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Andreas Möller blickte der WM 2026 zunächst mit Skepsis entgegen, doch schon nach wenigen Tagen hat ihn das Turnier voll erfasst. Der Weltmeister von 1990 ist überzeugt, dass die Sorgen vor Qualitätsverlust durch 48 Teams und vor einer fehlenden Atmosphäre in den USA widerlegt wurden.

Zweifel schnell ausgeräumt
Vor dem Anpfiff hatte Möller wie viele andere gefragt, ob die Erweiterung auf 48 Mannschaften dem Niveau schaden könnte. Ebenso offen war für ihn, ob in den Vereinigten Staaten überhaupt das passende Turnierklima entstehen würde. Nach knapp einer Woche fällt sein Zwischenfazit klar aus: Beide Bedenken haben sich aus seiner Sicht als unbegründet erwiesen.
In den bislang gesehenen Partien überzeugten nach Möllers Beobachtung nicht nur die gefüllten Stadien und die starke Stimmung, sondern auch der sportliche Gehalt. Dass die Eintrittspreise absurd hoch sind, änderte daran nichts. Für ihn steht fest, dass der Weltfußball enger zusammengerückt ist und es auf dieser Bühne keine klassischen Fußballzwerge mehr gibt.
Auch die Außenseiter sind heute stark
Möller betont, dass selbst die kleineren Nationen inzwischen athletisch und taktisch sehr gut ausgebildet sind. Für Favoriten werde es dadurch immer schwerer, einen Gegner einfach zu überrollen oder mühelos auseinanderzunehmen. Als Beispiel nennt er das 0:0 von Kap Verde gegen Europameister Spanien. Natürlich habe der WM-Neuling auch etwas Spielglück benötigt, zugleich habe die Mannschaft aber jederzeit gezeigt, dass sie fußballerisch sehr gut aufgestellt sei.
Ähnlich ordnet Möller auch Curaçao ein. Das 7:1 der deutschen Mannschaft sei deshalb umso erfreulicher, weil die DFB-Auswahl von Beginn an Tempo und Intensität hochgehalten und das mit Spielfreude sowie Kreativität verbunden habe. So sei das deutliche Ergebnis möglich geworden. Zugleich habe sich in der Phase um das 1:1 gezeigt, dass Curaçao durchaus Mittel hatte, wenn man es denn zuließ. Deutschland musste nachlegen und reagierte laut Möller genau richtig. Erst dann wurde Curaçao für ihn zum idealen Auftaktgegner.
Deutschland auf Augenhöhe mit den Topnationen
Wie sehr ihn die WM gepackt hat, zeigt für Möller auch ein persönliches Detail: In der Nacht zu Mittwoch stand er um 3 Uhr auf, um Argentinien gegen Algerien zu sehen, und bereute es nicht. Neben dem Titelverteidiger verfolgte er außerdem den Europameister Spanien und den Vizeweltmeister Frankreich beim Auftakt live vor dem Fernseher.
Seine Einschätzung fällt dabei selbstbewusst aus. Die deutsche Mannschaft sei mit den am höchsten gehandelten Nationen auf Tuchfühlung. Möller hält es für realistisch, dass das Team in einem K.-o.-Duell auch Gegner dieses Formats schlagen kann. Unabhängig von den Turnieren 2018 und 2022 sagt er, der Ruf der Deutschen als Turniermannschaft lebe weiter. Die aktuelle Auswahl von Julian Nagelsmann habe 2026 alle Chancen, diesem Anspruch wieder gerecht zu werden.
Woran es gegen die Favoriten noch hängt
Entscheidend werde nach Möllers Ansicht sein, wie die deutsche Elf gegen Spitzenteams die Balance findet und defensiv nicht zu viel anbietet. Gegen Curaçao sei in diesem Bereich bereits noch Luft nach oben gewesen. Gleichzeitig verweist er darauf, dass das Turnier noch lang sei, was ihn grundsätzlich sehr freue. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die DFB-Auswahl noch reichlich Gründe liefern wird, warum die Begeisterung weiter wächst.