Am 21. August beginnt die Frauen-Bundesliga ihre 37. Saison. Der FC Bayern München geht als viermaliger Titelträger in Folge als klarer Favorit ins Rennen, doch dahinter drängen mehrere Teams auf die Spitzenplätze.

Mit dem VfB Stuttgart und dem 1. FSV Mainz 05 begrüßt das Oberhaus zwei Neulinge, die in der vergangenen Spielzeit jeweils den direkten Durchmarsch geschafft haben. Gleichzeitig steht die Liga vor einem Umbruch, denn zahlreiche Leistungsträgerinnen verlassen ihre Vereine.
Neue Kräfteverhältnisse in der Frauen-Bundesliga
Der FC Bayern hat sich im Mai zum vierten Mal hintereinander die deutsche Meisterschaft gesichert. Insgesamt war es der fünfte Titel in den vergangenen sechs Jahren. Mit einem Vorsprung von 16 Punkten auf den Zweitplatzierten unterstrichen die Münchnerinnen ihre Dominanz und verdrängten den VfL Wolfsburg endgültig von der Spitze. In der Saison 2026/27 kann Bayern zum alleinigen Rekordmeister aufsteigen.
Die Konkurrenz muss zugleich mehrere prominente Abgänge verkraften. Vivien Endemann, Georgia Stanway und Selina Cerci gehören zu den Top-Spielerinnen, die der Liga künftig fehlen. Für neue Impulse sorgen unter anderem Larissa Mühlhaus und Nationalspielerin Paulina Krumbiegel, die beide nach Frankfurt wechseln. Mühlhaus war in der vergangenen Saison die erfolgreichste Torschützin der Liga.

Die Favoriten auf den Meistertitel
FC Bayern München: Die Münchnerinnen bleiben der Maßstab. Fünf Meisterschaften in sechs Jahren und der gewaltige Vorsprung aus der Vorsaison sprechen eine deutliche Sprache. Das Team um Giulia Gwinn ist auch diesmal der Klub, den es zu schlagen gilt. Klara Bühl kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die Offensivspielerin steuerte in der vergangenen Saison sieben Treffer und 14 Vorlagen zum Titelgewinn bei. Als Top-Neuzugang kommt Kassandra Potsi von der SGS Essen. Kader: 5 von 5 Sternen.
VfL Wolfsburg: Die „Wölfinnen“ müssen sich seit einigen Jahren mit einer veränderten Realität auseinandersetzen. Der Rückstand auf Bayern wächst kontinuierlich, dennoch sollte Wolfsburg den Meisterschaftskampf möglichst lange offenhalten. Janina Minge ist als Schlüsselspielerin gefragt. Giovanna Hoffmann, die von RB Leipzig kommt, verstärkt den Kader. Kader: 4 von 5 Sternen.
Verfolger und Teams im Mittelfeld
Eintracht Frankfurt: Die Hessinnen stehen vor dem zweiten großen Umbruch in Folge. Sechs Leistungsträgerinnen verlassen den Klub, darunter die Nationalspielerinnen Nicole Anyomi und Elisa Senß. Mit Larissa Mühlhaus holt Frankfurt allerdings die beste Torschützin der abgelaufenen Saison von Werder Bremen. Für den Angriff auf die Spitzengruppe braucht die Eintracht dennoch weitere Verstärkungen. Mühlhaus ist zugleich Schlüsselspielerin und Top-Transfer. Kader: 3 von 5 Sternen.
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TSG 1899 Hoffenheim: Nach Rang vier in der vergangenen Saison kann Hoffenheim den nächsten Schritt ins Visier nehmen und Platz drei angreifen. Die zweitbeste Defensive der Liga bildet dafür eine starke Grundlage. Der Verlust von Selina Cerci wiegt schwer, doch mit Martine Fenger vom FC Barcelona gelang der TSG ein hochkarätiger Transfer. Valesca Ampoorter soll als Schlüsselspielerin Verantwortung übernehmen. Kader: 3,5 von 5 Sternen.
1. FC Köln: Die Kölnerinnen hielten sich in der Vorsaison aus dem Abstiegskampf heraus. Weil das Rennen im Tabellenmittelfeld enger werden könnte und mit Stuttgart sowie Mainz zwei ambitionierte Aufsteiger hinzukommen, richtet sich der Blick beim Rhein-Klub trotzdem eher nach unten. Pauline Bremer ist die zentrale Spielerin. Sie hat bereits mehr als 80 Bundesliga-Partien bestritten und für Wolfsburg, Turbine Potsdam sowie Köln 50 Scorerpunkte gesammelt. Sophie Nachtigall kommt vom SC Freiburg. Kader: 2,5 von 5 Sternen.
1. FC Union Berlin: Nach Platz neun war Union in der abgelaufenen Spielzeit der beste Aufsteiger. Nun gilt es, an diese gelungene Premierensaison anzuknüpfen. Die beiden Nationalspielerinnen Jella Veit und Lisanne Gräwe wechseln aus Frankfurt zu den „Eisernen Ladys“ und schaffen eine gute Basis für die weitere Entwicklung. Lisa Heiseler ist als Schlüsselspielerin vorgesehen, Jella Veit der wichtigste Neuzugang. Kader: 2,5 von 5 Sternen.
RB Leipzig: Für die Sachsen endete die vergangene Saison mit Platz zehn enttäuschend. Sieben Spielerinnen kehren dem Verein den Rücken. Das langfristige Ziel, um die Champions-League-Plätze mitzuspielen, rückt damit zunächst in die Ferne. Leipzig setzt 2026/27 verstärkt auf junge Talente. Delice Boboy soll dabei eine tragende Rolle einnehmen, während Sara Pusztai von OH Leuven als Top-Neuzugang kommt. Kader: 2 von 5 Sternen.
Aufsteiger und weitere Bundesliga-Teams
VfB Stuttgart: Der Zweitliga-Meister kassierte in der Aufstiegssaison lediglich zwei Niederlagen. Beide setzte es gegen den später ebenfalls aufgestiegenen 1. FSV Mainz 05. Der Kader verfügt über mehrere ehemalige Nationalspielerinnen und viel Bundesliga-Erfahrung. Der Klassenerhalt ist das vorrangige Ziel, doch Stuttgart darf auch auf einen Platz im Mittelfeld hoffen. Nicole Billa ist die Schlüsselspielerin, Greta Stegemann kommt vom SC Freiburg. Kader: 2 von 5 Sternen.
1. FSV Mainz 05: Nach drei Aufstiegen in Serie haben die 05erinnen das Oberhaus erreicht. Der schnelle sportliche Aufstieg hat die Entwicklung des Vereins jedoch teilweise überholt. Sowohl die Strukturen als auch der Kader entsprechen noch nicht dem Niveau der Bundesliga. Der Kampf um den Klassenerhalt wird deshalb zu einer gewaltigen Herausforderung, sein Ausgang ist offen. Vital Kats soll als Schlüsselspielerin vorangehen, Paula Flach kommt von der SGS Essen. Kader: 1 von 5 Sternen.
Bayer Leverkusen: Vanessa Fudalla ist die Schlüsselspielerin. Leverkusen verfügt über einen Kader, der mit drei von fünf Sternen bewertet wird. Die Prognose lautet: Kampf um Platz drei.
Werder Bremen: Maja Sternad steht im Mittelpunkt. Die Bremerinnen werden mit 2,5 von fünf Kadersternen eingeschätzt und dürften sich im Mittelfeld einordnen.
SC Freiburg: Selina Vobian ist die Schlüsselspielerin. Der Kader erhält zwei von fünf Sternen, die Prognose sieht Freiburg im sicheren Mittelfeld.
1. FC Nürnberg: Nastassja Lein übernimmt die Schlüsselrolle. Nürnberg wird mit 1,5 von fünf Kadersternen bewertet und erwartet voraussichtlich ein Abstiegskampf.
Hamburger SV: Sophie Hillebrand ist als Schlüsselspielerin vorgesehen. Auch der HSV erhält 1,5 von fünf Kadersternen und muss sich auf den Kampf gegen den Abstieg einstellen.