WM 2026 Podcast: Neueste Folge „Tuchels Wut, Ronaldos Frust“

In der neuesten Folge unseres WM 2026 Podcasts „Der 5. Stern“ blicken wir auf einen vollgepackten WM-Morgen: Die Außenseiter wachsen über sich hinaus, während die Favoriten ins Grübeln geraten – allen voran Portugal um einen blassen Cristiano Ronaldo. Ghana ringt Panama in der Nachspielzeit nieder, Usbekistan schreibt mit seinem ersten WM-Tor Geschichte, und Thomas Tuchel sorgt bei seiner England-Premiere für Schlagzeilen abseits des Rasens.

Der 5. Stern – WM 2026 Podcast: Tuchels Wut, Ronaldos Frust

Ghana und Usbekistan: der Mut der Außenseiter

In Toronto ringt Ghana Panama in einem zähen Abnutzungskampf erst in der 95. Minute durch Caleb Yirenkyi mit 1:0 nieder – Trainer Carlos Queiroz feiert seine Spieler hinterher als „Krieger“. Auch Usbekistan verkauft sich gegen Kolumbien teuer: Nach Daniel Muñoz’ artistischem 0:1 erzielt Abbosbek Fayzullaev das allererste WM-Tor der usbekischen Geschichte. Die Freude währt nur kurz, Luis Díaz stellt postwendend auf 2:1 – am Ende gewinnt Kolumbien 3:1.

England 4:2 – Tuchels Ärger über die Fotografen

Englands 4:2 gegen Kroatien ist torreich, doch Thomas Tuchel beschäftigt bei seiner WM-Premiere als Nationaltrainer etwas ganz anderes: Während der Nationalhymne baut sich eine Wand aus rund 50 Fotografen direkt vor ihm auf – er kann seine eigenen Spieler kaum noch sehen. Ein emotionaler Moment vor dem Anpfiff, der ihm durch den Tumult abseits des Platzes förmlich geraubt wird.

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Portugal stolpert: Ronaldos 25 Ballkontakte

Portugal kommt gegen die DR Kongo nicht über ein 1:1 hinaus. João Neves trifft früh zur Führung, Yoane Wissa gleicht aus – doch die große Geschichte heißt Cristiano Ronaldo: nur 25 Ballkontakte in 90 Minuten. Die Kongolesen kappen die Passwege im Zentrum systematisch, Ronaldo kippt wirkungslos in die eigene Hälfte ab. Die portugiesischen Medien üben am Morgen danach scharfe Kritik und fragen, ob seine Startelf-Garantie zur Bürde für die Mannschaftsdynamik wird.

Martínez bleibt ruhig – zwei Welten prallen aufeinander

Nationaltrainer Roberto Martínez bleibt dagegen betont gelassen: Er lobt die Einstellung und verweist pragmatisch darauf, dass die Gruppenphase genau dazu da sei, Schwächen rechtzeitig zu korrigieren. Hier prallen zwei Welten aufeinander – der mediale Lärm um alternde Stars gegen die ergebnisorientierte Ruhe der Trainer. Es bleibt die spannende Frage: Wann kippt pragmatische Treue in taktischen Stillstand?

Die Themen der Folge

  • Ghana 1:0 Panama – Caleb Yirenkyis Last-Minute-Tor in der 95. Minute
  • Kolumbien 3:1 Usbekistan – Muñoz, Fayzullaevs historisches erstes WM-Tor und Luis Díaz
  • England 4:2 Kroatien – überschattet von Tuchels Fotografen-Ärger
  • Portugal 1:1 DR Kongo – Ronaldos 25 Ballkontakte und die Debatte um seine Rolle
  • Roberto Martínez’ ruhige Pragmatiker-Linie gegen den medialen Lärm

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Transkript

[00:00:00] Sprecher 1: Ein echt vollgepackter Morgen – die Underdogs haben dem großen Favoriten auf dem Rasen wirklich alles abverlangt und, naja, um jeden Zentimeter gekämpft. Wir konzentrieren uns heute auf die großen Geschichten auf dem Platz, ohne uns in taktischen Details zu verlieren. Die reinen Ergebnisse sprechen schon für sich: Ghana ringt Panama 1:0 nieder, Kolumbien schlägt Usbekistan 3:1. Und bei den Europäern gab’s ebenfalls Spektakel – England besiegt Kroatien 4:2, und Portugal kommt gegen die Demokratische Republik Kongo nicht über ein 1:1 hinaus.

[00:00:36] Sprecher 1: Wir gehen direkt rein in die späten Dramen. Toronto, gestern Abend – ein regennasses Spiel zwischen Ghana und Panama.

[00:00:44] Sprecher 2: Oh ja, das war ein echter Abnutzungskampf. Panama hatte lange das Kommando, aber Ghana hat einfach nicht aufgegeben – bis zur 95. Minute. Da erlöst Caleb Yirenkyi Ghana mit dem 1:0. Trainer Carlos Queiroz war danach völlig außer sich vor Freude, er nannte seine Spieler hinterher „Krieger“. Die Anspannung war derart greifbar, dass sie sich nach dem Abpfiff sogar in einer handfesten Rudelbildung entlud. Ein enormer Kraftakt.

[00:01:12] Sprecher 1: Und dieser unbändige Widerstand zog sich irgendwie durch den ganzen Abend. Auch Usbekistan hat gegen Kolumbien nicht einfach nur verteidigt.

[00:01:19] Sprecher 2: Richtig, sie haben nicht nur tief gestanden – sie haben den Südamerikanern bei jedem Ballkontakt sofort den Raum zur Drehung genommen.

[00:01:26] Sprecher 1: Man hat ja oft das Bild einer massiven Betonwand im Kopf bei solchen Spielen. Aber hier funktionierte die usbekische Defensive eher wie, sagen wir mal, ein besonders engmaschiges Netz.

[00:01:38] Sprecher 2: Bis Daniel Muñoz dieses Netz kurz vor der Pause dann endlich durchschneiden konnte – mit einem wirklich artistischen Treffer zum 1:0 für Kolumbien. Danach passierte Historisches: Abbosbek Fayzullaev erzielt das allererste WM-Tor überhaupt für Usbekistan.

[00:01:55] Sprecher 1: Ein riesiger Moment, klar – aber die Freude hielt nur ein paar Augenblicke. Luis Díaz trifft direkt im Gegenzug zum 2:1. Ist das dann schlicht diese individuelle Klasse, die den Unterschied macht?

[00:02:06] Sprecher 2: Díaz hat die aufkeimende Euphorie einfach im Keim erstickt. Kolumbien gewinnt am Ende 3:1, aber Usbekistans Trainer Fabio Cannavaro war hinterher unglaublich stolz auf sein Team. Er meinte, es habe sich angefühlt, als spiele man mitten in Kolumbien.

[00:02:21] Sprecher 1: Dieser Mut der Außenseiter bildet einen starken Kontrast zu den europäischen Schwergewichten. Englands 4:2 gegen Kroatien war zwar torreich, aber Thomas Tuchel hatte bei seiner WM-Premiere als englischer Nationaltrainer ganz andere Probleme. Er war maßlos verärgert, weil sich während der Nationalhymne eine Wand aus rund 50 Fotografen direkt vor ihm aufbaute.

[00:02:46] Sprecher 2: Er konnte seine eigenen Spieler gar nicht mehr sehen, oder?

[00:02:47] Sprecher 1: Richtig. Ein sehr emotionaler Moment vor dem Anpfiff wurde ihm durch diesen Tumult abseits des Platzes förmlich geraubt.

[00:02:53] Sprecher 2: Bei den Portugiesen dominierte nach dem 1:1 gegen die DR Kongo ebenfalls ein Nebenschauplatz. Obwohl João Neves früh zur Führung traf und Yoane Wissa dann später ausgleichen konnte, bringt uns das direkt zurück zu meiner Anfangsbeobachtung: Cristiano Ronaldo verzeichnete in 90 Minuten lediglich 25 Ballkontakte. Die Kongolesen haben die Passwege im Zentrum systematisch gekappt. Ronaldo war gezwungen, tief in die eigene Hälfte abzukippen, wo er für das Offensivspiel dann völlig wirkungslos blieb.

[00:03:24] Sprecher 1: Da drängt sich schon die Frage auf, ob seine Startelf-Garantie mittlerweile eher eine historische Bürde für die Mannschaftsdynamik darstellt. Die portugiesischen Medien üben heute Morgen jedenfalls scharfe Kritik.

[00:03:35] Sprecher 2: Nationaltrainer Roberto Martínez bleibt dagegen ruhig, lobt die Einstellung und meint pragmatisch, die Gruppenphase diene eben dazu, Schwächen rechtzeitig zu korrigieren.

[00:03:50] Sprecher 1: Das klingt aber fast schon ein bisschen nach Ausrede. Wenn der Kapitän so isoliert ist und das Angriffsspiel ins Stocken gerät, ist das doch kein Test mehr.

[00:03:58] Sprecher 2: Hier prallen zwei Welten aufeinander. Der Trainer handelt nüchtern und schützt sein Team für den langen Turnierverlauf. Er muss diese interne Gelassenheit ausstrahlen.

[00:04:05] Sprecher 1: Auch wenn draußen der mediale Lärm um alternde Stars tobt – die Diskrepanz zwischen dieser riesigen Aufregung und der ergebnisorientierten Ruhe der Trainer wird den weiteren Turnierverlauf wohl entscheidend prägen. Es bleibt spannend zu beobachten, wann pragmatische Treue in einen taktischen Stillstand kippt. Vielen Dank, dass du heute Morgen wieder eingeschaltet hast – wir hören uns morgen früh zur nächsten Ausgabe.