Der FC Bayern München hat sich mit einem souveränen 2:1 (2:0) gegen Borussia Dortmund den ersten Titel der neuen Saison gesichert und damit eindrucksvoll unterstrichen, dass der Hunger nach dem Double noch längst nicht gestillt ist. Im ausverkauften Dortmunder Stadion setzten die Münchner von Beginn an ein Zeichen und ließen dem ewigen Rivalen kaum eine Chance.

Brown und Olise schießen Bayern zum Supercup-Titel
Vor den Augen von Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp und Bundeskanzler Friedrich Merz demonstrierten die Bayern über weite Strecken jene Dominanz, die man von ihnen gegen den BVB gewohnt ist. Nathaniel Brown brachte die Gäste in der 28. Minute in Führung, Michael Olise legte kurz vor der Pause mit dem 2:0 nach (45.+1) und bescherte dem Rekordmeister damit den 13. Erfolg im Supercup, benannt nach Franz Beckenbauer, und den sechsten Titelgewinn in diesem Wettbewerb seit 2020. Erst als die Münchner das Tempo etwas herausnahmen, kam Dortmund besser ins Spiel. Fábio Silva verkürzte in der 75. Minute, doch der Anschlusstreffer kam zu spät, um die Partie noch zu drehen. Für zusätzliche Brisanz sorgte kurz vor Schluss die Rote Karte gegen Ramy Bensebaini, der Bayern-Neuzugang Ismael Saibari grob gefoult hatte (90.).
„Es fühlt sich gut an. Ich selbst bin nicht so gut reingekommen, aber das Tor hat geholfen“, sagte Torschütze Brown im Anschluss bei Sat.1 und stellte klar: „Wir wollen so weitermachen und Titel holen.“
Musiala fehlt verletzt, Kompany vertraut auf Brown im Mittelfeld
Schatten auf die Vorbereitung des Duells hatte die gesundheitliche Situation von Jamal Musiala geworfen. Der Offensivspieler war zuvor bei Testspielen gegen RB Leipzig und den 1. FC Heidenheim auf dem Rasen zusammengebrochen. Musiala selbst erklärte später über Instagram, er leide an „temporär kurz auftretenden, aber gut behandelbaren Absencen, die auf eine neurologische Dysfunktion“ zurückzuführen seien. In Dortmund musste der Nationalspieler entsprechend zuschauen.
Bayern-Trainer Vincent Kompany reagierte auf den Ausfall, wie schon beim Telekom-Cup-Test gegen Leipzig, mit einer Umbesetzung im offensiven Mittelfeld und setzte erneut auf Brown. Der 23-Jährige, der in seiner bisherigen Laufbahn überwiegend als Außenverteidiger auflief, fand sich in seiner neuen Rolle bemerkenswert schnell zurecht und war von Beginn an tief in das Kombinationsspiel der Münchner eingebunden.
Spielverlauf: Bayern lässt Karetsas-Debüt kalt, Konstantelias belebt den BVB
Auf der Dortmunder Seite richtete sich das Interesse zunächst auf Konstantinos Karetsas. Der für rund 30 Millionen Euro aus Genk verpflichtete Grieche soll der BVB-Offensive künftig mehr Kreativität und spielentscheidende Momente verleihen. Nach zäher Anfangsphase übernahmen jedoch die in Bestbesetzung angetretenen Münchner die Kontrolle. Im Zentrum des Geschehens stand Brown, der nach einer Ablage von Olise das 1:0 mühelos verwandelte.
Fast hätte Daniel Svensson auf der Gegenseite postwendend ausgeglichen, doch der Schwede vertändelte eine Großchance und trat freistehend über den Ball (32.). Diese vergebene Möglichkeit rächte sich prompt: Zunächst entschärfte Gregor Kobel einen Abschluss von Luis Diaz (36.), anschließend setzte Brown einen Versuch knapp vorbei (43.), ehe Olise mit einem Solo die gesamte Dortmunder Abwehrreihe aussteigen ließ und zum 2:0 traf.
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Dortmunds Trainer Niko Kovac reagierte nach dem Wechsel und brachte mit Giannis Konstantelias den zweiten griechischen Offensivakteur. Der Neuzugang machte sofort auf sich aufmerksam, tanzte Joshua Kimmich mit einem Dribbling aus und zwang mit einem Volleyschuss, den Jonathan Tah gerade noch blockte, für Gefahr (52.). Kurz darauf zeigte Manuel Neuer bei einem Abschluss von Karetsas einen sehenswerten Reflex und hielt die Führung fest (52.). Für Stimmung im Stadion sorgte das dennoch kaum, da die Ultra-Gruppierungen beider Vereine den Supercup boykottierten und für ungewohnte Ruhe auf den Rängen sorgten.
Dortmund drängte in der Folge zwar auf den Anschluss, blieb aber lange ohne zwingende Torgelegenheiten. Erst ein präziser Steckpass von Konstantelias auf Svensson hebelte die Bayern-Defensive endgültig aus. Dessen Hereingabe verwertete schließlich Fábio Silva zum späten 1:2-Anschlusstreffer.

Kompany plant weiter mit Brown auf der Zehn
Kompany kündigte nach dem Abpfiff an, Brown auch künftig im offensiven Mittelfeld einzusetzen. „Er ist ein unfassbar schlauer Spieler“, sagte der Bayern-Trainer und verwies auf die ähnlichen Räume, die Außenverteidiger und Zehner in seinem System besetzen. Auch Joshua Kimmich lobte das intelligente Raumverhalten und die Vielseitigkeit des 23-Jährigen: „Er kann links hinten, rechts hinten, er kann auf außen spielen, er kann auf der Zehn spielen.“ Der eigentliche Linksverteidiger bietet den Münchnern damit gerade angesichts der Ausfälle von Serge Gnabry und Lennart Karl eine zusätzliche Option hinter der Spitze.