Manuel Neuer hat nach dem torlosen Remis des FC Bayern beim FC Schalke 04 für Klarheit über seine sportliche Zukunft in Gelsenkirchen gesorgt. Der Münchner Kapitän geht davon aus, dass sein Gastspiel in der Veltins-Arena am zweiten Spieltag sein letztes gewesen sein dürfte. Während die Bayern-Bosse mit der Chancenverwertung haderten, feierten Schalke und Torhüter Loris Karius einen umjubelten Punktgewinn gegen den Rekordmeister.

Vor rund 62.000 Zuschauern lieferte sich der Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet einen zähen Schlagabtausch mit dem FC Bayern und rettete am Ende ein 0:0 über die Zeit. Für die Königsblauen war es der erste Zähler in der laufenden Bundesliga-Spielzeit, für die Münchner ein Dämpfer nach dem Fehlstart in Sachen Punktausbeute. Bei Sky äußerten sich die Protagonisten beider Lager im Anschluss ausführlich zur Partie.
Neuer blickt auf besonderen Abend mit gemischten Gefühlen zurück
Für Manuel Neuer war die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte emotional aufgeladen. Der 39-Jährige, der einst 20 Jahre für Schalke aktiv war, zeigte sich gerührt von der Atmosphäre im Stadion. „Es ist immer schön, hierhin zurückzukehren. Ich habe 20 Jahre für diesen Verein gespielt und einiges hier gelernt. Meine ganze Familie war da, was das Spiel natürlich noch einmal besonderer macht. Ein Sieg hätte aber dennoch sehr gutgetan“, sagte der Nationaltorhüter. Auf die Frage, ob es sein letzter Auftritt in der Veltins-Arena gewesen sein könnte, ließ Neuer wenig Interpretationsspielraum: „Ich habe in den vergangenen Wochen schon öfter über meine Zukunft gesprochen und rechne nicht damit, dass ich in der Veltins-Arena noch einmal auflaufen werde.“

Sportlich zeigte sich der Kapitän selbstkritisch mit Blick auf die Chancenverwertung seiner Mannschaft: „Leider konnten wir unsere wenigen Großchancen, die wir heute hatten, nicht nutzen. Loris Karius hat ein herausragendes Spiel gemacht und wurde zurecht zum Spieler des Spiels gewählt.“ Der Blick richte sich nun sofort nach vorne, so Neuer weiter: „Natürlich sind wir jetzt gefordert, in der Champions League eine Reaktion zu zeigen und einen Sieg einzufahren. Danach reisen wir nach Elversberg, wo ebenfalls ein schweres Auswärtsspiel auf uns wartet.“
Auch Bayern-Trainer Vincent Kompany musste die verpasste Torausbeute seiner Offensive einordnen. „Erstmal gratuliere ich Schalke zum Punktgewinn. Wir haben unsere Momente gehabt und konnten unsere Großchancen leider nicht nutzen. Wenn du gegen eine Mannschaft spielst, die so tief steht, musst du diese wenigen Momente nutzen. Leider ist uns das nicht gelungen, worüber wir uns ärgern. Denn Bayern ist nur zufrieden, wenn Bayern gewinnt“, erklärte der Belgier. Vor der Partie hatte Kompany zudem zur Rückkehr von Jamal Musiala Stellung bezogen: „Ich weiß, dass Jamal in den letzten Wochen ein großes Thema in der Öffentlichkeit war. Wir haben grünes Licht von den Experten erhalten und freuen uns, dass er wieder zurück ist. Er wird Leistung zeigen und uns weiterhelfen.“ Über sein freundschaftliches Verhältnis zu Routinier Edin Dzeko sagte Kompany: „Edin ist unglaublich. Er ist seit vielen Jahren topfit und neben seinen sportlichen Fähigkeiten auch ein toller Mensch. Wir hatten eine schöne Zeit bei Manchester City und haben ein freundschaftliches Verhältnis zueinander entwickelt.“ Verteidiger Jonathan Tah fasste den Spielverlauf aus Münchner Sicht nüchtern zusammen: „Wir hatten extrem viel Ballbesitz und haben unsere Großchancen leider nicht genutzt. Schalke hat mit elf Mann verteidigt und sich in jeden Ball reingeworfen.“