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Der WM 2026-Auftakt Brasiliens ist gründlich schiefgelaufen. Nach dem 1:1 gegen Marokko wächst der Druck auf Carlo Ancelotti spürbar, zumal in der Heimat bereits harte Kritik laut wird. Gegen Haiti muss ein Dreier her und wenn möglich viele Tore!

Brasilien verunsichert nach dem Fehlstart
Die Stimmung in Brasilien ist nach dem Remis gegen Marokko aufgeheizt. ESPN-Experte Andre Kfouri zeigte sich tief erschüttert und erklärte: „Ich war nicht überrascht. Mein Gefühl war schlimmer als Überraschung“. Noch deutlicher wurde er bei der Bewertung der Anfangsphase: „Ich war regelrecht entsetzt. Die erste halbe Stunde des Spiels waren die schlechtesten 30 Minuten, die Brasilien je bei einer WM gespielt hat, schlimmer noch als bei der 1:7-Niederlage 2014 gegen Deutschland.“
Besonders alarmierend war die erste Viertelstunde, in der Brasilien sechs Schüsse auf das eigene Tor zuließ. Das ist der höchste Wert bei einem WM-Auftakt seit dem 1:3 gegen Portugal im Jahr 1966, als es sogar sieben Abschlüsse waren. Im Mittelfeld fehlte der Seleção in dieser Phase nahezu jede Struktur.
Ancelotti unter Zugzwang gegen Haiti
Chefcoach Carlo Ancelotti steht nun vor der Aufgabe, gegen Haiti Lösungen zu finden. Lange Zeit wurde ihm zugestanden, kaum Eingewöhnungszeit gehabt zu haben, weil er in seinen 13 Spielen als brasilianischer Nationaltrainer jedes Mal eine andere Startelf aufbot. Dieser Schonraum ist nach dem schwachen Start jedoch weitgehend aufgebraucht.
„Die übliche Rechtfertigung lautet, dass Ancelotti erst seit einem Jahr im Amt ist. Ich sehe das nicht als Problem“, sagte Tostão, Weltmeister von 1970 und heute ein angesehener Kolumnist. „Etliche großartige Teams, die in die Geschichte eingingen, wurden in kurzer Zeit zusammengestellt. Entscheidender als die verfügbare Zeit ist es, die Qualitäten der Spieler optimal zusammenzuführen.“
Stammplätze, Kritik und die Endrick-Debatte
Der fünfmalige Weltmeister muss sich insgesamt deutlich steigern. Das Argument der Nervosität greift kaum, denn gegen Marokko standen sieben Spieler aus dem WM-Kader von 2022 auf dem Platz. Erfahrung war also reichlich vorhanden. Eine zentrale Frage lautet deshalb, ob Ancelotti Casemiros Sonderstatus als unantastbarer Stammspieler überdenken wird. Der 34-Jährige gilt zwar als verlängerter Arm des Italieners auf dem Feld, wirkte gegen Marokko aber schwach und musste zur Pause runter. Mit Fabinho wurde es danach besser.
Auch Roger Ibañez, Lucas Paquetá, Raphinha und Igor Thiago stehen in der Kritik. Für zusätzlichen Wirbel sorgte, dass Ancelotti Endrick keine einzige Minute einwechselte. In Brasilien löste das Empörung aus. „Ancelotti, bring Endrick ins Spiel“, lautete die Schlagzeile einer Tostão-Kolumne in der Zeitung Folha de São Paulo. Auch Zico meldete sich zu Wort und sagte: „Ich sehe keinen anderen Spieler mit solchen Eigenschaften und einer solchen Persönlichkeit wie Endrick.“ Trotzdem scheint Matheus Cunha weiter die Nase vorn zu haben. Der Druck auf Ancelotti steigt, und die Unruhe auch.
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