sich seine Mannschaft phasenweise in einen regelrechten Rausch spielte und den HSV mit 14:0 Torschüssen förmlich überrollte. Ricken zog daraus ein positives Fazit für die Zukunft: Die Vorstellung habe „gezeigt, dass wir da wirklich in der Lage sind, Außergewöhnliches zu entwickeln“.

Nach dem Verletzungsschreck und der unnötigen Roten Karte für den erst kurz zuvor eingewechselten Samuele Inácio in der 77. Minute verwaltete der Gastgeber den Vorsprung anschließend souverän bis zum Schlusspfiff.

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Die Stimmung nach Abpfiff blieb dennoch merklich gedämpft. „Das, was die Fans heute von ihm gesehen haben, verspricht vieles“, schwärmte Kovac noch einmal von den Fähigkeiten seines griechischen Schützlings. „Und deswegen sind wir sicherlich, sollte sich das bestätigen, sehr traurig. Aber trotzdem werden wir ihm helfen. Ich hoffe, dass er dann möglichst noch stärker wiederkommt.“