Schiedsrichter Matheus Delgado Candançan aus dem brasilianischen Skandalspiel wird am Sonntag in Mainz das nächste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft pfeifen. Matheus Delgado Candançan leitet um 20.45 Uhr im ZDF den vorletzten WM-Test der DFB-Elf gegen Finnland. Der 27 Jahre alte Unparteiische war erst im März international in den Schlagzeilen, als im Finale der Staatsmeisterschaft von Minas Gerais zwischen Cruzeiro und Atlético Mineiro ein wilder Ausnahmezustand ausbrach.

Vom Eskalationsspiel nach Mainz
Das Duell in seiner Heimat endete 1:0 für Cruzeiro, blieb aber vor allem wegen der massiven Randale in Erinnerung. In der Nachspielzeit geriet Cruzeiros Stürmer Christian mit Atléticos Torhüter Everson aneinander, danach entwickelte sich auf dem Rasen eine heftige Prügelei. Schubser, Faustschläge und Fußtritte bestimmten das Bild, ehe Candançan die Lage erst nach rund zehn Minuten wieder beruhigt bekam. Dabei halfen ihm Sicherheitskräfte und die Militärpolizei.
Im anschließenden Spielbericht notierte der Referee eine kaum fassbare Bilanz von 23 Roten Karten. Elf Spieler von Atlético und zwölf von Cruzeiro wurden des Feldes verwiesen. Unter den Platzverweisen befanden sich auch der künftige Dortmunder Kaua Prates sowie der frühere Topstürmer Hulk.
Ein junger FIFA-Schiedsrichter mit Ingenieurstudium
Candançan gilt international noch als unerfahren. Der 27-Jährige ist gelernter Ingenieur und erst seit 2025 FIFA-Schiedsrichter. Das Eskalationsspiel in Minas Gerais dürfte er dennoch nie vergessen, schließlich standen plötzlich nicht nur Fußball, sondern auch Sicherheitskräfte und Militärpolizei im Mittelpunkt.
Auch Hulk äußerte sich nach der Partie deutlich. „Ich habe noch nie solche Gewalt bei einem Fußballspiel gesehen“, sagte der Angreifer. Zugleich machte er Candançan mitverantwortlich für die Entwicklung auf dem Platz: „Ich habe dem Schiedsrichter schon zu Beginn des Spiels gesagt, dass es Ärger geben würde. Er hatte keine Persönlichkeit.“