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Borussia Mönchengladbach gerät weiter ins Wanken, doch Eugen Polanski bleibt vorerst auf der Bank. Nach dem späten Rückschlag gegen Mainz richtet sich der Blick der Borussia nun auf das Kellerduell beim VfL Wolfsburg.

Späte Dramatik hinterlässt Spuren
Der Ausgleich in der achten Minute der Nachspielzeit traf Polanski und sein Team bis ins Mark. In der Kabine habe er nach dem 1:1 lauter „in sich gekehrte“, „deprimierte“ und „extrem angefressene“ Gesichter gesehen, berichtete der 39-Jährige. Auch ihm selbst seien nach dem unnötigen Foulelfmeter in letzter Sekunde die Worte schwergefallen: „Auch mich trifft dieser Ausgleich in der allerletzten Sekunde.“
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Sportlich veränderte der späte Punktverlust in der Tabelle zwar wenig, das Gefühl auf dem Platz aber umso mehr. Torhüter Moritz Nicolas beschrieb die Schlussphase drastisch: „Gefühlt waren wir mausetot auf dem Platz.“ In der letzten halben Stunde kam Gladbach nur noch auf indiskutable 20 Prozent Ballbesitz. Polanskis Aussage, er habe „nie das Gefühl hatte, dass wir ein Gegentor kassieren“, wirkte im Nachgang beinahe grotesk – am Ende wurde das taumelnde Auftreten doch bestraft.
Schröder fordert Mut vor dem Wolfsburg-Spiel
Rouven Schröder kritisierte die passive Haltung und verlangte mit Blick auf das kommende Spiel mehr Entschlossenheit. „Jeder weiß: Wenn du dich einigelst, wird es auf Dauer nicht reichen. Und dann wird es auch in Wolfsburg nicht reichen“, sagte der Sportchef mit Blick auf das Duell am Samstag (15.30 Uhr/Sky).
Auf der Trainerbank wird dann erneut Polanski sitzen, auch wenn das Umfeld längst zu rumoren beginnt. Schröder stellte dennoch klar: „Eugen ist unser Trainer. Und Eugen wird uns über den Strich führen. Er ist der Letzte, der nicht mit Borussia erfolgreich sein will.“ Erst nach der Saison soll im Falle des Klassenverbleibs alles grundlegend geprüft werden: „Wir müssen uns im Sommer ganz kritisch hinterfragen, ob uns das in der Form reicht“, so der Sportchef.
Zahlen, Zweifel und der schwere Weg
Auch die nackten Werte sprechen nicht unbedingt für Beruhigung. Polanski kommt bislang auf 1,11 Punkte im Schnitt und liegt damit sogar knapp unter seinem Vorgänger Gerardo Seoane, der auf 1,13 kommt. Noch reicht das, um oberhalb des Strichs zu stehen – doch auf die Schwäche der Konkurrenz sollte sich Gladbach im Endspurt nicht verlassen.
Gerade die geforderte Nervenstärke zählt bislang nicht zu den Kernqualitäten dieser Mannschaft. Polanski nahm die Lage dennoch an und erklärte: „Anscheinend ist es so, dass wir in dieser Saison nicht nur den schweren, sondern den sehr schweren Weg gehen müssen. Ich habe der Mannschaft gesagt: Dann nehmen wir den schweren Weg.“ Gladbach will den knappen Vorsprung irgendwie über die Ziellinie bringen – möglichst nicht wieder auf die Art wie gegen Mainz, auch wenn das Ende bereits bekannt ist.