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Eine zähe erste Hälfte ohne Modrić-Moment
Den großen Auftritt zum Jubiläum lieferte Modrić im Toronto Stadium zunächst nicht, und das galt für die ganze Mannschaft. Schon der erste Kopfball des Anführers in der zweiten Minute ging weit vorbei, danach suchte er mit langen Bällen immer wieder die Tiefe, doch die Zuspiele kamen zu ungenau. Statt magischer Momente leisteten sich die Kroaten reihenweise Stockfehler im Spielaufbau. Gegen die dicht gestaffelte Defensive Panamas gab es lange kein Durchkommen, während die Mittelamerikaner über Konter Nadelstiche setzten. Erst in der ersten Minute der Nachspielzeit verbuchte Kroatien seine erste echte Torchance, als Martin Baturina den panamaischen Torhüter Orlando Mosquera mit einem Fernschuss prüfte. Ein offensiv durchschlagskräftigerer Gegner hätte diese erste Hälfte der Kroaten womöglich schon mit einem Rückstand bestraft.
Budimir bricht den Bann
Nach dem Seitenwechsel liefen die Kroaten zunächst weiter vergeblich an, ehe der zur Pause gekommene Budimir in der 54. Minute den Knoten löste. Eine Flanke von Bayern Münchens Josip Stanišić drückte der Angreifer über die Linie. Nur drei Minuten später hätte die Vorentscheidung fallen müssen, doch Marco Pašalić scheiterte nach einem Zuspiel von Modrić im Konter an Mosquera. Auch Andrej Kramarić von der TSG Hoffenheim war zur Halbzeit ins Spiel gekommen und gab der kroatischen Offensive mehr Wucht.
Panama wirft alles nach vorn
Der Rückstand entmutigte die Panamaer keineswegs, im Gegenteil. In der 68. Minute musste Kroatiens Torhüter Dominik Livaković gleich zweimal in höchster Not gegen Michael Murillo retten, einen anschließenden Kopfball von Carlos Harvey nach einer Ecke lenkte er nur mit Mühe über das Tor. In der Schlussphase warf der Außenseiter alles nach vorn, weil ohnehin nichts mehr zu verlieren war. Am Ende behauptete Kroatien den knappen Vorsprung und durfte mit Modrić jubeln.
Kroatien hat das Sechzehntelfinale in der eigenen Hand
Nach der Auftaktniederlage gegen England (2:4) war der Pflichtsieg gegen Panama für die Kroaten der wichtige Schritt zurück in die Spur. Am kommenden Samstag in Philadelphia gegen Ghana können Modrić und seine Mannschaft das Ticket für die nächste Runde endgültig lösen. Für Panama dagegen ist das Turnier nach dem zweiten Spiel beendet. Der Gruppenletzte ohne Punkt scheitert wie bei seiner bislang einzigen WM-Teilnahme 2018 in der Vorrunde.
Ein Jubiläum mit Blick aufs große Ziel
Für Modrić war es das 200. Länderspiel, und es soll längst nicht das letzte sein, das zählt. Er führte Kroatien 2018 in Russland ins WM-Finale und 2022 in Katar auf Platz drei, bei der EM 2024 in Deutschland war dagegen schon nach der Gruppenphase Schluss. Bei seiner fünften und letzten Weltmeisterschaft lebt der Traum, noch einmal weit zu kommen. Der Sieg gegen Panama hält ihn am Leben.
