Paris Saint-Germain setzt seinen Siegeszug fort. Der französische Serienmeister hat sich auch den europäischen Supercup gesichert und Aston Villa im Finale mit 2:1 bezwungen. Damit startet der Champions-League-Sieger nach der erfolgreichsten Saison der Klubgeschichte gleich mit einem weiteren Titel in die neue Spielzeit.

Kwarazchelia und Doué schießen Paris zum Titel
In Salzburg lieferten sich der amtierende Königsklassensieger und der Europa-League-Triumphator Aston Villa ein spannendes Duell um die europäische Vorherrschaft. Chwitscha Kwarazchelia brachte die Pariser nach 20 Minuten mit einem sehenswerten Solo in Führung, tanzte seinen Gegenspieler mit einem schnellen Haken aus und vollendete platziert. Die Engländer steckten jedoch nicht auf und kamen im weiteren Verlauf besser in die Partie. Kurz vor der Pause belohnte sich der erst 17-jährige Brian Madjo für den Aufwand seiner Mannschaft und glich in der 45. Minute zum 1:1 aus.
Mit seinem Treffer schrieb der junge Angreifer gleich Geschichte: Im Alter von 17 Jahren und 212 Tagen avancierte er zum jüngsten Torschützen in der Historie des Supercups und verwies damit Patrick Kluivert auf Platz zwei, der 1996 im Alter von 19 Jahren und 220 Tagen getroffen hatte.
Nach der Halbzeitpause übernahm PSG wieder das Kommando und drängte auf die erneute Führung. Désiré Doué traf in der 61. Minute zum vermeintlichen 2:1, zunächst stand jedoch eine Abseitsposition im Raum. Der Videoschiedsrichter prüfte die Szene und gab den Treffer nachträglich zurecht frei, sodass Doué seinen Jubel mit etwas Verspätung nachholen konnte. Bei diesem Stand blieb es bis zum Abpfiff.
Historischer Erfolg für Luis Enrique und Co.
Mit dem Erfolg schrieb PSG gleich in mehrfacher Hinsicht Vereinsgeschichte. Die Franzosen sind erst der dritte Klub überhaupt, dem die erfolgreiche Titelverteidigung im europäischen Supercup gelingt. Seit der Einführung des Wettbewerbs im Jahr 1973 hatten zuvor lediglich die AC Mailand (1989 und 1990) und Real Madrid (2016 und 2017) diese Leistung vollbracht. Zudem setzte sich zum achten Mal in Folge der jeweilige Champions-League-Sieger im Supercup-Finale durch. Der letzte Außenseitererfolg liegt schon einige Jahre zurück: 2018 setzte sich Atlético Madrid im Elfmeterschießen (4:2) gegen den Stadtrivalen Real Madrid durch.
Trainer Luis Enrique hatte im Vorfeld keinen Zweifel an seinen Ambitionen gelassen. „Wenn man sich die Geschichte ansieht, ist es schwer, immer zu gewinnen. Aber genau das wollen wir anstreben“, so der Spanier vor dem Spiel. Seine Worte bekamen durch den Erfolg zusätzliches Gewicht, schließlich türmt sich in Paris bereits eine beeindruckende Trophäensammlung. Neben der Titelverteidigung in der Champions League sicherte sich der Hauptstadtklub in der Saison 2025/26 bereits die französische Meisterschaft, den europäischen sowie den nationalen Supercup und obendrein den FIFA-Interkontinentalpokal.
Premiere für Schiedsrichter Artan
Auch neben dem Rasen sorgte das Finale für ein bemerkenswertes Detail. Die UEFA berief mit dem Somalier Omar Artan erstmals einen nicht-europäischen Unparteiischen für ein Supercup-Endspiel. Brisant: Dem 34-Jährigen war zuvor die Einreise in die USA im Vorfeld der Weltmeisterschaft verweigert worden. Von dieser Episode ließ sich Artan in Salzburg jedoch nicht beeindrucken und leitete die Partie souverän und ohne größere Aufreger.
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