DFB-Star Julian Brandt sorgt beim 4:2-Erfolg von Ajax Amsterdam im Playoff-Hinspiel der Conference-League-Qualifikation beim FC Sion für Begeisterungsstürme. Der ehemalige Dortmunder erzielte per Distanzschuss den Ausgleich zum 1:1 und wird dafür in den Niederlanden gefeiert.

Holländische Presse überschlägt sich vor Lob
Die Zeitung „Telegraaf“ spricht von „einem großartigen Tor“ und beschreibt, wie Brandt seine Weltklasse unter Beweis stellte, indem er den Ball von außerhalb des Sechzehners präzise ins rechte obere Eck setzte. Kurz vor dem Strafraum hatte sich der 30-Jährige das Spielgerät zurechtgelegt, ehe er es am Sion-Keeper Racioppi vorbei ins Netz zirkelte.
Auch „De Volkskrant“ würdigt den Treffer: Brandt habe in der 53. Minute mit einem „wunderschönen Distanzschuss ins rechte obere Eck“ zum 1:1 ausgeglichen. Das Portal „Voetbal International“ tituliert den Nationalspieler als „herausragenden Spieler“ und betont, wie sehr Brandt Ajax im Auswärtsspiel neue Hoffnung eingehaucht habe. Die „Algemeen Dagblad“ beschreibt die Szene detailreich: Aus rund 18 Metern habe der Deutsche kurz nach Wiederanpfiff freistehend abgezogen und den Ball „wunderschön ins obere Eck“ gehämmert.
Selbst aus der Schweiz gibt es Anerkennung für den Distanzschuss. Der „Blick“ schreibt nach der Niederlage seines FC Sion: „Julian Brandt. Was für ein Tor zum 1:1! Er bricht den Bann! Er schaute hoch, zielte perfekt und schoss den Ball mit höchster Präzision ins Kreuzeck.“ Weiter heißt es, der Ball sei Brandt an der Strafraumgrenze zugefallen, woraufhin er sich in Ruhe zurechtlegte und das Leder aus 20 Metern traumhaft ins rechte obere Eck zirkelte, ohne dass Racioppi eine Chance gehabt hätte. Auch „20 Minuten“ zollt Tribut: „Ein Geniestreich von Brandt gleicht das Spiel aus.“
Der 48-malige deutsche Nationalspieler hatte erst vor wenigen Wochen bei Ajax bis 2029 unterschrieben. In fünf Pflichtspieleinsätzen für die Amsterdamer steht er bereits bei drei Toren.
Spannendes Hin und Her
Sion war durch einen Treffer von Surdez (34.) mit einer schmeichelhaften Führung in die Kabine gegangen. Nach dem Seitenwechsel drehte Ajax auf, angeführt vom formstarken Brandt, der in der 53. Minute mit seinem Distanzschuss den Ausgleich markierte. Es war bereits sein zweiter Pflichtspieltreffer im Ajax-Trikot, nachdem er schon beim 2:0-Erfolg in Zwolle am ersten Spieltag der Eredivisie getroffen hatte.
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Nur sieben Minuten später schlug Neuzugang Marcos Leonardo zu, der für 19,9 Millionen Euro von Al-Hilal gekommen war und bis dahin kaum in Erscheinung getreten war, aber dennoch das 2:1 erzielte. Doch Sion antwortete: Chouaref verwandelte in der 71. Minute einen berechtigten Foulelfmeter und ließ Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen im Ajax-Kasten machtlos, so wie schon beim ersten Gegentor. Das Stade de Tourbillon verwandelte sich für wenige Minuten in einen Hexenkessel, ehe Joker Arokodare in der 74. Minute erneut für Amsterdam traf. Der Nigerianer, der von Absteiger Wolverhampton gekommen war, hatte erst Sekunden zuvor Leonardo ersetzt und bewies damit das goldene Händchen von Cheftrainer Michel. Den Schlusspunkt setzte Routinier und Ex-Bremer Klaassen (87.) mit einem sehenswerten Lupfer zum 4:2, nachdem sich Sions Defensive zuvor nahezu aufgelöst hatte.
Ajax mit komfortabler Ausgangslage
Mit dem Auswärtserfolg hat der Traditionsklub aus Amsterdam vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag (Anpfiff 20 Uhr) alle Trümpfe in der Hand. Für das Weiterkommen würden den Rot-Weißen bereits ein Unentschieden oder eine Niederlage mit einem Tor Unterschied genügen.
Der volle Fokus liegt nun auf dem Rückspiel gegen Sion, zumal Ajax am Wochenende spielfrei ist. Die eigentlich angesetzte Heimpartie gegen Willem II wurde auf den 15. September verschoben. In der Liga zeigte sich Ajax bislang durchwachsen, auf den Auftaktsieg in Zwolle folgte zuletzt ein 2:2 gegen Heerenveen, bei dem eine 2:0-Führung noch verspielt wurde. Sion muss sich derweil am Wochenende in der Super League mit den Grasshoppers aus Zürich auseinandersetzen, die nach nur einem Punkt aus drei Spielen bereits unter Druck stehen.