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Deutschland verliert mit 1:2 ihr drittes Gruppenspiel bei der Fußball WM 2026. Die deutsche Mannschaft lieferte eine wechselhafte Vorstellung ab, in der sich solide Ansätze und deutliche Schwächen abwechselten. Vor allem in der Defensive offenbarte das DFB-Team nach der Pause einige Wackler, während mehrere Offensivkräfte zwar Akzente setzten, aber nicht durchgehend überzeugten.

Neuer mit Zögern, Kimmich und Tah stabiler
Manuel Neuer war bei seinem 22. WM-Einsatz zunächst kaum gefordert. Eine Mitschuld am ersten Gegentor traf ihn nicht, beim zweiten Treffer agierte der Keeper jedoch zu zögerlich auf der Linie und verharrte dort zu lange. Joshua Kimmich ordnete die Defensive in der Fünferkette, rückte dabei zwischen Sané und Tah ein und absolvierte insgesamt einen ordentlichen Auftritt als Kapitän.
Jonathan Tah hielt die Abwehr in der Anfangsphase zusammen, überzeugte mit Ruhe und gutem Stellungsspiel, zeigte nach dem Seitenwechsel aber auch kleinere Unsicherheiten. Antonio Rüdiger sprang für den verletzten Nico Schlotterbeck ein, hatte in einigen Situationen Abstimmungsprobleme und muss sich noch steigern. David Raum ersetzte den leicht angeschlagenen Nathaniel Brown, brachte mehr Offensivdrang mit und sorgte mit seinen Flanken phasenweise für Gefahr, auch wenn Brown insgesamt den stärkeren Eindruck hinterließ.
Deutschland WM Tabelle 2026
Probleme im Zentrum, Sané trifft und Wirtz legt auf
Im Mittelfeld erwischte Aleksandar Pavlovic einen weiteren schwachen Abend. Zusammen mit Felix Nmecha hatte er in der Zentrale einige Schwierigkeiten, zudem ging ihm beim Gegentor der Ball durch die Beine. Nmecha knüpfte nicht an die starken Leistungen aus den ersten beiden Partien an, ließ vor dem Ausgleich den Ball verspringen und fiel auch danach durch mehrere Ballverluste auf. Beide erhielten die Note 5.
Für die Offensive brachte Leroy Sané die schnelle Führung. Der oft kritisch betrachtete Flügelspieler erzielte das frühe 1:0, arbeitete gegen den Ball anschließend als rechter Verteidiger und musste dabei weite Wege gehen. Nach vorne verlor er einige Bälle und vergab außerdem eine Großchance. Jamal Musiala tat sich gegen den robusten Gegner schwer, konnte sein Können kaum zeigen und fand nur selten in seine Leichtigkeit. Florian Wirtz bereitete Sanés Treffer vor und sorgte auch danach für gefährliche Aktionen, kam selbst aber kaum zum Abschluss. Kai Havertz bot sich zwar viel an, setzte sich Mitte der ersten Halbzeit nach einer Flanke von Raum stark durch, köpfte aber zu unplatziert und hatte insgesamt keinen einfachen Stand.

Joker bekommen Minuten, Nagelsmann nutzt fast den ganzen Kader
Nach dem Seitenwechsel brachte Julian Nagelsmann mehrere frische Kräfte. Angelo Stiller kam für Pavlovic zu seinem ersten WM-Einsatz und machte es etwas besser als sein Vorgänger. Deniz Undav, der Super-Joker, ersetzte nach einer Stunde Havertz, konnte aber nicht denselben Einfluss entfalten wie in den beiden vorherigen Partien. Malick Thiaw löste Kimmich ab und sammelte ebenfalls seine ersten Turnierminuten, brauchte allerdings zunächst etwas Zeit, um sich einzufinden.
Auch Maximilian Beier kam erstmals bei dieser WM zum Zug, als er Nmecha ersetzte. Pascal Groß wurde für Wirtz eingewechselt. Damit hat Nagelsmann bei diesem Turnier 22 seiner 26 Spieler eingesetzt.
Die Einzelnoten im Überblick: Neuer 4,5, Kimmich 3, Tah 3, Rüdiger 4, Raum 3,5, Pavlovic 5, Nmecha 5, Sané 3,5, Musiala 4, Wirtz 3, Havertz 4, Stiller 4, Undav 4, Thiaw 4, Beier ohne Note, Groß ohne Note.