Kylian Mbappé wehrt sich gegen die Diktator-Memes, die ihn in den sozialen Netzwerken begleiten. Der Star von Real Madrid kann über einen Teil der Bilder lachen, sieht in anderen jedoch eine problematische Verharmlosung historischer Verbrechen.

Fotomontagen und KI-generierte Darstellungen zeigen den 27-Jährigen in Militäruniform, auf einem Thron oder neben Josef Stalin und weiteren Diktatoren der Geschichte. Auslöser sind Spekulationen, wonach Mbappé sowohl bei Real Madrid als auch in der französischen Nationalmannschaft erheblichen Einfluss besitzt und Entscheidungen mitprägt.
Mbappé kritisiert fehlendes Bewusstsein
Im Interview mit France Football machte Mbappé deutlich, dass ihm die Vergleiche zu weit gehen. „Mit Menschen verglichen zu werden, die andere ermorden oder die Millionen und Abermillionen von Menschen unglücklich gemacht haben … Ich glaube nicht, dass ich so etwas in meinem Leben getan habe“, sagte der französische Superstar.
Er sei sich bewusst, dass viele Beiträge als lockerer Witz gedacht seien. Dennoch störe ihn die mangelnde Sensibilität, die manche Nutzer dabei erkennen ließen: „dass es auf eine lockere Art und Weise gemacht ist und nicht so weit geht, aber es zeigt manchmal einen Mangel an politischem und menschlichem Bewusstsein bei den Menschen.“
Dembélés Spitzname „Mobutu“
Sein französischer Nationalmannschaftskollege Ousmane Dembélé gehe mit dem Thema anders um. Der Weltfußballer hatte Mbappé scherzhaft „Mobutu“ genannt. Der Beiname verweist auf Sese Seko Mobutu, den langjährigen Diktator von Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo.
Mbappé ordnet diesen Spruch allerdings anders ein als die Bilder und Kommentare im Netz. „Ousmane ist etwas anderes. Er hat das in den Sozialen Netzwerken aufgegriffen! Bei ihm ist es nur zum Spaß“, erklärte der Real-Profi.
Während der WM im Sommer erreichten die Diktatorenvergleiche laut Mbappé einen vorläufigen Höhepunkt. Grundsätzlich unterscheide er klar zwischen harmloser Satire und geschichtlicher Verharmlosung: „Ein Teil davon“, sagte Mbappé, „ist lustig, weil man spürt, dass es für manche Leute einfach nur ein harmloser Spaß ist. Ein anderer Teil ist jedoch weniger lustig, weil wir wissen, welchen Schaden solche Menschen im Laufe der Geschichte angerichtet haben.“