Wenige Wochen vor dem Start der Fußball-WM steht die FIFA erneut wegen ihres Umgangs mit US-Präsident Donald Trump in der Kritik. Human Rights Watch wirft dem Weltverband vor, sich auf eine peinliche Weise an Trump anzubiedern und damit den falschen Kurs für ein erfolgreiches Turnier einzuschlagen.

Vorwurf: Menschenrechte nur unzureichend geschützt
Minky Worden von Human Rights Watch erklärte gegenüber ntv.de, die FIFA und Präsident Gianni Infantino seien davon ausgegangen, dass eine solche „Trump-Anbiederung auf die unglaublichste und peinlichste Art und Weise, die man sich vorstellen kann, der einzige Weg für eine erfolgreiche WM ist“. Sie halte das jedoch „für ein völlig falsches Verständnis“.
Aus Sicht der Menschenrechtlerin habe der Weltverband im Hinblick auf die Einhaltung der Menschenrechte bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada vom 11. Juni bis 19. Juli „auf unvorstellbarer Ebene“ versagt. Der Eindruck sei derzeit eher der, dass das Turnier zu einer potenziellen Menschenrechtskatastrophe werde.
Warnung vor ICE-Einsätzen im WM-Umfeld
Das größte Risiko sieht Worden im Umgang mit der umstrittenen US-Einwanderungsbehörde ICE. Einsätze der Agenten im Umfeld der WM müssten „unbedingt verhindert werden“, forderte sie. Dabei gehe es um Gefahren, die der FIFA seit Langem bekannt seien, die aber nicht angegangen worden seien, weil auch innerhalb des Verbands niemand das Wort „ICE“ in den Mund nehme.
Darüber hinaus kritisierte sie die Vergabe eines neu geschaffenen Friedenspreises der FIFA an Trump. „Hierbei handelt es sich um eine Form der Korruption“, sagte Worden. „Das ist eine erfundene Sache, um einem Mann zu schmeicheln, der nicht für Frieden, sondern für die gewaltsame Unterdrückung der Amerikaner, Bombardierungen außerhalb des Staatsgebiets und Kriege im Ausland steht.“