Doppelpack gegen Bournemouth, Vertragsgespräche, drei Saisontore – Kevin Schade steht im Fokus. Nach seiner Nominierung für das Premier-League-Tor des Monats August folgte nun ein Doppelpack gegen Bournemouth. Wird er nun für die Nationalmannschaft nominiert?

Kevin Schade hat bei Brentford einen starken Saisonstart erwischt. Am 12. September 2026 erzielte der 24-Jährige beim 2:2 gegen Bournemouth beide Tore. Zuvor hatte er bereits gegen Leeds getroffen und gegen Tottenham einen Treffer vorbereitet. Dazu kommen Berichte über Vertragsgespräche mit Brentford.
Schades Hacke-Tor brachte ihm die Nominierung
Im August bestritt Schade drei Premier-League-Spiele. Beim 0:0 gegen Aston Villa stand er 90 Minuten auf dem Platz, beim 3:0 gegen Tottenham bereitete er das 1:0 durch Keane Lewis-Potter vor. Beim 1:1 gegen Leeds United erzielte er dann den Treffer, für den er später für das Guinness Goal of the Month nominiert wurde.
Das Tor war technisch sehenswert: Nach einem geblockten Schuss von Sangaré kam der Ball im Strafraum zu Lewis-Potter. Dessen Hereingabe nahm Schade mit dem Rücken zum Tor per Hacke auf, drehte sich dabei und setzte den Ball ins lange Eck.
Für die Nominierung spricht deshalb vor allem die technische Qualität der Aktion. Schade löste eine enge Situation im Strafraum mit einer ungewöhnlichen Bewegung und brachte den Ball trotzdem kontrolliert aufs Tor.
Seine August-Bilanz war dabei überschaubar: drei Starts, 270 Minuten, ein Tor und eine Vorlage. Das nominierte Tor war sein einziger Treffer des Monats. Eine Nominierung war deshalb plausibel, aber Schade ging nicht als klarer Favorit in die Wahl.
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Elanga gewann vor Schade
Auf der Shortlist standen neben Schade unter anderem Anthony Elanga, Cole Palmer, Rayan Cherki, Joe Willock, Emersonn, Nilson Angulo und Keane Lewis-Potter.
Anthony Elanga gewann die Wahl. Sein Treffer beim 2:0 gegen Tottenham verband ebenfalls technische Qualität mit einem starken Spielkontext: Der Newcastle-Spieler nahm eine Flanke mit der Brust an, drehte sich und traf über den Innenpfosten.
Auch Palmers direkt verwandelter Freistoß und Cherkis Solo für Manchester City boten starke Argumente. Schades Hacke-Tor musste sich in dieser Konkurrenz deshalb keineswegs verstecken, hatte aber einen weniger spektakulären Spielkontext. Es war der Ausgleich zum 1:1 bei Leeds und nicht der entscheidende Treffer in einem gewonnenen Topspiel.
Dass Schade nicht gewann, macht seine Nominierung deshalb nicht fragwürdig. Das Tor war technisch stark genug für die Shortlist. Für den Sieg gab es bei Elanga allerdings ebenfalls gute Argumente.
Der Doppelpack gegen Bournemouth verändert die Einordnung
Interessanter wird Schades Geschichte durch das, was danach passiert ist. Am 12. September traf er gegen Bournemouth gleich zweimal.
Beim ersten Treffer verwertete Schade eine Flanke von Yarmoliuk per Kopf und traf über den Innenpfosten. Beim zweiten Tor profitierte er von einem Fehler von Bournemouth-Torwart Petrovic, der den Ball in Schades Fuß spielte. Der Brentford-Angreifer nahm ihn an und lupfte ihn über den herausstürmenden Keeper.
Beide Tore waren völlig anders als sein Hacke-Treffer gegen Leeds. Genau das macht die Entwicklung interessant: Schade zeigt inzwischen unterschiedliche Wege zum Tor. Gegen Leeds war es die technische Einzelaktion, gegen Bournemouth kamen Kopfball, Laufweg, Ballverarbeitung und ein ruhiger Abschluss hinzu.
Trainer Keith Andrews sah ebenfalls eine Entwicklung und erklärte nach dem Spiel, Schade bringe sein Spiel „to a new level“ und wirke im letzten Drittel deutlich gefährlicher.
Damit bekommt die August-Nominierung im Nachhinein eine zusätzliche Bedeutung. Sie war kein Ergebnis des aktuellen Hypes. Schade hatte schon vorher mit seinem Tor gegen Leeds auf sich aufmerksam gemacht. Seine September-Leistungen liefern nun weitere Argumente dafür, dass dieser Treffer nicht einfach ein einzelner Ausreißer war.
Schade ist bei Brentford inzwischen wichtiger
Nach vier Premier-League-Spielen steht Schade bei drei Toren und einer Vorlage. Gegen Tottenham bereitete er das 1:0 vor, gegen Leeds erzielte er den Ausgleich und gegen Bournemouth folgte der Doppelpack.
Entsprechend hat sich auch seine Rolle verändert. Schade steht regelmäßig in der Startelf und spielt große Minuten. Er ist nicht mehr nur der schnelle Flügelspieler, der über seine Dynamik kommt, sondern wird im letzten Drittel zunehmend auch als Torjäger eingebunden.
Dazu kommen die Berichte über Vertragsgespräche zwischen Brentford und Schade. Die Daily Star berichtete Anfang September darüber, konkrete Details zum Stand der Verhandlungen sind allerdings nicht bekannt.
Die aktuelle Entwicklung erklärt auch, warum Schade in der englischen Berichterstattung stärker wahrgenommen wird. Der Doppelpack gegen Bournemouth hat seinen Status noch einmal erhöht.