FIFA WM 2026 Teilnahme: Iran fordert von Fifa Sicherheitsgarantien & politische Neutralität

Der iranische Fußballverband hat die Fifa scharf attackiert und macht eine Teilnahme an der WM 2026 von klaren Zusagen abhängig. Verbandschef Mehdi Tadsch sprach von einer bislang beispiellos schwachen Fifa und kritisierte, der Weltverband lasse sich von der Politik einschüchtern. Gleichzeitig verlangt der Iran Sicherheitsgarantien, politische Neutralität und Schutz für Mannschaft und Funktionäre.

Tom Brady, Shaquille O'Neal, Rio Ferdinand, Aaron Judge und Wayne Gretzky stehen auf der Bühne während der offiziellen WM-2026-Auslosung im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington D.C. am 5. Dezember 2025. Auf der Leinwand im Hintergrund ist der Iran zu sehen. (Kevin Dietsch / Getty Images North America via Getty Images)
Tom Brady, Shaquille O’Neal, Rio Ferdinand, Aaron Judge und Wayne Gretzky stehen auf der Bühne während der offiziellen WM-2026-Auslosung im John F. Kennedy Center for the Performing Arts in Washington D.C. am 5. Dezember 2025. Auf der Leinwand im Hintergrund ist der Iran zu sehen. (Kevin Dietsch / Getty Images North America via Getty Images)

Iran stellt Bedingungen für die WM in den USA

Tadsch sagte laut Nachrichtenagentur Tasnim, er habe die Fifa »noch nie so schwach erlebt«. Statt gegen »Beleidigungen und Erniedrigungen gegenüber Iran« vorzugehen, beschränke sich der Weltverband auf »rein verbale Verurteilungen«. Vor allem müsse die Fifa verhindern, dass sich US-Präsident Donald Trump in sportliche Fragen der Weltmeisterschaft einmischt.

Der Iran habe sich sportlich qualifiziert, betonte Tadsch, und Trump sei »nicht auf dem Niveau, darüber zu entscheiden, ob wir an der Weltmeisterschaft teilnehmen dürfen oder nicht«. Dafür brauche sein Verband »keine Erlaubnis« aus Washington.

Treffen mit der Fifa geplant

Nach Angaben des Verbandschefs will der FFI in einem Gespräch mit Vertretern der Fifa seine Teilnahmebedingungen konkret vorlegen. Der iranische Verband fordert unter anderem, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen Mannschaft oder Verband geben darf. Außerdem soll die offizielle Flagge der Islamischen Republik gehisst werden und nicht die Flagge der Opposition. Dazu verlangt der Iran umfassende Sicherheit für Spieler, Trainerstab und Funktionäre. »Das muss uns die Fifa zusichern, und nur unter diesen Bedingungen werden wir teilnehmen«, sagte Tadsch.

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Streit um Einreise und Auftaktspiel

Das iranische Nationalteam soll am 15. Juni Ortszeit mit der Partie gegen Neuseeland in die WM starten. In der Gruppe G trifft die Auswahl außerdem auf Belgien und Ägypten. In den USA leben mehr als eine Million Iraner, von denen die meisten als Gegner der jetzigen Führung gelten.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, er lasse Fifa-Präsident Gianni Infantino bei der Entscheidung über eine iranische Teilnahme freie Hand. »Ich finde, lassen wir sie spielen«, sagte Trump im Weißen Haus. Kurz davor hatte Infantino beim Kongress des Weltverbands in Vancouver zugesichert, dass Iran bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko in diesem Sommer dabei sein werde.

Tadsch selbst konnte an dem Kongress nicht teilnehmen. Medienberichten zufolge wurde er auf dem Weg nach Vancouver bei der Einreise nach Kanada an der Grenze abgewiesen.