Kurz vor dem WM-Endspiel gegen Argentinien hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez der eigenen Nationalmannschaft ein besonderes Kompliment ausgesprochen. In einem Gastbeitrag für die Tageszeitung El País bezeichnete er das Team von Luis de la Fuente als „einzigartig“ und hob dabei besonders den Zusammenhalt der Mannschaft hervor.

Sánchez sieht Spiegelbild der spanischen Gesellschaft
Der 54-Jährige nutzte die große Bühne des Finaltags, um die Nationalelf als Sinnbild für ein modernes, solidarisches Spanien darzustellen. Die Mannschaft verkörpere „jenes Spanien, das auf das Kollektiv setzt, um zu gewinnen und sich der Welt als das geliebte und respektierte Land zu präsentieren, das es ist“, schrieb Sánchez in seinem Beitrag. Damit knüpfte er die sportlichen Erfolge direkt an ein politisches Selbstverständnis, das Gemeinschaftssinn über Einzelkönnen stellt.
Um die Partie im MetLife Stadium bei New York nicht nur aus der Ferne zu verfolgen, reiste der Ministerpräsident eigens in die USA. Gemeinsam mit König Felipe VI. verfolgte er das Endspiel gegen Argentinien direkt vor Ort auf der Tribüne, ein Zeichen für die Bedeutung, die der Politik dem Turniererfolg beimisst.
Lob für Teamgeist und offensives Spiel
In seinem Text betonte Sánchez, die Spieler stünden für „Solidarität und Teamgeist“ ebenso wie für herausragende technische Fähigkeiten. Besonders der offensive, mutige Spielstil unter Chefcoach Luis de la Fuente habe die Anhänger im Land „begeistert“ und für Euphorie gesorgt. Der Ministerpräsident zeigte sich überzeugt, dass genau dieser Ansatz Spanien im Finale tragen werde.
Für die entscheidende Partie prognostizierte Sánchez, dass die Mannschaft „zu einer Einheit verschmelzen“ werde, getragen von jenem „Geist der Kameradschaft“, den der Trainer „in dieser einzigartigen Mannschaft geweckt hat“. Die Botschaft war eindeutig: Nicht einzelne Stars, sondern der kollektive Wille sollen den Unterschied gegen Argentinien ausmachen.
Die öffentlichkeitswirksame Reise fällt in eine politisch angespannte Phase für Sánchez. Im Umfeld seines engsten Vertrautenkreises sieht sich der Regierungschef derzeit mit mehreren Korruptionsskandalen konfrontiert, die seine Minderheitsregierung erheblich unter Druck setzen und für innenpolitische Turbulenzen sorgen.