Pressekonferenz nach 5:0 gegen Usbekistan: Martínez lobt Ronaldo und Teamgeist – Antwort auf Kritik

Portugal hat bei der WM 2026 die perfekte Antwort auf den enttäuschenden Auftakt gegen die DR Kongo gegeben. Nach dem 1:1 zum Turnierstart feierte die Mannschaft von Nationaltrainer Roberto Martínez einen überzeugenden 5:0-Erfolg gegen Usbekistan und verschaffte sich damit eine hervorragende Ausgangslage im Kampf um den Einzug in die K.o.-Runde. Im Anschluss sprach Martínez über die Lehren aus dem ersten Spiel, die schwierigen Tage nach der Kritik in der Heimat und die Bedeutung von Kapitän Cristiano Ronaldo. Das nächste Gruppenspiel gegen Kolumbien könnte nun bereits zum Schlüsselspiel der Gruppe K werden.

HOUSTON, TEXAS - 22. Juni: Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez spricht während der Pressekonferenz einen Tag vor dem FIFA-Weltmeisterschafts-Gruppenspiel der Gruppe K zwischen Portugal und Usbekistan im Houston Stadium am 22. Juni 2026 in Houston, Texas. (Foto: Jack Gorman/Getty Images)
HOUSTON, TEXAS – 22. Juni: Portugals Nationaltrainer Roberto Martínez spricht während der Pressekonferenz einen Tag vor dem FIFA-Weltmeisterschafts-Gruppenspiel der Gruppe K zwischen Portugal und Usbekistan im Houston Stadium am 22. Juni 2026 in Houston, Texas. (Foto: Jack Gorman/Getty Images)
Portugal – UsbekistanK
Di 23.06. · 19:00 Uhr · ARD
Weltmeisterschaften
23.6.2026
- 19:00
Portugal
2.44
xG
0.24
5 0
Uzbekistan

 

Portugal lernt aus dem Kongo-Spiel

Für Martínez war die wichtigste Erkenntnis des Abends nicht das Ergebnis, sondern die Reaktion seiner Mannschaft auf die Fehler aus dem Auftaktspiel.

Gegen die DR Kongo hatte Portugal nach dem Führungstor die Kontrolle verloren und sich zu sehr vom Spielstand beeinflussen lassen. Gegen Usbekistan sei das anders gewesen. Die Mannschaft habe ihre Positionen diszipliniert gehalten, die Intensität über die gesamten 90 Minuten aufrechterhalten und auch nach den frühen Treffern die Ruhe bewahrt.

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„Das Wichtigste war, unsere Emotionen zu kontrollieren“, betonte der portugiesische Nationaltrainer.

Die Kritik schweißte Portugal zusammen

Nach dem Remis gegen den Kongo war die portugiesische Auswahl in der Heimat massiv kritisiert worden. Martínez sprach sogar von einer schwierigen und teilweise ungerechten Woche.

Der Belgier verwies auf „Fake News“ und negative Schlagzeilen, die nach dem ersten Spiel entstanden seien. Gleichzeitig habe die Mannschaft aber auch enormen Rückhalt erfahren. Statt auseinanderzufallen, sei die Gruppe enger zusammengerückt.

„Eine unerfahrene Mannschaft hätte daran zerbrechen können“, sagte Martínez. Sein Team habe jedoch Verantwortung übernommen und sich ausschließlich auf die Dinge konzentriert, die es selbst beeinflussen könne.

Cristiano Ronaldo reagiert während des WM-2026-Gruppenspiels zwischen Portugal und Usbekistan im Houston Stadium. Portugals Kapitän war am 23. Juni 2026 in Houston, Texas, in der Partie der Gruppe K im Einsatz. (Charlotte Wilson / Getty Images)
Cristiano Ronaldo reagiert während des WM-2026-Gruppenspiels zwischen Portugal und Usbekistan im Houston Stadium. Portugals Kapitän war am 23. Juni 2026 in Houston, Texas, in der Partie der Gruppe K im Einsatz. (Charlotte Wilson / Getty Images)

Ronaldo überzeugt nicht nur als Torschütze

Natürlich stand nach dem Spiel einmal mehr Cristiano Ronaldo im Mittelpunkt. Der 41-Jährige erzielte zwei Treffer und wurde als bester Spieler der Partie ausgezeichnet.

Für Martínez geht die Bedeutung des Kapitäns allerdings weit über seine Tore hinaus. Besonders hob er Ronaldos Arbeit gegen den Ball, seine Laufwege und seine Vorbildfunktion innerhalb der Mannschaft hervor.

„Er ist ein Beispiel dafür, was es bedeutet, für Portugal zu spielen“, erklärte der Trainer.

Martínez über Ronaldo und Messi: „Sie haben den Fußball verändert“

Auch die immer wieder aufkommende Diskussion über Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wurde auf der Pressekonferenz angesprochen.

Martínez würdigte beide Superstars und bezeichnete sie als Spieler, die den Fußball verändert und durch ihre jahrzehntelange Rivalität immer wieder neue Maßstäbe gesetzt hätten.

Dennoch wollte er den Fokus auf seinen Kapitän richten. Ronaldo sei mittlerweile nicht mehr nur der Weltstar, sondern vor allem ein außergewöhnlicher Mannschaftsführer für die portugiesische Nationalelf.

Blick ins Houston Stadium vor dem WM-2026-Gruppenspiel zwischen Portugal und Usbekistan. In der Arena in Houston, Texas, stieg am 23. Juni 2026 die Partie der Gruppe K. (Francois Nel / Getty Images)
Blick ins Houston Stadium vor dem WM-2026-Gruppenspiel zwischen Portugal und Usbekistan. In der Arena in Houston, Texas, stieg am 23. Juni 2026 die Partie der Gruppe K. (Francois Nel / Getty Images)

Standards als entscheidende Waffe

Eine wichtige Rolle beim Kantersieg spielten die ruhenden Bälle. Zwei Treffer entstanden nach Standardsituationen, zudem sorgten weitere Varianten regelmäßig für Gefahr.

Besonders gelobt wurde Standardtrainer Austin MacPhee. Die Spieler liefen nach einem Treffer sogar geschlossen zu ihm, um seine Arbeit zu würdigen.

Martínez sprach von einer „Obsession“ seines Spezialisten für Standardsituationen. Die intensive Detailarbeit habe sich gegen Usbekistan eindrucksvoll ausgezahlt.

„Wut“ wurde zum Antrieb

Bereits vor dem Spiel hatte Martínez mehrfach das Wort „Wut“ verwendet. Nach dem Sieg erklärte er genauer, was er damit meinte.

Die Wut sei nicht gegen Gegner oder Kritiker gerichtet gewesen, sondern über die eigene Leistung gegen die DR Kongo entstanden. Portugal habe dort den Spielplan verlassen und die Kontrolle verloren.

Durch eine sachliche Analyse und klare taktische Vorgaben sei es gelungen, diese Enttäuschung in positive Energie umzuwandeln.

„Im Mannschaftssport ist Klarheit entscheidend“, sagte Martínez.

Ronaldo beeindruckt durch seine Mentalität

Besonders eindrucksvoll wurde Martínez, als er über Ronaldos Charakter sprach. Auf die Frage, ob der Superstar jemals an sich zweifle, antwortete der Trainer mit einer bemerkenswerten Analyse.

Natürlich habe auch Ronaldo Gefühle und Emotionen wie jeder andere Mensch. Der Unterschied sei jedoch seine Reaktion darauf. Egal was passiere, Ronaldo kehre am nächsten Tag mit noch größerem Ehrgeiz auf den Trainingsplatz zurück.

„Ich habe noch nie mit einem Spieler gearbeitet, der einen solchen Hunger hat, sich jeden Tag weiter zu verbessern“, erklärte Martínez.

Luis Díaz formt mit den Händen ein Herz, neben ihm applaudieren kolumbianische Spieler den Fans im Stadion.
Luis Díaz und die kolumbianischen Spieler bedanken sich nach dem 3:1 gegen Usbekistan bei den Fans im Estadio Azteca. Foto: David Ramos/Getty Images

Kolumbien wird zur nächsten Bewährungsprobe

Trotz des deutlichen Erfolges wollte Portugal die Leistung nicht überbewerten. Martínez lobte zwar die taktische Disziplin und die Spielkontrolle seiner Mannschaft, verwies aber bereits auf die nächste Herausforderung.

Mit Kolumbien wartet im letzten Gruppenspiel ein Gegner voller individueller Qualität und großer Turniererfahrung. Für den portugiesischen Trainer gehört die südamerikanische Auswahl zu den gefährlichsten Mannschaften des Turniers.

Nach dem schwierigen Auftakt und dem überzeugenden Sieg gegen Usbekistan sieht Martínez sein Team jedoch besser vorbereitet als noch vor Beginn der Weltmeisterschaft.

„Mannschaften wachsen bei einem Turnier nicht durch perfekte Spiele, sondern dadurch, dass sie schwierige Situationen überwinden“, sagte der Nationaltrainer. Genau das habe Portugal in den vergangenen Tagen getan.

Wie Portugal die Kritik nach dem Kongo-Spiel verarbeitet hat, erläuterte Nationaltrainer Roberto Martínez auf der Pressekonferenz nach dem Usbekistan-Spiel.