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Bis tief in die Nachspielzeit musste Österreich zittern, ehe Marko Arnautović in der 90.+12 vom Punkt das 3:1 gegen Jordanien besorgte und einen glücklichen Auftaktsieg ins erste Gruppenspiel der Gruppe J bei der WM 2026 rettete. Beim ersten WM-Auftritt seit 28 Jahren tat sich die ÖFB-Auswahl gegen den WM-Neuling schwer, doch mit drei Punkten ist die K.o.-Runde nach diesem ersten Spieltag plötzlich greifbar. Wie schwer der Außenseiter zu bespielen sein würde, hatten wir bereits in unserem Vorbericht zum Spiel angedeutet.

Schmids Traumtor und der lange Schatten danach
Österreich bestimmte zunächst weitgehend das Spiel, ohne aus dem Ballbesitz Kapital zu schlagen. Den ersten Abschluss hatte sogar der Außenseiter, als Ehsan Haddad den Ball aus kurzer Distanz ans Außennetz setzte (2.). Romano Schmid erlöste die Mannschaft in der 21. Minute mit einem sehenswerten Treffer zum 1:0, danach stürmte er zur Bank und verschwand in einer Jubeltraube. Vor der Pause vereitelten Torhüter Alexander Schlager und Philipp Lienhart eine jordanische Doppelchance durch Olwan und Tamari (34.).
Nach dem Seitenwechsel kippte das Bild. Jordanien blieb die aktivere Mannschaft und glich durch Ali Olwan in der 50. Minute aus, den ersten WM-Treffer der Landesgeschichte. Erst ein Eigentor von Yazan Al-Arab in der 76. Minute brachte Österreich wieder in Führung. Dass es so spät noch eng wurde, lag auch an einer aberkannten Szene. Arnautović hatte in der 67. Minute getroffen, der Videobeweis nahm den Treffer wegen eines vorausgegangenen Handspiels von Stefan Posch jedoch zurück. Den Schlusspunkt setzte Arnautović dann doch, per Foulelfmeter in der zwölften Minute der Nachspielzeit zum 3:1. Gespielt wurde im San Francisco Bay Area Stadium in Santa Clara, wo sonst die San Francisco 49ers auflaufen.
Schmid erlöst Österreich nach 28 Jahren
Der Mann des Abends war Romano Schmid. Sein Treffer zum 1:0 war nicht nur das Tor zur Führung, sondern das erste österreichische WM-Tor seit dem Auftritt von 1998. Beim ersten WM-Spiel nach 28 Jahren brauchte die Mannschaft genau diesen Moment, um die anfängliche Nervosität abzuschütteln. Die eigentliche Wende brachte später das Eigentor von Al-Arab in der 76. Minute, das Österreich nach dem jordanischen Ausgleich wieder vorn sah, ehe Arnautović vom Punkt alles klarmachte.
Rangnick hatte vor genau diesem Gegner gewarnt
Teamchef Ralf Rangnick hatte im Vorfeld trotz der Favoritenrolle vor einem unangenehmen Gegner gewarnt, als der sich Jordanien bei seiner WM-Premiere dann auch entpuppte. Zur Pause reagierte Rangnick und brachte Arnautović für Sasa Kalajdzic, am Ende war es Arnautović, der das Spiel entschied.
Mit drei Punkten ist das Achtelfinale greifbar
Nach dem glücklichen Auftaktsieg steht Österreich mit drei Punkten auf Platz zwei der Gruppe J, nur wegen der schlechteren Tordifferenz hinter Argentinien, das sein erstes Spiel 3:0 gegen Algerien gewann. Das Ziel K.o.-Runde rückt damit in Reichweite. Für die Geschichtsbücher bleibt, dass Österreich erstmals seit 1990 wieder ein WM-Spiel gewann. Jordanien geht nach der Niederlage zwar punktlos in den zweiten Spieltag, hat mit Olwans Premieren-Tor aber ein Stück Verbandsgeschichte geschrieben. Weiter geht es am 22. Juni für Österreich gegen Argentinien, einen Tag später trifft Jordanien auf Algerien.