Fußball heute Vorschau: FC Bayern gegen VfB Stuttgart im DFB-Pokal-Finale

Der FC Bayern kehrt nach sechs Jahren ins Berliner Olympiastadion zurück und will dort gegen den VfB Stuttgart den Pokal-Showdown für sich entscheiden. Vor rund 74.000 Zuschauern geht es für den Rekordsieger um mehr als einen Titel, denn nach der souveränen Meisterschaft wäre nur das erste Double seit 2020 ein wirklich vollwertiger Saisonabschluss. Manuel Neuer fehlt dabei verletzt, den Münchner Schlussmann ersetzt erneut Jonas Urbig.

Der DFB-Pokal wird vor dem Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg am 23. April 2026 in der MHPArena in Stuttgart präsentiert. (Christian Kaspar-Bartke / Getty Images Europe via Getty Images)
Der DFB-Pokal wird vor dem Halbfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem SC Freiburg am 23. April 2026 in der MHPArena in Stuttgart präsentiert. (Christian Kaspar-Bartke / Getty Images Europe via Getty Images)
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23.5.2026
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Rückkehr an einen Ort mit besonderer Erinnerung

Die letzte Reise nach Berlin ist den Bayern noch präsent, auch wenn sie schon lange zurückliegt. Damals spielten sie ohne Publikum, wie Vereinsboss Jan-Christian Dreesen erinnerte: „Das letzte Mal haben wir ohne Zuschauer gespielt. Corona-Zeit, so lange ist das schon her.“ Dieses Mal herrschen völlig andere Bedingungen, denn nach 2149 Tagen wartet endlich wieder das Pokalfinale im Olympiastadion, diesmal vor fast voller Kulisse statt vor 700 Fans.

Für die Münchner ist die Ausgangslage klar. Sie wollen die bitteren Aus im DFB-Pokal der vergangenen Jahre gegen Kiel, Gladbach, Freiburg, Saarbrücken und Leverkusen endgültig hinter sich lassen. Harry Kane machte unmissverständlich deutlich: „Sollten die Bayern nicht gewinnen, wird das einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.“

Stuttgart reist als Außenseiter, aber ohne Druck an

Der VfB Stuttgart kommt als Titelverteidiger nach Berlin und kann nach dem Pokalsieg im vergangenen Jahr gegen Arminia Bielefeld sowie der erfolgreichen Qualifikation für die Champions League befreit auftreten. Deniz Undav sprach deshalb von einem „Bonusspiel“ und ordnete die Rollen klar ein: Der VfB habe „nichts zu verlieren, wir sind der komplette Underdog“. Gleichzeitig erinnerte er daran: „Es gibt den klaren Favoriten, das ist der FC Bayern.“

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Für Stuttgart wäre ein Coup dennoch die Krönung einer erneut starken Saison. Sebastian Hoeneß träumte offen von einem Erfolg gegen die Münchner: „Ein Pokalsieg im Finale gegen die Bayern, da geht nichts mehr drüber.“ Der Chefcoach bezeichnete den Gegner als „die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland und eine der besten in Europa“. Im Gegensatz zu Bayern kann der VfB personell aus dem Vollen schöpfen, weshalb Hoeneß sein Team auch in Bestbesetzung erwartet. Zugleich sieht er das Duell als „den perfekten Saisonabschluss, den perfekten Rahmen“.

Bayern voller Selbstvertrauen, Kompany blickt nach Berlin

Der VfB ist trotz allem gewarnt. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth verwies darauf, dass man in dieser Saison mehrfach gesehen habe, wozu die Bayern imstande seien. Alle drei direkten Duelle in dieser Spielzeit gingen an die Münchner, das Torverhältnis lautet 11:3. Hoeneß brachte es nüchtern auf den Punkt: „Wenn wir zehnmal gegeneinander spielen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir sehr viele Spiele verlieren, aber wir müssen ja nur eins spielen.“ Undav ergänzte, man müsse eben „beten, dass sie Fehler machen und wir die ausnutzen“, räumte aber sofort ein: „Das wird sehr, sehr schwer.“

Auf der anderen Seite strotzt der Meister trotz der ausgiebigen Feierlichkeiten und des bitteren Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Paris Saint-Germain vor Selbstvertrauen. Dreesen erklärte entschlossen: „Wir wollen gewinnen – und wir werden auch gewinnen.“ Präsident Herbert Hainer zeigte sich ebenfalls „sehr zuversichtlich“ und verwies auf die Geschlossenheit der Mannschaft über die gesamte Saison: Die Mannschaft wolle unbedingt den Titel holen, um die Spielzeit gut abzuschließen und „um wirklich das Gefühl zu haben, dass wir den nächsten Schritt gemacht haben“, wie Kane formulierte.

Für Vincent Kompany ist das Finale zudem ein persönlicher Meilenstein. „Seit meinem ersten Tag bei Bayern wird über Berlin gesprochen“, sagte der Coach. „Dass wir den Verein wieder dorthin bringen, ist ein riesiges Geschenk.“ Ohne den Titel, so macht die Münchner Führung klar, wäre dieser Weg am Ende allerdings kaum etwas wert.