Schiedsrichter Omar Artan aus Somalia erwartet seinen Einsatz beim europäischen Supercup mit spürbarer Vorfreude. Der 34-Jährige leitet am Mittwoch in Salzburg die Partie zwischen Paris St. Germain und Aston Villa und spricht offen über die schwierige Zeit nach seiner verweigerten Einreise in die USA vor der Weltmeisterschaft. Nachdem ihm die Einreise in die USA vor dem Turnier verwehrt worden war, durchlebte Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 nach eigenen Worten „eine sehr schwere Zeit“

Ein Anruf, der alles veränderte
Für Artan und seine Familie war die Nachricht seiner Nominierung ein besonderer Augenblick. „Als wir diesen Anruf erhielten, war das für mich und meine Familie wirklich ein sehr, sehr glücklicher Moment“, berichtete der Unparteiische. Die Freude reicht dabei weit über den engsten Familienkreis hinaus, wie er betonte: „Es gibt eine große somalische Gemeinschaft in Europa und in Österreich, und sie sind überglücklich, dass ich ein solches Spiel leiten darf.“ Die UEFA hatte sich rasch für ihn entschieden und ihn für die Ansetzung am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) berufen, bei der der Champions-League-Sieger PSG auf Europa-League-Champion Aston Villa trifft.
Für den Referee ist es eine Premiere auf dem Kontinent. „Das wird mein erstes Spiel in Europa sein. Abenteuer zu erleben, Erinnerungen zu sammeln und Neues zu lernen, ist immer toll“, schilderte Artan seine Erwartungen und ergänzte mit spürbarem Stolz: „Ich hatte Glück, aber ich habe sehr hart dafür gearbeitet, hier zu sein, und ich bin wirklich stolz.“
Der geplatzte WM-Traum und seine Folgen
Die Vorfreude auf den Supercup steht in deutlichem Kontrast zu den Wochen zuvor. Nachdem ihm die Einreise in die USA vor dem Turnier verwehrt worden war, durchlebte Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 nach eigenen Worten „eine sehr schwere Zeit“. Er erklärte die Belastung dieser Situation ausführlich: „Viele Menschen haben Mitgefühl mit mir, denn wenn jemand viele Jahre lang gearbeitet hat und etwas tun soll, es dann aber nicht mehr kann, ist das eine große Herausforderung.“ Den Rückhalt, den er in dieser Phase aus aller Welt erfuhr, weiß er ausdrücklich zu würdigen.
Wie groß die Anteilnahme in seiner Heimat war, zeigte sich bereits bei seiner Rückkehr. Am Flughafen von Mogadischu wurde Artan von einer begeisterten Menge empfangen. Rückblickend ordnete er diesen Moment in seinen persönlichen Werdegang ein: „Wie Sie sich vorstellen können, bin ich unter schwierigen Umständen aufgewachsen, aber das hat mich nicht davon abgehalten, meine Träume zu verfolgen.“
Blick auf europäischen Fußball und Kontinentalaustausch
Mit der Leitung des Duells zwischen dem Champions-League- und dem Europa-League-Sieger erfüllt sich für den Somalier nun ein weiterer großer Wunsch. Vom Niveau des europäischen Spitzenfußballs zeigte er sich beeindruckt: „Das Niveau in Europa ist fantastisch und der dort gespielte Fußball ist sehr, sehr gut.“ Den Austausch von Unparteiischen zwischen den Kontinentalverbänden bewertete er als Gewinn für alle Beteiligten, da davon „beide Seiten profitieren“ würden.