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Vor dem WM-Auftakt drehten sich die meisten Gespräche in Schweden um Viktor Gyökeres und Alexander Isak. Gegen Tunesien trat dann aber Yasin Ayari ins Rampenlicht und überstrahlte die beiden Offensivstars mit einem Doppelpack beim 5:1-Erfolg. Der 22-Jährige hätte dabei sogar auf der anderen Seite auflaufen können.

Ein Talent mit tunesischen Wurzeln
Ayaris Vater stammt aus Tunesien, und vor vier Jahren meldete sich der Verband des nordafrikanischen Landes schon einmal bei dem Mittelfeldspieler. Erfolglos. Damals hatte sich der in Stockholm geborene Profi gerade als Teenager in der schwedischen Liga durchgesetzt und stand vor seiner ersten Berufung in die A-Nationalelf. „Von klein auf hatte ich immer für Schweden gespielt, deshalb war’s völlig normal, dabeizubleiben“, sagte Ayari über seine Entscheidung für das Geburtsland. Seine Treffer bejubelte er dennoch auffallend zurückhaltend, weil er auch an seine familiären Verbindungen dachte: „Tunesien ist meine zweite Heimat, da kamen viele Gefühle hoch.“
Vom AIK-Youngster zum Premier-League-Spieler
Seinen Weg begann Ayari bereits mit neun Jahren bei AIK Solna, deren Trainingsgelände nicht weit von der Wohnung seiner Eltern entfernt lag. Acht Jahre später feierte er dort auch sein Debüt in der ersten Liga. Spätestens dann fiel auf, dass dieser zentrale Mittelfeldspieler besondere Qualitäten mitbringt. Brighton wurde aufmerksam und verpflichtete ihn im Januar 2023 für knapp vier Millionen Euro, ein Geschäft, das sich im Nachhinein als echtes Schnäppchen erweist. Der große Durchbruch ließ zwar zunächst auf sich warten, doch zwei Leihen zu den Zweitligisten Coventry und Blackburn machten ihn für den englischen Spitzenfußball reif. Inzwischen gehört Ayari bei den Seagulls fest zur Startelf.
Potters Vertrauen und Ayanis besondere Waffe
Für Nationaltrainer Graham Potter ist diese Entwicklung eine Bestätigung seiner Nominierung. „Er hat mehr als 60 Spiele in der Premier League gemacht und kommt also nicht von irgendwo her“, ordnete der Coach den Leistungsstand seines Schützlings ein. Dass Ayari ausgerechnet bei dieser WM im schwedischen Trikot so dominant auftritt, überraschte dennoch viele, zumal die Erwartungen in der Heimat nach der mühsam geschafften Qualifikation eher niedrig geblieben waren.
Ayari überzeugt mit einem harten, präzisen Schuss und starker Übersicht, dazu bringt er ein hohes Spielverständnis mit. Auch seine rasche Entwicklung kommt nicht von ungefähr, denn der 22-Jährige wertet seine Einsätze im Anschluss regelmäßig aus, manchmal sogar mehrfach. „Davon lerne ich enorm und verbessere mich dadurch im nächsten Spiel.“ Für die nächsten Gegner ist das eine deutliche Warnung.