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Der DFB zieht nach dem peinlichen WM-Aus die Reißleine. Julian Nagelsmann ist vier Tage nach dem verpatzten Sechzehntelfinale als Bundestrainer zurückgetreten, zugleich bestätigte der Verband Gespräche mit Jürgen Klopp über die Nachfolge.

Der Weltmeister von 2014 war mit großen Erwartungen in seine erste WM nach der Heim-EM gestartet, doch der Plan scheiterte früh und deutlich. Schon im Sechzehntelfinale war nach dem sensationellen Aus gegen Paraguay Schluss.
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Nagelsmann übernimmt die Verantwortung
Julian Nagelsmann hat sich nach seinem Rückzug vor der deutschen Fußballnation öffentlich entschuldigt. „Ihr habt uns getragen, ihr habt uns vertraut, ihr habt uns Energie gegeben, selbst in schwierigen Phasen“, sagte der 38-Jährige an die Fans gerichtet und ergänzte: „Es tut mir von Herzen leid und weh, dass wir euch enttäuscht haben und euch keine weiteren Fußballnächte bei dieser WM bescheren konnten. Ihr hättet viel mehr verdient gehabt!“
Der Bundestrainer legte seinen Posten am Freitag nieder, obwohl sein Vertrag eigentlich bis 2028 lief. Der DFB erklärte, der Rücktritt sei auf eigenen „Wunsch“ erfolgt. Nach Verbandsangaben hatte Nagelsmann in den Tagen nach dem Ausscheiden intensiv über die Lage nachgedacht und sich mit Vertrauten aus dem persönlichen Umfeld und im Verband ausgetauscht. „Die Entscheidung ist mir alles andere als leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Sie hat nach so einer herben Enttäuschung die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient.“
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Mit dem 38-Jährigen verlassen auch die Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB. Nagelsmann bedankte sich ausdrücklich bei seinem Trainerteam, dem Staff und allen Menschen im Verband für die Unterstützung, außerdem bei den Spielern und den Fans. Sein „besonderer Dank“ gelte „auch den Fans“.
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Klopp als heißester Kandidat
Die Nachfolge soll nun Jürgen Klopp antreten. Der DFB kündigte dazu Gespräche an und teilte mit, Klopp habe bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert.
Nach Angaben des Verbands bat Nagelsmann in einem vertraulichen Gespräch mit der Verbandsspitze darum, ihn nach dem enttäuschenden Turnierverlauf von seinen Aufgaben zu entbinden. Diesem Wunsch sei nun von den Gesellschaftervertretern und dem Aufsichtsrat entsprochen worden. Am Freitag beschloss die zuständige Runde einstimmig die sofortige Auflösung des Vertragsverhältnisses.
Für Nagelsmann bedeutet das auch eine finanzielle Folge, denn er erhält eine Millionen-Abfindung. Der frühere Hoffenheim-, Leipzig- und Bayern-Coach hatte die A-Nationalmannschaft im September 2023 als Nachfolger des beurlaubten Hansi Flick übernommen. Damals sagte er selbst, er habe sich „nicht vorstellen können, über die Heim-EM hinaus Bundestrainer zu sein“.
Rücktritt nach der Krisensitzung
Noch direkt nach dem bitteren Ende im Elfmeterschießen hatte Nagelsmann einen eigenen Rückzug ausgeschlossen. Erst nach der ausführlichen Krisensitzung am Donnerstag in der DFB-Zentrale änderte sich die Lage grundlegend. Nun steht fest, dass der 38-Jährige nicht länger Bundestrainer ist und sein Amt niedergelegt hat.
Der Schritt markiert eine Zäsur für den Verband nach dem blamablen Abschneiden bei der WM. Der DFB will nun den Neustart mit einer prominenten Lösung vorantreiben und führt dafür die Gespräche mit Klopp.