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Schottland hat sich bei der WM 2026 schon nach 70 Sekunden den Stecker ziehen lassen. Im Boston Stadium von Foxborough, wo sonst die New England Patriots spielen, traf Ismael Saibari für Marokko zum frühen 1:0, und dabei blieb es bis zum Schluss. Mit dem 1:0 im zweiten Spiel der Gruppe C zieht Marokko mit vier Punkten Richtung Sechzehntelfinale, während Schottland trotz der Niederlage weiter auf das erstmalige Überstehen der Gruppenphase hoffen darf.

Saibari trifft nach 70 Sekunden
Marokko erwischte einen Traumstart. Schon nach 70 Sekunden steckte Real-Profi Brahim Diaz durch, der schon beim 1:1 gegen Brasilien vorbereitet hatte, und Saibari vollendete unbedrängt aus halbrechter Position mit einem wuchtigen Rechtsschuss zum 0:1. Die Löwen vom Atlas blieben auch danach das gefährlichere Team. Bilal El Khannouss vom VfB Stuttgart vergab in der 36. und der 52. Minute, Neil El Aynaoui scheiterte in der 30. Minute, und Saibari selbst hatte in der 50. Minute die nächste gute Gelegenheit.
Schottland fand offensiv lange kaum statt, die Abwehr um Kapitän Andy Robertson hatte oft Probleme. Erst nach der Pause wurde das Team von Steve Clarke mutiger. Einen Elfmeter forderten die Schotten in der 49. Minute vergeblich, nachdem John McGinn von El Aynaoui im Strafraum zu Fall gebracht worden war. Schiedsrichter Ilgiz Tantashev aus Usbekistan ließ weiterlaufen, weil der Roma-Profi in der Szene den Ball nicht traf. In der Schlussphase warf Schottland alles nach vorn, Scott McTominay traf in der 85. Minute das Außennetz, doch Marokko hielt dem Druck stand.
Der Mann, der Bayern bald 55 Millionen kostet
Spieler des Spiels war Saibari, der mit seinem Blitztor die Partie entschied und schon beim 1:1 gegen Brasilien getroffen hatte. Der 25-jährige Offensivspieler steht vor einem Wechsel zum FC Bayern, der ihn dem Vernehmen nach knapp 55 Millionen Euro kosten soll. Der Spieler des Jahres in der Eredivisie hat den Medizincheck in den USA bereits absolviert. Auf dem Platz machte er den Unterschied, vor 64.146 Zuschauern reichte ein Moment.
Buhrufe für Hakimi, Applaus für einen verstorbenen Fan
Vor dem Anpfiff bestimmte nicht Saibari die Schlagzeilen, sondern Marokkos Kapitän Achraf Hakimi. Der PSG-Verteidiger muss sich in Frankreich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung vor Gericht verantworten, wie das Berufungsgericht Versailles am Freitag mitteilte. Es geht um Vorwürfe aus dem Jahr 2023, die der frühere Dortmunder stets bestritten hat. In Foxborough bekam Hakimi dafür Buhrufe zu hören. Die schottischen Fans, die Boston seit Tagen in eine Partyzone verwandelt hatten, gedachten in der 76. Minute mit lautem Applaus eines Anhängers, der auf seiner WM-Reise am Sonntag im Alter von 76 Jahren in Boston gestorben war.
Marokko auf Kurs, Schottland bleibt das Brasilien-Spiel
Marokko steht mit vier Punkten auf Kurs Sechzehntelfinale und untermauert als WM-Vierter von 2022 die Favoritenrolle, Saibari traf in beiden bisherigen Gruppenspielen. Schottland darf mit drei Punkten trotz des Dämpfers weiter hoffen, erstmals die Gruppenphase zu überstehen. Zum Abschluss in Gruppe C spielt Marokko gegen Außenseiter Haiti, Schottland muss gegen Brasilien bestehen. Beide Spiele steigen am Donnerstag um 0.00 Uhr MESZ.