Lothar Matthäus drängt nach dem Deutschland-Aus der WM 2026 in Amerika auf schnelle Konsequenzen beim DFB. Der Weltmeisterkapitän von 1990 fordert, dass sich die Verantwortlichen zügig zusammensetzen und die nächsten Schritte festlegen. Aus seiner Sicht darf die Aufarbeitung nicht in die Länge gezogen werden.

Der Rekordnationalspieler warnte im Gespräch mit RTL/ntv davor, die Angelegenheit erst einmal liegen zu lassen. „Man muss sich auf jeden Fall, genauso wie bei den letzten Weltmeisterschaften, schnellstmöglich zusammensetzen. Bitte nicht erst sechs Wochen in den Urlaub fahren, um es wieder ein bisschen verstauben zu lassen“, sagte Matthäus. „Sondern konsequent ein paar Tage später eine Sitzung machen und die Frage stellen: Wie geht es weiter?“
Matthäus stellt Nagelsmanns Linie infrage
Im Mittelpunkt seiner Kritik steht Bundestrainer Julian Nagelsmann, der trotz des Ausscheidens im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nach dem Elfmeterschießen, 3:4 i.E., weitermachen will. Ob das tatsächlich realistisch ist, lässt Matthäus offen. Er wirft dem 36-Jährigen jedoch Sturheit vor und bemängelt dessen Führungsstil.
„Ich bin der Meinung, dass Julian Nagelsmann, wenn von außen eine Meinung gesagt wird, er es aus Prinzip anders macht. Und das ist das, was mir im Endeffekt an seiner Führung nicht gefällt“, sagte Matthäus. Für ihn sei es entscheidend, dass ein DFB-Chefcoach offen bleibe und seine Positionen nicht aus Trotz verteidige.
Klare Ansagen und ein passendes System gefordert
Mit Blick auf die künftige Ausrichtung formulierte Matthäus klare Erwartungen an die Nationalmannschaft. Nur „ein dummer Mensch“ ändere nicht seine Meinung, betonte er. Gewünscht sei aus seiner Sicht ein Übungsleiter, „der eine klare Linie hat, der eine klare Ansage hat, der die Spieler wieder einholt, der ein klares Spielsystem hat, das auch zu diesen Spielern passt“.