Mit dem WM-Pokal im Gepäck, aber deutlich außer Plan ist die spanische Nationalmannschaft am Montag in ihrer Heimat gelandet. Statt wie vorgesehen kurz nach 13 Uhr setzte der Siegerflieger erst um 14.33 Uhr auf dem Flughafen Madrid-Barajas auf, mehr als anderthalb Stunden später als angekündigt. Tausende Anhänger hatten dort schon seit den frühen Morgenstunden ausgeharrt, um ihre Helden zu empfangen.

Nach dem dramatischen 1:0 nach Verlängerung gegen Argentinien im Finale war die Erwartung entsprechend groß. Ferran Torres, der das entscheidende Tor erzielt hatte, Ausnahmetalent Lamine Yamal und Mittelfeldmotor Rodri wurden auf der Gangway von johlenden Fans empfangen. Kapitän Rodri präsentierte den goldenen Pokal stolz in die Höhe und ließ sich von den Anhängern feiern, bevor der eigentliche Feiermarathon durch Madrid seinen Lauf nahm.
Empfang bei Königshaus und Regierung
Direkt vom Flughafen ging es für das Team von Trainer Luis de la Fuente weiter zum Königspalast La Zarzuela am Stadtrand der Hauptstadt. Dort wartete König Felipe VI. auf die neuen Weltmeister, der bereits im MetLife Stadium in New Jersey die Finalpartie live mitverfolgt hatte. Im Anschluss ist für etwa 18.00 Uhr ein Empfang durch Ministerpräsident Pedro Sánchez im Regierungssitz Moncloa geplant, bei dem das Team offiziell gewürdigt werden sollte.

Von dort aus starten die Titelträger in einem offenen Doppeldeckerbus zu einer Triumphfahrt durch die zentralen Verkehrsadern Madrids. Ziel der Route war der legendäre Cibeles-Brunnen, an dem traditionell sowohl die Nationalelf als auch Real Madrid ihre größten Erfolge feiern. Die Ankunft ist dort für 21.00 Uhr terminiert, begleitet von einer eigens aufgebauten Bühne, auf der sich die Spieler ihren Fans präsentieren sollten.

Riesiges Aufgebot an Sicherheitskräften
Die spanischen Behörden rechneten allein im Zentrum von Madrid mit bis zu einer Million Menschen, die den Weltmeistern zujubeln wollten. Um den erwarteten Andrang zu bewältigen, wurden umfangreiche Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen angeordnet. Insgesamt waren 2050 Polizeibeamte sowie 400 Kräfte der Guardia Civil im Einsatz, um die Feierlichkeiten entlang der Parade-Route abzusichern.
Landesweit hatten Millionen Fans schon in der Nacht nach dem Finaltriumph bis in die frühen Morgenstunden auf den Straßen und in den Bars gefeiert. Die Euphorie über den WM-Titel war ungebrochen groß, wurde jedoch von einem tragischen Zwischenfall überschattet. In der westspanischen Stadt Ciudad Rodrigo in der Provinz Salamanca kam ein 13-jähriger Junge zu Tode. Nach Berichten spanischer Medien stürzte ein Brunnen ein, auf den während der Feierlichkeiten mehrere Zuschauer geklettert waren, der Teenager erlag später seinen Verletzungen.