Inhaltsverzeichnis - das findest du hier
Der Deutsche Fußball-Bund hat im vergangenen Jahr einen Überschuss von 19,2 Millionen Euro erzielt und damit seine finanzielle Basis weiter gestärkt. Das Eigenkapital des Verbandes steigt durch das Ergebnis des Jahres 2025 auf 188 Millionen Euro. Zugleich arbeitet der DFB weiter daran, noch deutlich größere Summen zurückzubekommen. Sollte Deutschland bei der kommenden WM 2026 sogar Weltmeisterwerden, würde man rund 42,7 Millionen Euro von der FIFA erhalten. Dabei müsste man knapp 12 Mio. An die 26 WM-Fahrer auszahlen, der Rest würde mit den Reisekosten etc. verrechnet.

Solide Zahlen und der Blick auf den Campus
Der Verband teilte die Kennzahlen am Montag mit. Nach DFB-Angaben versetzt das Ergebnis den Verband in die Lage, Verbindlichkeiten für den Bau des DFB-Campus weiter abzubauen und gleichzeitig gezielt in die Zukunft des Fußballs zu investieren. Schatzmeister Stephan Grunwald sprach trotz der „wirtschaftlich herausfordernden Zeiten“ vom weiter bestehenden „ambitionierten Ziel, am Jahresende 2029 schuldenfrei“ zu sein. Präsident Bernd Neuendorf betonte: „Wirtschaftliche Vernunft wird auch in Zukunft die Basis für unser Handeln sein.“
Hoffnung auf Rückzahlungen aus den Steuerverfahren
Große Bedeutung hat für den DFB weiterhin die Auseinandersetzung um die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Jahre 2006, 2014 und 2015. Vor allem mit Blick auf 2014 und 2015 sieht sich der Verband nach dem Freispruch für Ex-Schatzmeister Stephan Osnabrügge im Februar vor dem Landgericht Frankfurt/Main in einer besseren Position. Dieses Urteil gilt intern als Meilenstein, auch weil das Finanzamt im Dezember 2022 die Aberkennung verfügt hatte und der DFB Einspruch einlegte. Nach Einschätzung des Verbandes könnte das Osnabrügge-Urteil erheblichen Einfluss auf den weiteren Verlauf haben. Insgesamt darf der DFB auf eine Rückzahlung von 30 Millionen Euro hoffen. Dass inzwischen das Finanzamt Bad Homburg vor der Höhe die Bearbeitung der Einsprüche übernommen hat, hatte zuletzt für Aufmerksamkeit gesorgt. Zu „dem weiteren Verfahrensverlauf und der Verfahrensdauer“ könne man „derzeit keine Angaben machen“, erklärte der DFB am Montag.
Fall 2006 bleibt Belastung
Weniger günstig stellt sich die Lage im „Fall 2006“ dar. Im vergangenen Jahr wurde der DFB im Sommermärchen-Prozess zu einer Geldstrafe von 130.000 Euro verurteilt. In der Folge des WM-Skandals war dem Verband 2017 rückwirkend die Gemeinnützigkeit für 2006 aberkannt worden, weshalb 22 Millionen Euro an Steuern nachzuzahlen waren. Auch gegen diesen Bescheid legte der DFB Einspruch ein und kämpft vor dem Finanzgericht Kassel um die Rückerstattung der Nachzahlung. Die Verurteilung durch das Landgericht bedeutete einen herben Rückschlag, weshalb der Verband Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe gegen das Urteil einlegte. Einen neuen Stand gibt es in diesem Verfahren bislang nicht.