WM-Duell der Deutschen Torhüter: VfB Torwart Nübel pariert, Baumann patzt

Alexander Nübel hat im Rennen um das deutsche WM-Tor ein starkes Signal gesetzt. Beim wilden 3:3 (1:2) des VfB Stuttgart bei der TSG Hoffenheim zeigte der Schlussmann eine Leistung, die im Duell mit Oliver Baumann Gewicht haben dürfte. Während Nübel trotz einer blutenden Nase, Kopfschmerzen und ohne Trikot aus dem Kracher ging, erwischte sein Rivale einen gebrauchten Nachmittag.

Alexander Nübel und Oliver Baumann (Deutschland) im Gespräch beim Aufwärmen vor dem Länderspiel gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images

 

Nübel rettet Stuttgart einen Punkt

Im baden-württembergischen Duell am drittletzten Spieltag der Fußball-Bundesliga hatte Nübel großen Anteil daran, dass die Schwaben überhaupt mit einem Zähler heimfuhren. Der 29-Jährige parierte mehrfach stark und brachte den VfB nach dem turbulenten Spielverlauf in eine bessere Position im Kampf um die Champions League. VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sagte über den Keeper: „Alex hat sich in eine sehr gute Position für die WM gebracht“. Zudem lobte er: „Er hat unglaublich gehalten und uns den Punkt gerettet.“

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Nübel selbst rückte nach dem Schlusspfiff die Mannschaftsleistung in den Vordergrund. „Wir haben Mentalität gezeigt, das zeigt den Willen der Mannschaft.“, erklärte er. „Das Unentschieden ist wie ein Sieg.“ Der Leihspieler des FC Bayern München, dessen Ausleihe im Sommer nach drei Jahren endet, bekam auch Rückendeckung von Sebastian Hoeneß. Der VfB-Coach, der einst ebenfalls Baumanns Trainer bei der TSG war, sprach von einem „super aufgelegten Alex“.

Baumann hadert mit Fehlern

Ganz anders fiel die Bilanz bei Oliver Baumann aus. Der 35 Jahre alte Hoffenheimer galt zuletzt mit Blick auf die WM-Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli als deutsche Nummer eins, stand gegen Stuttgart aber bei allen drei Gegentoren nicht gut. Beim ersten VfB-Treffer von Chris Führich aus spitzem Winkel in der 20. Minute räumte der TSG-Torwart selbstkritisch ein: „Den kann ich definitiv halten“.

Auch die verspielte Zwei-Tore-Führung gegen die dezimierten Stuttgarter nagte am Routinier. „Wir haben definitiv 3:3 verloren“, sagte Baumann bei Sky. „Daraus müssen wir lernen.“ Ausgerechnet in einer Partie, in der er sich mit Nübel um die Rolle im deutschen WM-Tor misst, musste der Hoffenheimer einen Rückschlag hinnehmen. Hoeneß stellte deshalb ebenfalls den WM-Aspekt heraus und betonte: „Alex hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig er sein kann“, sagte er. „In einem Spiel wie diesem einen Punkt zu sichern, schadet sicher nicht bei der Frage, wer bei der WM im Tor steht.“

Kampf um Königsklasse und WM-Rolle

Vor der Nationalmannschaftsfrage steht für beide Klubs allerdings noch der Bundesliga-Endspurt im Kampf um die Champions League. Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart und die TSG Hoffenheim liegen punktgleich auf den Rängen vier bis sechs. Eine Vorentscheidung könnte am kommenden Spieltag fallen, wenn Stuttgart auf Leverkusen trifft.

In Sinsheim war zunächst André Kramaric wie geschaffen für eine Hoffenheimer Nacht in Richtung Königsklasse. Zunächst gab der 34 Jahre alte kroatische Altstar seine Vertragsverlängerung um zwei Jahre bekannt, dann traf der Rekordtorschütze der TSG doppelt in der 7. und 49. Minute. Dazu war auch Bazoumana Touré in der 24. Minute erfolgreich. Trotzdem reichte es für Hoffenheim nicht. Für Stuttgart trafen Chris Führich in der 20. Minute, Ermedin Demirovic in der 64. Minute und Joker Tiago Tomas in der 90.+5 Minute, als der VfB sein 2000. Bundesliga-Spiel bestritt.

Die Aufholjagd der Schwaben wurde auch durch die Rote Karte gegen Kapitän Atakan Karazor in der 69. Minute wegen eines groben Foulspiels an Fisnik Asllani nicht gestoppt. Die Sperre wird den VfB im Duell mit Leverkusen allerdings zur Hypothek.