Champions-League-Power-Ranking 2026/27: PSG der Gejagte, Bayern auf Platz drei

Paris Saint-Germain geht als klarer Favorit in die neue Ligaphase der Champions League – Arsenal und Bayern München folgen auf den Plätzen zwei und drei. Dahinter sortieren sich Real Madrid, Manchester City und Inter Mailand ein. Borussia Dortmund schafft es als einziger weiterer Bundesligist in die Top Ten.

UEFA-Champions-League-Logo im Stadion von Manchester City vor dem Spiel gegen Real Madrid
MANCHESTER, ENGLAND – 11. Februar 2025: Allgemeine Ansicht des Stadions mit dem UEFA-Champions-League-Logo vor dem Hinspiel der K.-o.-Play-offs zwischen Manchester City und Real Madrid im Manchester City Stadium. (Foto: Carl Recine/Getty Images)

Die UEFA Champions League startet am Dienstag in ihre zweite Saison im 36-Teams-Format. Der Titelverteidiger aus Paris thront zum Auftakt unangefochten an der Spitze – neun von 19 internationalen Experten sehen PSG auf Platz eins. Die Gunners, die vergangene Saison das Finale erreichten, sammeln fünf Erststimmen. Der FC Bayern München, zum dritten Mal unter Vincent Kompany am Start, komplettiert das Spitzentrio.

Die Top Ten im Überblick

Rang Verein Auftaktgegner
1 Paris Saint-Germain Slovan Bratislava (H)
2 FC Arsenal SSC Neapel (A)
3 FC Bayern München FK Bodö/Glimt (H)
4 FC Barcelona Feyenoord Rotterdam (H)
5 Real Madrid Inter Mailand (H)
6 Manchester City FC Porto (A)
7 Inter Mailand Real Madrid (A)
8 FC Liverpool Atlético Madrid (H)
9 Atlético Madrid FC Liverpool (A)
10 Borussia Dortmund FC Villarreal (H)

Paris Saint-Germain bleibt das Maß aller Dinge. Trotz eines holprigen Ligastarts und dem Abgang von Bradley Barcola an Liverpool verfügt Luis Enrique über die vielseitigste Offensive Europas: Khvicha Kvaratskhelia und Ballon-d’Or-Träger Ousmane Dembélé bilden das gefährlichste Flügelduo des Wettbewerbs. Mit Ferran Torres (Barcelona) und Lucas Digne (Aston Villa) wurde die Tiefe erhöht. Die Ligaphase bietet mit Slovan Bratislava, Villarreal, Como und Aston Villa auswärts sowie Barcelona, AS Rom, Galatasaray und Bratislava zu Hause ein machbares Programm – die echten Gradmesser folgen ab Matchday 2 (Manchester City auswärts) und Matchday 3 (Barcelona zu Hause).

Arsenal reist mit breiter Brust an: Premier-League-Titel nach 22 Jahren, makelloser Saisonstart, ein Kader, der im Sommer gezielt verstärkt wurde. Ezri Konsa (Aston Villa), Bruno Guimarães (Newcastle) und Christos Tzolis (Club Brügge) bringen sofortige Qualität und Champions-League-Erfahrung. Der Spielplan hat es in sich: Bayern München, Real Madrid, SSC Neapel und Real Betis warten auswärts; zu Hause empfangen die Gunners Dortmund, Lille, Slavia Prag und Sabah FK. Die defensive Stabilität und Standardstärke unter Mikel Arteta bleiben das Fundament.

Bayern München profitiert wie PSG von der Dominanz in der Bundesliga – der Fokus liegt eindeutig auf Europa. Michael Olise, Harry Kane (64 Tore letzte Saison) und Luis Díaz (26 Tore, 19 Assists) bilden ein Angriffsgespann von Weltklasseformat. Vincent Kompany rotiert früh, das 0:0 zum Bundesligastart gegen Schalke war kalkuliert. Die Heimspiele gegen Arsenal, Real Betis, Bodö/Glimt und Slavia Prag sind lösbar; auswärts warten Atlético Madrid, Manchester United, Lille und Viking Stavanger. Der dritte Anlauf unter Kompany soll der Titel sein.

FC Barcelona hat mit Rodri den wohl wichtigsten Transfer des Sommers getätigt. Der Ballon-d’Or-Gewinner löst das Mittelfeldproblem, gibt Hansi Flicks Pressing die nötige Absicherung und befreit Lamine Yamal sowie Raphinha für Offensivaktionen. Anthony Gordon (vier Assists in 244 Minuten) fügt sich nahtlos ein. Die Frage bleibt die Defensive: Pau Cubarsí ist talentiert, João Cancelo der einzige namhafte Neuzugang hinten. Das Heimprogramm (Man City, Aston Villa, Feyenoord, Como) ist attraktiv, auswärts geht es nach Paris, Lissabon, Istanbul und Baku.

Real Madrid kehrt unter José Mourinho zurück an die alte Wirkungsstätte. Der Portugiese soll Stabilität und Titelhunger zurückbringen – seine letzte Champions-League-Trophäe datiert aus 2010 (Inter Mailand). Kylian Mbappé, Vinícius Júnior, Yan Diomande und Jude Bellingham garantieren Offensive auf Höchstniveau, Thibaut Courtois bleibt der Rückhalt. Der Fehlstart in der Liga (Niederlage bei Betis) und Mourinhos Historie mit Starspielern sorgen für Skepsis. Zum Auftakt wartet Inter Mailand – ein früher Gradmesser.

Manchester City steht vor dem größten Umbruch der Guardiola-Ära. Rodri (Barcelona), Bernardo Silva, John Stones (beide weg) und der Trainer selbst fehlen. Enzo Maresca muss beweisen, dass er das System ohne den Architekten am Laufen hält. Ayyoub Bouaddi (Lille), Enzo Fernández (Chelsea) und Elliot Anderson (Nottingham Forest) sollen die Lücken füllen. Erling Haaland (41 Tore, 10 Assists) und Rayan Cherki (17 Assists) bleiben die Garanten für Tore. Die Auslosung (Barcelona, Porto, RB Leipzig, Lens auswärts; PSG, Sporting, Neapel, AEK zu Hause) ist brutal.

Inter Mailand ist der italienische Doublesieger, erfahren, eingespielt und hungrig. Lautaro Martínez und Marcus Thuram (40 Tore gemeinsam letzte Saison) führen die Offensive, John Stones und Curtis Jones bringen Premier-League-Routine in die Defensive. Christian Chivu hat einen Kader, der weiß, wie man enge Spiele gewinnt – das 3:2 gegen Neapel nach 1:2-Rückstand in der 82. Minute war ein Statement. Auswärts in Madrid, Dortmund, Rotterdam und Bratislava; zu Hause gegen Liverpool, Brügge, Donezk und Stuttgart.

FC Liverpool befindet sich im Umbruch unter Andoni Iraola. Alexander Isak und Florian Wirtz müssen nach schwierigen Premier-League-Debütsaisons liefern, Bradley Barcola (von PSG) und Víctor Muñoz sind neu im Angriff. Virgil van Dijk und Dominik Szoboszlai führen die Mannschaft. Die Auslosung ist gnädig: Nur Atlético Madrid und Inter Mailand aus Topf 1, dazu Porto, Villarreal, Lens zu Hause sowie Brügge, Fenerbahçe und LASK auswärts. Ein tiefer Lauf ist möglich, wenn die Defensive früh stabilisiert.

Atlético Madrid hat Antoine Griezmann und Julián Álvarez verloren, aber mit Cristian Romero (Tottenham), Lee Kang-in (PSG), Alejandro Grimaldo (Leverkusen) und Jonathan David (Juventus, Leihe) namhaft nachgerüstet. Diego Simeone bleibt der Konstante – sein System funktioniert, wenn die Neuen sich einfügen. Das Programm ist fordernd: Liverpool, PSV, Bodö/Glimt, Stuttgart auswärts; Bayern, United, Fenerbahçe, Viking zu Hause. Ein schneller Start ist Pflicht.

Borussia Dortmund hat sich durch das Finale 2024 und Serhou Guirassys Torschützenkönig-Titel 2025 Respekt erarbeitet. Niko Kovacs Defensive ist im Europapokal ein Wert an sich. Guirassy in Form, dazu die Auswärtsspiele bei Arsenal, Aston Villa und Bodö/Glimt – drei echte Prüfsteine. Der Kader ist breit, die Erfahrung gewachsen. Wenn die Chancenverwertung stimmt, ist der Sprung in die Top Acht realistisch.

Plätze 11 bis 15: Die Verfolger mit Überraschungspotenzial

AS Rom (11.) ist der formstärkste Klub Italiens zum Saisonstart. Gian Piero Gasperini, Europa-League-Sieger 2024 mit Atalanta, hat mit Donyell Malen (fünf Tore in drei Ligaspielen) einen Knipser gefunden. Die Römer sind eine kompakte Einheit, die Real Madrid (H), PSG (A) und Manchester United (A) fordern kann.

Manchester United (12.) kehrt in den Wettbewerb zurück – Old Trafford und die Historie wiegen 20 Prozent extra, wie die Experten notieren. Michael Carrick formt das Team, Bruno Fernandes (22 Assists) und die Neuzugänge Youri Tielemans, Andrey Santos, Carlos Baleba geben Struktur. Der Kader ist dünn, das Programm (Bayern, Roma, Leipzig, Sabah zu Hause; Atlético, Sporting, Villarreal, Como auswärts) strapaziert die Substanz.

FC Porto (13.) gewann die ersten fünf Ligaspiele unter Francesco Farioli, Rodrigo Moras Abgang nach Rom wurde kompensiert. Die Europa-League-Erfahrung (u. a. gegen Stuttgart) hilft. Samus Rückkehr nach Kreuzbandriss würde die Offensive zusätzlich beleben.

Aston Villa (14.) verlor den halben Stammkader: Konsa (Arsenal), Digne (PSG), Tielemans (United), Watkins (Al-Hilal), Rogers und Martínez (beide Chelsea). Leon Goretzka, Johan Manzambi und Nicolas Jackson sollen die Lücken schließen. Der schlechte Ligastart zeigt: Das dauert. Europa-League-Sieger 2024 – aber der Kader ist ein anderer.

FK Bodö/Glimt (15.) ist kein Underdog mehr. Manchester City und Inter Mailand scheiterten 2025/26 im hohen Norden. Kasper Högh (Celtic) fehlt, doch das Kollektiv funktioniert. BVB und Atlético müssen nach Norwegen, Bayern empfängt Bodö zum Auftakt. Mehr als die Summe der Teile.

Plätze 16 bis 20: Ambitionierte Kräfte mit Fragezeichen

SSC Neapel (16.) – italienischer Meister 2023 und 2025, vergangene Saison in der Ligaphase nur Platz 30 (Verletzungen). Massimiliano Allegri statt Antonio Conte bringt Stabilität, der Start (zwei Niederlagen aus drei Spielen) ist verhalten.

Como 1907 (17.) ist das spannendste Team aus Topf 4. Sieben Punkte aus drei Serie-A-Spielen, Cesc Fàbregas an der Linie, Nico Paz und Martin Baturina im Sturm. Programm: Leipzig, PSG, United zu Hause; Barcelona auswärts. Mutig, aber brutal.

Sporting Lissabon (18.) war 2025/26 die Überraschung unter den Viertelfinalisten (5:0 nach 0:3 gegen Bodö/Glimt). Geovany Quenda, Morten Hjulmand, Ousmane Diomande, Francisco Trincão – der Aderlass ist massiv. PSG im Januar besiegt, aber die Substanz muss neu wachsen.

VfB Stuttgart (19.) hat aus der Europa-League-Saison gelernt. Breiterer Kader, statistisch einfachstes Ligaphasen-Programm aller 36 Teams. 2024/25 im Bernabéu stark, in Turin gewonnen. Diesmal sollen die Playoffs erreicht werden.

Galatasaray SK (20.) hat mit Victor Osimhen einen Torgaranten von Format. Juventus in den Playoffs rausgeworfen, in Anfield 0:4 verloren – die Inkonstanz bleibt das Thema. Die Auslosung war ungünstig.

Plätze 21 bis 25: Solide bis unberechenbar

Club Brügge (21.) hat sich als Champions-League-Teilnehmer etabliert. Christos Tzolis (Arsenal) weg, Wisdom Mike (Bayern) neu. Heimstark (4:1 gegen Monaco, 3:3 gegen Barcelona und Atlético 2025/26), Auswärtsprogramm anspruchsvoll.

PSV Eindhoven (22.) – Wundertüte. 2025/26: 6:2 gegen Neapel, 4:1 gegen Liverpool, sonst sieglos, ausgeschieden nach Ligaphase. Ismael Saibari und Joey Veerman (Bayern/Dortmund) weg. Peter Bosz hat den Kader in der Liga wieder auf Kurs gebracht.

RB Leipzig (23.) – Martin Demichelis‘ Handschrift noch nicht final lesbar. Rocco Reitz und Brajan Gruda fehlen zeitweise, sie sind Schlüssel für das Umschaltspiel. Real Madrid, Manchester United auswärts; Lens, Como zu Hause – machbar, aber fordernd.

Lille OSC (24.) – Vorjahresdritter Frankreichs, besser gestartet als Lens. Olivier Giroud bringt Routine, Ayyoub Bouaddi (Man City) und Matías Fernández-Pardo (Newcastle) fehlen schwer. Davide Ancelotti an der Linie. Bayern und Stuttgart als Ligaphasen-Gegner sprechen gegen das Weiterkommen.

RC Lens (25.) – Französischer Supercupsieger gegen PSG, aber zwei von drei Ligaspielen verloren. Mamadou Sangaré (Brentford) weg, Dino Toppmöller muss sich als Pierre-Sage-Nachfolger beweisen.

Plätze 26 bis 30: Mit Außenseiterchancen

FC Villarreal (26.) – La Liga 2025/26 Dritter vor Atlético, in der Champions League nur ein Punkt, fünf Tore. Peter Gulacsi neu, Liga-Start schwach (zwei Punkte aus vier Spielen). Auftakt in Dortmund – sofort unter Druck.

Fenerbahçe SK (27.) – In den Playoffs an Lyon vorbeigekommen. Romelu Lukaku, Mason Greenwood, Vedat Muriqi, Nathan Aké – Transferoffensive. Aber: Heimniederlage gegen Beşiktaş, sechs Punkte aus vier Ligaspielen. Schwächer als Galatasaray, leichtere Gegner.

Real Betis (28.) – Gewinnt gerne gegen Real Madrid, Manuel Pellegrini (CL-Halbfinale 2006 mit Villarreal) an der Linie. International im Schatten des Stadtrivalen, aber unangenehm für jeden.

Feyenoord Rotterdam (29.) – 2024/25 Milan rausgeworfen, Achtelfinale erreicht. Leo Sauer (Stuttgart) weg, Reiss Nelson soll blühen. Auftakt in Barcelona – harter Einstand.

AEK Athen (30.) – Thomas Strakosha, Mijat Gaćinović, João Mário, Lovro Majer, Luka Jović – Namen mit Format. Offensive kam im August ins Rollen. Unter den schwächeren Gegnern ein unangenehmer Prüfstein.

Plätze 31 bis 35: Die Neulinge und Rückkehrer

Linzer ASK (31.) – Furioses Comeback in den Playoffs gegen Celtic (Rückspiel 4:1 nach 0:1). Österreichischer Double-Sieger, makelloser Saisonstart, Sasa Kalajdzic vorne. Ein Heimsieg gegen Bratislava ist drin, Playoffs wären Überraschung.

Schachtar Donezk (32.) – Keine echten Heimspiele (Krieg), Arda Turan Trainer, junge Brasilianer. 2024/25 nach Ligaphase raus, 2025/26 gar nicht dabei. Chelsea (Stamford Bridge) und Real Madrid als Heimspiele – sportlich kaum zu stemmen.

Viking Stavanger (33.) – Norwegischer Meister, ungewöhnliches Trainerkonzept, gegen Bodö/Glimt durchgesetzt. Zlatko Tripic auf dem Flügel – Bayern und Stuttgart (Auftaktgegner) gewarnt. Neuling mit Überraschungspotenzial.

Slavia Prag (34.) – 2025/26 gegen Barcelona aufgemuckt, aber fünf Tore, null Siege. Auch diesmal: Bayern als Gegner, ähnliche Bilanz zu erwarten.

Slovan Bratislava (35.) – 2024/25: 27 Gegentore, null Punkte. Yaya Touré neu, national ungeschlagen. Auftakt bei PSG – nach zwei Ligapleiten der härteste mögliche Start.

Platz 36: Der krasseste Außenseiter

Sabah FK (36.) – Aserbaidschans 2017 gegründeter Double-Sieger. Empfängt Barcelona und Dortmund. Perfekter Ligastart, aber im Konzert der Großen nur Statist. Ein Punktgewinn wäre Sensation.

Methodik und Einordnung

Bewertet werden: jüngste Champions-League-Leistungen, Transferaktivitäten, aktuelle Form, Ligakonkurrenz und gesamtklubliche Qualität. Die Ligaphase entscheidet über die Top 24 (direktes Achtelfinale) und die Plätze 25–36 (Ausscheiden). Die Playoffs (Plätze 9–24) folgen im Februar.

Der Titelverteidiger Paris Saint-Germain will als erstes Team seit Real Madrid (2016–2018) drei Mal in Folge gewinnen. Arsenal jagt den ersten Henkelpott der Vereinsgeschichte. Bayern München peilt den ersten Triumph seit 2020 an. Die Ligaphase liefert ab Dienstag die ersten Antworten.