KI-Entwurf: WM-Millionen: FIFA lässt US-Gastgeberstädte laut Medien warten

Mehrere US-amerikanische Gastgeberstädte der Fußball-Weltmeisterschaft sollen laut einem Medienbericht noch immer auf zugesagte Millionenzahlungen der FIFA warten. Betroffen seien sogenannte „Legacy“-Gelder, die eigentlich in fußballbezogene Infrastruktur und soziale Projekte fließen sollten. Der Fall bringt FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut in eine unangenehme Lage.

Innenansicht des SoFi Stadium in Inglewood bei Los Angeles, USA – Austragungsort der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Der Blick von den Rängen zeigt den gepflegten Rasen und das markante ringförmige Anzeigetafelsystem unter dem transparenten Membrandach des modernen NFL-Stadions, Heimstadion der Los Angeles Rams und der Los Angeles Chargers. (Copyright Depositphotos.com)
Innenansicht des SoFi Stadium in Inglewood bei Los Angeles, USA – Austragungsort der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Der Blick von den Rängen zeigt den gepflegten Rasen und das markante ringförmige Anzeigetafelsystem unter dem transparenten Membrandach des modernen NFL-Stadions, Heimstadion der Los Angeles Rams und der Los Angeles Chargers. (Copyright Depositphotos.com)

Vier Städte berichten von unerfüllten Zusagen

Wie das Portal The Athletic, der Sport-Ableger der New York Times, berichtet, haben sich vier Vertreter von WM-Ausrichterstädten anonym zu Wort gemeldet. Ihnen zufolge habe die FIFA jeder betroffenen Kommune eine Million Dollar an sogenannten „Legacy“-Mitteln in Aussicht gestellt. Diese Gelder waren als Investition in den Ausbau fußballnaher Infrastruktur sowie zur Förderung sozialer Initiativen vor Ort gedacht.

Nach Angaben der Informanten sei die Zusage mündlich von Mitgliedern der FIFA-Spitzenführung erteilt und in weiteren Gesprächen mit den Städten mehrfach bekräftigt worden. Ausgezahlt worden sei bislang jedoch nichts. Mehrere Kommunen hätten sich deshalb inzwischen direkt bei FIFA-Mitarbeitern nach dem aktuellen Stand der Überweisungen erkundigt.

Anstoß kam durch Ankündigung zur Klub-WM

Ins Rollen gebracht haben die Forderungen offenbar Aussagen von Gianni Infantino selbst. Der FIFA-Chef hatte vergleichbare Finanzhilfen für die Gastgeberstädte der Klub-Weltmeisterschaft 2025 in den USA angekündigt. Daraufhin machten die Verantwortlichen der WM-Ausrichterorte ihre eigenen, älteren Zusagen erneut geltend.

Zu den insgesamt zehn US-Standorten der Weltmeisterschaft zählten Seattle, San Francisco, Los Angeles, Dallas, Kansas City, Atlanta, Philadelphia, Miami, Boston sowie New York/New Jersey. Das Turnier erstreckte sich über 39 Tage im Juni und Juli und war das erste in der Geschichte, bei dem 48 Nationalmannschaften um den Titel spielten.

Rekordeinnahmen treffen auf offene Zahlungen

Wirtschaftlich war das Großereignis für den Weltverband ein voller Erfolg. Die WM trug maßgeblich zu Rekordeinnahmen der FIFA bei, die sich Medienberichten zufolge im laufenden Finanzzyklus von 2023 bis 2026 auf rund 15 Milliarden Dollar summieren sollen. Vor diesem Hintergrund dürfte der Bericht über die ausstehenden Legacy-Zahlungen für zusätzlichen Erklärungsdruck sorgen.

Für Infantino kommt die Angelegenheit zur Unzeit. Der Verbandspräsident steht bereits wegen seines Vorstoßes, die Weltmeisterschaft für private Investoren zu öffnen, massiv in der Kritik. Widerstand kommt dabei nicht nur vom europäischen Dachverband UEFA und weiteren Kontinentalverbänden, sondern längst auch aus den eigenen Reihen der FIFA.