Es war ein Comeback, das sich Jamal Musiala anders erträumt hatte. Nach seinen beiden Kollapsen im Sommer feierte der Nationalspieler beim FC Bayern auf Schalke ein vielbeachtetes Wiedersehen mit dem Rasen, musste aber mit ansehen, wie seine Mannschaft beim mutigen Aufsteiger nur zu einem enttäuschenden 0:0 kam.

Trotz des sportlichen Dämpfers überwog beim Rekordmeister die Erleichterung über die Rückkehr des 23-Jährigen. In der 57. Minute kam Musiala für Lennart Karl ins Spiel und sorgte damit für einen der wenigen positiven Momente eines ansonsten zähen Auswärtsauftritts. Kapitän Manuel Neuer brachte die Stimmung im Team danach auf den Punkt: „Sehr schön. Wir sind alle happy.“ Der Torhüter ergänzte, die gesamte Mannschaft sei überzeugt, dass der Offensivspieler bald wieder an seine gewohnte Form anknüpfen werde. „Wir freuen uns, wenn er für uns wieder die Spiele entscheidet“, so Neuer weiter. Auf Schalke gelang dies dem Techniker noch nicht, doch auch Sportvorstand Max Eberl bewertete den kurzen Einsatz als ermutigendes Signal und sprach von einem Auftritt, der „schon sehr, sehr positiv“ gewesen sei.
Zwei Kollapse und die Suche nach der richtigen Medikation
Hintergrund der Aufregung um Musiala waren zwei Zusammenbrüche während der Vorbereitung. Zunächst sackte er beim Telekom Cup gegen RB Leipzig zusammen, wenig später erwischte es ihn erneut im Testspiel am 18. August in Heidenheim. Im Anschluss machte der gebürtige Stuttgarter öffentlich, dass hinter den Vorfällen Absencen infolge einer neurologischen Dysfunktion stecken. Beim FC Bayern war das Krankheitsbild jedoch keineswegs neu, der Klub wusste bereits seit der kompletten vergangenen Saison darüber Bescheid. Auslöser der jüngsten Probleme war laut Eberl eine veränderte Medikation, die inzwischen aber wieder angepasst worden sei.
Kompany rechtfertigt frühen Kader-Einsatz
Wegen der gesundheitlichen Vorgeschichte hatte Musiala zuletzt mehrere Pflichtspiele ausgesetzt, darunter den Supercup in Dortmund (2:1), den Bundesliga-Auftakt gegen den VfB Stuttgart (5:1) sowie das DFB-Pokalspiel beim VfL Osnabrück (4:1). Umso mehr Erklärungsbedarf sah Trainer Vincent Kompany vor der Partie in Gelsenkirchen, warum sein Schützling wieder Teil des Kaders war. „Dass er jetzt dabei ist, hat nur damit zu tun, dass er schon zwei gute Wochen hinter sich hat. Er hat natürlich grünes Licht bekommen von allen Experten. Er fühlt sich auch selbst gut“, sagte der Belgier bei Sky.
Schon zuvor hatte der Übungsleiter mit Vorschusslorbeeren für Aufsehen gesorgt. Unabhängig von den gesundheitlichen Rückschlägen sei Musiala zuletzt bereits wieder in Top-Verfassung gewesen, so Kompany. Der Flügelspieler habe zeitweise sogar „nicht auf gleichem Level wie unsere besten Spieler“ agiert, „er war eine Stufe höher als unsere besten Spieler“. Und weiter: „So haben wir Jamal seit seiner Verletzung gegen Paris nicht mehr gesehen.“