Neuer Bundestrainer Klopp startet durch: Ganz viel Vorfreude auf neue Aufgabe

Seit Samstag ist es offiziell: Jürgen Klopp steht als Bundestrainer in der Verantwortung. Der Nachfolger von Julian Nagelsmann hat bereits einen konkreten Fahrplan für die ersten Wochen im Amt und macht deutlich, wo seine Prioritäten liegen.

Jürgen Klopp verfolgt im DFB-Trikot als TV-Experte das WM-2026-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026. Wenige Wochen später wird der frühere Erfolgstrainer zum neuen Bundestrainer berufen. (Alexander Hassenstein / Getty Images via AFP)
Jürgen Klopp verfolgt im DFB-Trikot als TV-Experte das WM-2026-Gruppenspiel zwischen Deutschland und Curaçao im Houston Stadium am 14. Juni 2026. Wenige Wochen später wird der frühere Erfolgstrainer zum neuen Bundestrainer berufen. (Alexander Hassenstein / Getty Images via AFP)

Schon einen Tag vor seinem offiziellen Dienstantritt ließ es sich Klopp nicht nehmen, in der Kantine des DFB-Campus in Frankfurt zu Mittag zu essen. Bei Fisch, Quiche und Salat tauschte er sich intensiv mit U21-Coach Antonio Di Salvo und Nachwuchsdirektor Hannes Wolf über die Zukunft des deutschen Fußballs aus. Sein Fazit fiel positiv aus: „Es hat sich echt gut angelassen. Es fühlt sich nicht fremd an, das ist echt schön.“ Die schnelle Eingewöhnung nahm er mit Humor. So habe er WhatsApp-Nachrichten von Freunden bereits scherzhaft mit „Bundestrainer Klopp“ unterschrieben, verriet er im Gespräch mit DFB.TV. (kostenpflichtig). „Inoffiziell haben wir ja schon eine Weile begonnen. Wir haben viele Ideen und werden noch viele weitere entwickeln“, so der ehemalige Meistermacher von Borussia Dortmund und dem FC Liverpool.

Klarer Fokus auf die A-Nationalmannschaft

Nach den ersten Gesprächen mit Di Salvo, Wolf sowie den U-Trainern Christian Wörns und Hanno Balitsch zog der 59-Jährige ein positives Zwischenfazit: „Ich verspüre bei allen ganz viel Vorfreude. Das Entscheidende dabei ist, und dieses Gefühl wollte ich den Trainern vermitteln: Wir gemeinsam trainieren die deutsche Nationalmannschaft! Nur in unterschiedlichen Altersklassen.“ Eine grundlegende Neuausrichtung der Nachwuchsarbeit muss jedoch noch etwas warten. Klopp benannte klare Prioritäten: „Es gibt für mich jetzt zwei große Themenbereiche. Nummer eins ist die A-Nationalmannschaft. Nummer zwei ist alles andere. Wir müssen mit der A-Nationalmannschaft anfangen.“

Für die kommenden Tage und Wochen hat sich der neue Chefcoach bereits mehrere Gesprächstermine mit Bundesligatrainern in den Kalender geschrieben. Ihm ist bewusst, dass der Erfolg der Auswahl maßgeblich von der Vorarbeit in den Klubs abhängt. „Am Ende ist es aber abhängig von den Spielern, von ihrem Fitnessstand, einfach von ihrem Zustand insgesamt, in dem sie zu uns kommen. Deshalb brauchen wir noch ein bisschen Zeit. An Lust, Bereitschaft, Fleiß wird es aber ganz bestimmt nicht scheitern.“ Zu den Vereinen wolle er „ein gutes Verhältnis schaffen“, um dadurch zu erreichen, „dass die Nationalmannschaft ein Mehrwert für die Spieler ist“.

Noch kein Kontakt zu den Nationalspielern

Direkten Austausch mit den Akteuren des A-Kaders gab es bislang nicht. „Sie sind mitten in der Vorbereitung und so richtig viel zu reden gibt es jetzt aus meiner Sicht auch noch nicht. Aber wenn ich die Trainer und Vereine besuche, werde ich natürlich auch mit den Spielern vor Ort sprechen“, erklärte Klopp. Sein Debüt an der Seitenlinie feiert er beim Auftakt der Nations League am 24. September in Amsterdam gegen den Erzrivalen Niederlande.

Dass sich die Arbeitsbedingungen im neuen Amt grundlegend von seinem bisherigen Vereinsalltag unterscheiden, ist dem gebürtigen Stuttgarter bewusst. „Als Vereinstrainer arbeitest du jeden Tag mit deinen Spielern. Eine Woche ist auch wirklich eine Woche. In der Zeit konnte ich vier, fünf Spielern näherkommen, herausfinden, wer sie sind und was hinter ihnen steckt. In der nächsten Woche waren es vier, fünf andere. Nach vier bis sechs Wochen habe ich ein gutes Bild von meiner Mannschaft gehabt. Das muss jetzt schneller gehen“, so Klopp. Rückschläge nimmt er dabei gelassen: „Es wird immer kleinere Rückschläge geben. Wenn man vom Weg überzeugt ist, dann macht das aber nichts.“