DFB-Team hat heute am Sonntag frei: Auszeit im Nachtleben und Inspiration durch Jordan

Die DFB-Auswahl hat ihre WM-Generalprobe erfolgreich absolviert und reist nach dem neunten Sieg in Serie mit viel Rückenwind ins Turnier. Nach dem 2:1 (1:1) gegen die USA in Chicago nutzten Joshua Kimmich und seine Kollegen eine von Julian Nagelsmann großzügig gewährte Auszeit für einen Abstecher ins Nachtleben und einen Besuch auf den Spuren von Michael Jordan. Vor dem Auftakt der „Route 26“ durfte die Mannschaft am Lake Michigan noch einmal durchatmen.

Torhueter Manuel Neuer in einer Retro-Trainingsjacke vor dem Test-Laenderspiel zwischen den USA und Deutschland. Die Partie fand am 6. Juni 2026 im Soldier Field von Chicago statt. Alexander Hassenstein / Getty Images
Torhueter Manuel Neuer in einer Retro-Trainingsjacke vor dem Test-Laenderspiel zwischen den USA und Deutschland. Die Partie fand am 6. Juni 2026 im Soldier Field von Chicago statt. Alexander Hassenstein / Getty Images

Freizeit in Chicago vor dem WM-Start

Nach dem Erfolg im ausverkauften Soldier Field ließ es die DFB-Elf zunächst in der Windy City ruhiger angehen. Nagelsmann, der stark erkältet war, gestattete seinem Team nach dem Spiel freie Stunden und betonte, die Stadt biete durchaus Möglichkeiten, „ein bisschen was zu erleben“. Zugleich schob der Bundestrainer sofort nach: „Danach richtet sich der volle Fokus aber auf das Turnier.“

Für die Spieler ging es nach einem gemeinsamen Essen an den Chicago River, ehe sie am Sonntag ein besonderes Programm erwartete. Bei einem Rundgang durch das Trainingszentrum der Chicago Bulls wurden Erinnerungen an Basketball-Ikone Jordan wach. Nun soll die deutsche Mannschaft in den USA an einem eigenen Heldenepos arbeiten.

Havertz glänzt, Sané trifft, Baumann hält

Sportlich war der Test gegen den Co-Gastgeber ein weiterer Fingerzeig in Richtung WM. Kai Havertz traf nach nur 100 Sekunden per Kopf zur Führung und bereitete später den entscheidenden Treffer von Leroy Sané in der 57. Minute vor. Der Angreifer von Bayern München, der Siegtorschütze der Partie, trat damit ebenso in den Vordergrund wie der auffällige Havertz. Den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielte Antonee Robinson in der 37. Minute mit einem Traumtor, das am Ende nur ein Schönheitsfehler blieb.

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Nagelsmann sprach von einem „perfekten Test“ und ordnete den neunten Sieg nacheinander als wichtige Bestätigung ein. „Neun Siege in Folge sind gut für das Selbstvertrauen“, sagte der 38-Jährige. Auch Joshua Kimmich sah die Vorbereitung auf Kurs und erklärte: „Man merkt, dass Rhythmus und Automatismen reinkommen.“ Zugleich müsse das Team „als Team während des Turniers wachsen“.

Feinschliff in Winston-Salem und klare Personalien

Bevor am 14. Juni in Houston gegen Außenseiter Curacao der WM-Raketenstart gelingen soll, verlegt der viermalige Weltmeister sein Quartier nach Winston-Salem. Dort steht der Feinschliff an, und Nagelsmann machte deutlich, dass die Arbeit noch längst nicht abgeschlossen ist. „Es gibt noch Dinge zu tun, aber da haben wir Lust drauf“, sagte er. Direkt nach der Partie wurde das Spiel mit seinem Staff intensiv aufgearbeitet.

Inhaltlich sieht der Bundestrainer vor allem bei der „Positionsanpassung bei hohem Druck“ Nachholbedarf. Außerdem müsse die gute Besetzung des letzten Drittels besser genutzt werden, „damit wir zu klaren Abschlüssen kommen“. Das Duell mit den USA habe darüber hinaus wertvolle Hinweise auf die Bedingungen beim Turnier geliefert, denn bei schwül-warmer Witterung sei Vollgas-Fußball über 90 Minuten kaum möglich. „Wenn wir in New York bei 40 Grad spielen, können wir nicht 90 Minuten attackieren“, sagte Nagelsmann. Wer hoch verteidige, müsse das „mit 100 Prozent Intensität“ tun, andernfalls ziehe man sich zurück. „Da müssen wir einen guten Mittelweg finden.“ Gerade zum Ende beider Halbzeiten hatte die DFB-Elf in dieser Hinsicht größere Probleme, weshalb letztlich Oliver Baumann mit starken Paraden den Sieg festhielt.

Im Tor wird der Hoffenheimer dennoch Platz machen müssen, denn Manuel Neuer soll nach seinen Wadenproblemen „gegen Curacao im Tor stehen“, stellte Nagelsmann klar. Auch die restliche Startelf ist bereits gesetzt. Sané betrieb mit seinem Treffer Eigenwerbung und zeigte nach der Partie Mitgefühl für Lennart Karl, der verletzt abreisen musste. „Für Lenny ist ein Traum geplatzt, das tut mir persönlich super leid für ihn, er ist ein super Junge, ein super Fußballspieler“, sagte der Offensivmann. Im defensiven Mittelfeld neben Aleksandar Pavlovic ist Felix Nmecha fest eingeplant, auf der linken Seite der Viererkette liegt Nathaniel Brown vor David Raum. Der Frankfurter spielt nach Ansicht seines Bundestrainers zu bescheiden auf. „Er weiß noch gar nicht, wie gut er eigentlich ist“, sagte Nagelsmann und ergänzte: „Er ist einen Tick zu bescheiden, für das, was er kann.“

Dass der Ausflug ins Nachtleben und die Tour bei den Bulls auch abseits des Rasens für zusätzlichen Schwung sorgen soll, liegt aus Sicht der Mannschaft auf der Hand.