Neuendorf schwärmt von Klopp: „Er gibt wirklich Vollgas“

Jürgen Klopp hat beim DFB sofort für neue Energie gesorgt. DFB-Präsident Bernd Neuendorf lobt den Einsatz des neuen Bundestrainers, der vor seiner ersten Kadernominierung zahlreiche Eindrücke bei Vereinen und in Stadien sammelt.

Bernd Neuendorf, Jürgen Klopp und Hans-Joachim Watzke posieren auf dem DFB-Campus
FRANKFURT AM MAIN, DEUTSCHLAND – 24. Juli 2026: (v. l.) Bernd Neuendorf, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Jürgen Klopp, Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft, und Hans-Joachim Watzke, Vizepräsident des DFB, posieren vor der DFB-Pressekonferenz auf dem DFB-Campus für ein Foto. (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Nach seinem energischen Start nahm Klopp kurz etwas Tempo heraus. Für die Champions-League-Partie in Dortmund entsandte der neue Nationalcoach seinen Assistenten Pepijn Lijnders. Auch Sven Bender und Mads Buttgereit sollen in dieser Woche im Auftrag ihres Chefs unterwegs sein.

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Klopp verschafft sich einen Überblick

Vor der ersten Bekanntgabe seines Aufgebots am 17. September bündelt Klopp die Informationen aus seinem Trainerstab. Der 59-Jährige hat selbst bereits mehrere Klubs und Trainingsplätze besucht, darunter Stationen in München, Frankfurt, Mainz und Stuttgart.

Neuendorf verfolgt den Auftakt des prominenten Chefcoachs mit großer Zufriedenheit. „Er gibt wirklich Vollgas und macht sich ein umfassendes Bild von der Situation“, sagte der DFB-Präsident im Interview mit der Sport Bild. Nach Einschätzung Neuendorfs hat Klopp zudem eine „unbändige Lust, die Nationalmannschaft wieder nach vorne zu bringen“.

Auch bei den Bundesligisten kommt Klopps direkter Austausch gut an. VfB-Trainer Sebastian Hoeneß erklärte: „Wir haben uns sehr gefreut über das Treffen und natürlich freuen wir uns, wenn er direkt vor Ort ist und das Interesse zeigt, mit uns zusammenzuarbeiten“.

Ähnlich positiv äußerte sich Bayern-Präsident Herbert Hainer. „So aktiv wünsche ich mir einen Bundestrainer“, sagte der Münchner Funktionär der Bild. Der Kontakt zu den Vereinstrainern sei besonders wertvoll, „denn die sehen die Spieler jeden Tag, die können genau beurteilen, in welcher spielerischen und mentalen Verfassung die Spieler sind“.

Aufbruchstimmung beim DFB vor dem Nations-League-Start

In den ersten Arbeitswochen Klopps ist beim Deutschen Fußball-Bund eine deutliche Aufbruchsstimmung zu spüren. Sportdirektor Rudi Völler hob bei Sport1 vor allem die Ausstrahlung des neuen Bundestrainers hervor: „Bei seiner enormen Trainervergangenheit und seiner Art, Menschen mitzunehmen, merkt man jetzt schon, dass er etwas entfachen kann“.

Der Weltmeister von 1990 ergänzte: „Man merkt, dass er brennt. Dass er es nicht abwarten kann, dass es endlich losgeht“. Bei Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann hatte Völler diesen Tatendrang nicht immer erkannt. Stadionbesuche seien „nicht so Julians Ding“ gewesen, hatte der DFB-Sportdirektor zuletzt festgestellt.

Mit der jüngeren Vergangenheit möchte sich beim Verband jedoch niemand länger beschäftigen. Der Fokus liegt auf Klopp und dessen ersten Entscheidungen. Am kommenden Donnerstag stellt der neue Bundestrainer auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main erstmals seinen Kader vor.

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Neuendorf berichtete, Klopp sei „sehr zuversichtlich“. Die verbreitete Einschätzung, Deutschland verfüge auf einigen Positionen nicht mehr über ausreichend starke Spieler, teile der Starcoach nicht. „Er sieht durchaus Potenzial, sagt, dass er mehr und mehr andere Spieler in den Blick nehmen möchte“, sagte Neuendorf und fügte an: „Wir haben allen Grund, sehr zufrieden und optimistisch zu sein.“

Ob sich diese Zuversicht auf dem Platz bestätigt, wird sich zum Auftakt der Nations League am 24. September in Amsterdam gegen Erzrivale Niederlande zeigen. Bis zum 4. Oktober stehen drei weitere Länderspiele an. Spätestens dann ist Jürgen Klopp auch an der Seitenlinie endgültig wieder im Vollgas-Modus gefragt.