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Was für ein Krimi zum Auftakt der WM-K.o.-Runde: England hat sich im Sechzehntelfinale der WM 2026 erst spät gegen einen mutigen Außenseiter durchgesetzt. Beim 2:1 gegen die DR Kongo im Atlanta Stadium lag die Elf von Thomas Tuchel bis zur 75. Minute zurück, ehe Kapitän Harry Kane mit einem Doppelpack die Wende erzwang.
Brian Cipenga hatte die DR Kongo schon in der 7. Minute nach Vorlage von Kapitän Chancel Mbemba in Führung gebracht. Erst der eingewechselte Anthony Gordon drehte das Spiel: Nach seiner Flanke köpfte Kane in der 75. Minute zum 1:1 ein (75.), elf Minuten später traf der englische Kapitän mit einem sehenswerten Schuss vom Strafraumrand zum 2:1 (86.). Mit seinem 13. WM-Tor stellte Kane zugleich den WM-Torrekord von Pelé ein. England steht damit im Achtelfinale, wo Co-Gastgeber Mexiko wartet. Wir haben die Stimmen aus England, der DR Kongo und der internationalen Presse gesammelt.

England taumelt weiter: der Zittersieg in der englischen Presse
Weiter ja, überzeugend nein: Die englischen Medien feiern das Weiterkommen nicht, sondern zerlegen die Vorstellung ihrer Mannschaft. Gerettet haben die Three Lions einzig Harry Kane und Joker Anthony Gordon.
Goal.com
England player ratings vs DR Congo: Harry Kane to the rescue! Captain Fantastic and super-sub Anthony Gordon step up to save Three Lions after woeful World Cup display
(„Kane zur Rettung, Super-Joker Gordon springt ein, um die Three Lions nach einer erbärmlichen WM-Vorstellung zu retten.“) Das Portal vergab an Tuchel nur die Note 5 von 10 und schrieb, England sei über weite Strecken schwach gewesen und drei Viertel des Spiels „meilenweit“ von der nötigen Form entfernt. Immerhin: Die Wechsel des Trainers seien am Ende „decisive“ gewesen und hätten das Spiel gedreht.
ESPN
Harry Kane matches Pelé World Cup goals record
(„Harry Kane stellt Pelés WM-Torrekord ein.“) ESPN rückte den Rekordmann in den Mittelpunkt: Nur Minuten nach seinem Ausgleich in der 75. Minute habe Kane mit einem spektakulären Schuss zum 2:1 getroffen und England in Führung gebracht.
Sky Sports
England fell behind in just the seventh minute when Brian Cipenga was found in space inside the penalty area and beat Jordan Pickford at his near post.
(„England lag schon in der siebten Minute zurück, als Brian Cipenga im Strafraum frei zum Schuss kam und Jordan Pickford am kurzen Pfosten überwand.“) Tuchels Team habe kaum Kombinationen zustande gebracht, die erste Chance kam laut Sky erst in der 30. Minute durch einen Kopfball von Jude Bellingham. Am Ende habe Kane den Rückstand mit Kopf und Distanzschuss geradegebogen.
Fox Sports und Outlook India
England vs. DR Congo Highlights: Harry Kane Lifts England To Round of 16
(„Harry Kane hebt England ins Achtelfinale.“) Auch international lief alles über den Kapitän. Outlook India titelte, Kanes „Crucial Brace“, sein wichtiger Doppelpack, treibe die Three Lions in die Runde der letzten 16.
Tuchel unter Druck? Die Reaktionen aus dem England-Lager
Der Sieg nimmt Thomas Tuchel den akuten Druck, die Leistungskritik aber bleibt hart. Der Bundestrainer a. D. steht mit England nach einem mühsamen Auftritt weiter in der Diskussion, vor allem das Problem gegen tief stehende Gegner ist nicht gelöst.
CBS Sports
decidedly nervy rather than convincing (…) appeared shellshocked after conceding early
(„entschieden nervös statt überzeugend, wie unter Schock nach dem frühen Gegentor.“) CBS Sports beschrieb ein verunsichertes England und hob Torhüter Lionel Mpasi als überragend hervor. Co-Trainer Anthony Barry erklärte den Umschwung nach dem Ausgleich anschaulich: Das Tor habe „die Handbremse gelöst“ und die Spieler befreit.
NBC Sports
notably laboured (…) needed late-game heroics to overcome determined opposition rather than delivering a convincing, dominant display
(„auffällig schwerfällig, brauchte späte Heldentaten statt einer überzeugenden, dominanten Vorstellung.“) Für NBC wirkte England in der Anfangsphase desorganisiert und lag verdient zurück. Erst spät habe die individuelle Klasse den Unterschied gemacht.
Stolz statt Trauer: die Stimmen aus der DR Kongo
In der DR Kongo überwiegt trotz des Ausscheidens der Stolz. Die Léopards standen in ihrer allerersten WM-K.o.-Runde 68 Minuten lang vor einer Sensation, ehe Kane zuschlug. Gefeiert wird vor allem Torhüter Lionel Mpasi.
Afrik.com
Mpasi en rempart, les Léopards de RDC devant l’Angleterre et à 45 minutes de l’exploit
(„Mpasi als Bollwerk, die Léopards vor England und 45 Minuten von der Sensation entfernt.“) Das Portal schilderte, wie Cipengas Tor in der 7. Minute das Spiel verändert habe und Torwart Mpasi mit entscheidenden Paraden glänzte. Ein kompakter, solidarischer Block sei zwar oft unter Druck geraten, aber nie überspielt worden.
Radio Okapi (Kinshasa)
Premier but de la RDC, par Cipenga, sur une passe de C. Mbemba. (…) Les Léopards subissent en cette seconde mi-temps
(„Das erste Tor der DR Kongo durch Cipenga nach Zuspiel von Mbemba. Die Léopards litten in der zweiten Halbzeit.“) Der kongolesische Sender begleitete das Spiel live und dokumentierte den Stolz-Moment der frühen Führung, ehe England Druck aufbaute und Mpasi mehrfach zur Stelle war.
Sébastien Desabre vor dem Spiel
Nous n’avons pas grand-chose à perdre demain. La pression est sur le côté anglais.
(„Wir haben morgen nicht viel zu verlieren. Der Druck liegt auf englischer Seite.“) Kongos Trainer Sébastien Desabre hatte vor der Partie Respekt, aber keine Angst angekündigt und sein Team als voller Hingabe beschrieben. Seine Löwen lösten dieses Versprechen ein und verabschiedeten sich erhobenen Hauptes aus dem Turnier.
Fazit: glücklicher Rekordmann, stolze Léopards
Der Tenor ist eindeutig: England kam mit einem Zittersieg weiter und hat sich einzig dank Harry Kane und den Wechseln von Thomas Tuchel gerettet. Die Kritik an der pomadigen Spielanlage bleibt, gegen Mexiko im Achtelfinale muss deutlich mehr kommen. Die DR Kongo dagegen verlässt die WM 2026 als Gewinner der Herzen: Ein historischer Auftritt, ein überragender Torhüter und ein früher Treffer, der England lange das Fürchten lehrte.