Video WM Halbfinale – Hummels seziert Englands Fehler: „Sie haben sich am eigenen Sechzehner verbarrikadiert“

Warum kippte das WM-Halbfinale zwischen England und Argentinien nach der englischen Führung? MagentaTV-Experte Mats Hummels machte in seiner Analyse einen klaren Wendepunkt aus und kritisierte die Herangehensweise der Engländer deutlich. Die Analyse im Video.

Endstand 1:2: Lionel Messi feiert Argentiniens Finaleinzug, Mats Hummels analysiert das WM-Halbfinale gegen England bei MagentaTV. (Screenshot: MagentaTV)
Endstand 1:2: Lionel Messi feiert Argentiniens Finaleinzug, Mats Hummels analysiert das WM-Halbfinale gegen England bei MagentaTV. (Screenshot: MagentaTV)

Die Analyse von Mats Hummels

Den Wendepunkt sah der Weltmeister von 2014 ausgerechnet beim englischen Führungstreffer: „Eigentlich mit dem 1:0 der Engländer. Ab dem Moment hatte Argentinien keine Wahl mehr. Sie wurden viel druckvoller. England hat sie auch druckvoller werden lassen, ohne viel Widerstand.“

Die englische Taktik nach der Führung ließ Hummels nicht gelten: „Sie haben sich einfach verbarrikadiert am eigenen Sechzehner. Viel zu früh, vielleicht 20 Minuten später, aber nicht zu so einem frühen Zeitpunkt im Spiel.“ Trotz des Ausscheidens bewertet Hummels die Arbeit von Thomas Tuchel positiv: „Unabhängig vom Ergebnis im Spiel um Platz 3 wird er als Gewinner dieses Turniers wahrgenommen. Wenn man das gesamte Bild anschaut, dann kann man nicht anders, als Tuchels Arbeit bei England positiv zu bewerten.“

Das Video im Transkript

Automatische Verschriftlichung des Clips, ungekürzt und nur leicht geglättet. Quelle: MagentaSport.

Pure Emotionen in diesem zweiten Halbfinale, das wir gerade hier live aus der Atlanta gesehen haben. Messi und Argentinien gewinnen dieses Spiel mit 2-1 nach 0-1 Rückstand. Thomas Tuchel hat sich vielleicht vercoached, all das müssen wir klären.

Und die Three Lions rund um Harry Kane mit großem Herzschmerz. Wie schon nach dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien. Das waren sehr intensive 90 Minuten und nur einer sehr langen Nachspielzeit.

Aber das sind wir inzwischen gewohnt bei diesem Turnier. Lass uns zunächst einmal auf Argentinien zu sprechen kommen. Wann hat sich das Blatt gedreht in der zweiten Hälfte?

Wo hat Argentinien gewonnen? Ehrlicherweise mit dem 1-0 der Engländer, weil ab dem Moment Argentinien musste. Sie hatten keine andere Wahl mehr als Druck zu machen.

Sie wurden viel druckvoller. Aber das ist die andere Seite der Medaille. England hat sie auch druckvoller werden lassen, ohne viel Widerstand.

Ich kann mich vielleicht noch an zwei richtige Angriffe erinnern. Ich glaube, einmal sind sie noch halbwegs gefährlich in den 16er gekommen. Ansonsten haben sie sich einfach verbarrikadiert am eigenen 16er.

Sie haben sich hinten verschanzt oder verschanzen wollen. Im eigenen 16er viel zu früh. Das hätte 20 Minuten später passieren dürfen, aber nicht zu den frühen Zeitpunktspielzeiten.