WM Expertentipp & Prognose – Weltmeister Klinsmann tendiert im Finale zu Spanien als Sieger

Vor dem WM-Finale traut Jürgen Klinsmann dem Europameister Spanien eine minimale Chance mehr zu als Titelverteidiger Argentinien. Der Weltmeister von 1990 sieht das Endspiel als Duell zweier grundverschiedener Fußballphilosophien, in dem beide Teams ihren Finaleinzug verdient hätten.

Bundestrainer Joachim Löw und US coach Jürgen Klinsmann (R) beim Spiel der WM Vorrunde n der Pernambuco Arena in Recife am 6.Juni 2014. AFP PHOTO / NELSON ALMEIDA
Bundestrainer Joachim Löw und US coach Jürgen Klinsmann (R) beim Spiel der WM Vorrunde n der Pernambuco Arena in Recife am 6.Juni 2014. AFP PHOTO / NELSON ALMEIDA

Weltmeisterschaften
19.7.2026
- 21:00
Spanien
1 0
Argentinien

Klinsmann sieht hauchdünnen Vorteil für Spanien

Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) im New Yorker Büro von adidas ließ Klinsmann keinen Zweifel daran, wie knapp er die Ausgangslage einschätzt. „Die Chancen stehen 50:50, aber ein klein bisschen tendiere ich zu Spanien“, erklärte der frühere Bundestrainer. Für ihn treffen im Endspiel „zwei verschiedene Arten“ von Fußball aufeinander, wobei „beide es verdient“ hätten, an diesem Punkt des Turniers zu stehen.

Beim amtierenden Weltmeister Argentinien hebt Klinsmann vor allem die mentale Stärke der Mannschaft hervor. Den „Spirit, ein Herz“ der Südamerikaner bezeichnete er als „phänomenal“. Spanien wiederum funktioniere nach einem anderen Prinzip, weniger abhängig von einem einzelnen Ausnahmekönner. Anders als Argentinien mit Lionel Messi sei die Furia Roja „nicht so fokussiert auf einen Spieler“, so der Experte. Stattdessen hätten sich die Spanier „sehr kontinuierlich durch das Turnier gezogen“ und verfügten über „eine spielerische Klasse, bei der nicht der Einzelne der Superstar ist“.

Ein Turnier mit Strahlkraft für den gesamten Kontinent

Nach fünfeinhalb intensiven WM-Wochen fällt Klinsmanns Gesamtbilanz durchweg positiv aus. In seiner Wahlheimat USA erlebte er nach eigener Aussage eine „faszinierende Weltmeisterschaft“. Er betonte, dass es von Beginn bis zum Ende „viele Dinge“ gegeben habe, über die man diskutieren könne, darunter positive wie auch kritische Aspekte. Sportlich sei am Ende jedoch alles aufgegangen: „Ein Turnier, wo zum Schluss die Top Vier der Welt zu Recht im Halbfinale standen“, resümierte der Ex-Bundestrainer.

Besonders die Begeisterung der Zuschauermassen über den gesamten Austragungsort hinweg beeindruckte Klinsmann. „Die Fans, egal aus welchem Fleck der Erde, waren restlos begeistert“, sagte er. Die Anhänger hätten demnach die drei Gastgeberländer regelrecht in Beschlag genommen: „Sie haben Amerika aufgesaugt, Mexiko aufgesaugt, Kanada aufgesaugt.“ Auch die Rahmenbedingungen stimmten aus seiner Sicht durchweg, denn die Stadien seien gefüllt gewesen und auf den Fanfesten habe eine ausgelassene Stimmung geherrscht.

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Mit dem Endspiel am heutigen Sonntagabend (21.00 Uhr MESZ, live bei ZDF und MagentaTV) findet nach Klinsmanns Worten „ein unglaubliches Fußballfest“ seinen Abschluss. Für die beteiligten Teams sei das Turnier zugleich ein echter Kraftakt gewesen, ein „Marathon für die Mannschaften“. In der Gesamtschau zieht Klinsmann ein eindeutiges Fazit: „Im Großen und Ganzen war es ein Megaturnier.“